Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Öl, Gas

BAGDAD - Die Strömung des schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr steht bei der Parlamentswahl im Irak vor einem deutlichen Sieg.

11.10.2021 - 21:09:28

Schiitischer Geistlicher Al-Sadr vor klarem Wahlsieg im Irak. Nach vorläufigen Ergebnissen der Wahlkommission erreichte sie bei der Abstimmung am Sonntag mehr als 60 von 329 Sitzen im Abgeordnetenhaus. Al-Sadr beanspruchte den Sieg am Montagabend für sich. In Bagdad feierten Anhänger des Predigers auf den Straßen.

In einer Fernsehansprache warnte Al-Sadr andere Staaten, sich in die Regierungsbildung einzumischen. Zugleich sagte er der Korruption den Kampf an. Alle Korrupten würden zur Verantwortung gezogen.

Al-Sadrs Strömung wurde bereits bei der Parlamentswahl 2018 stärkste Kraft. Deutliche Einbußen muss nach den vorläufigen Ergebnissen die damals zweitplatzierte Fatah-Koalition hinnehmen. Sie ist mit den schiitischen Milizen verbunden und wird vom Iran unterstützt. Fatah könnte mehr als die Hälfte ihrer Sitze verlieren.

Ministerpräsident Mustafa al-Kasimi hatte die Abstimmung nach Massenprotesten gegen die politische Führung des Landes um mehrere Monate vorgezogen. Die im Oktober 2019 ausgebrochenen Demonstrationen richteten sich unter anderem gegen die grassierende Korruption, die schwache Wirtschaftslage und die schlechte Infrastruktur. Auch Zellen der IS-Terrormiliz sind in dem Land weiter aktiv. Die Extremisten hatten 2014 große Gebiete im Norden und Westen des Landes überrannt.

Al-Sadrs Bewegung warb im Wahlkampf für Reformen. Sie ist jedoch Teil der politischen Elite, die viele Iraker für die Missstände im Land verantwortlich machen. Das Misstrauen in die Politik zeigte sich auch bei der Wahlbeteiligung, die bei der Abstimmung auf ein Rekordtief von rund 41 Prozent sank. Beobachter sahen darin ein deutliches Zeichen für den Frust vieler Iraker über die politischen Zustände.

Anhänger der Protestbewegung hatten zum Boykott der Wahl aufgerufen. Sie erwarten innerhalb des bestehenden politischen Systems keine Änderung der Machtverhältnisse. Das heutige System war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein 2003 errichtet worden.

Al-Sadr, der selbst nicht kandidierte, hatte vor der Wahl Anspruch auf das Amt des Regierungschefs für ein Mitglied seiner Bewegung erhoben. Ob er das durchsetzen kann, ist unklar. Für eine Mehrheit im Parlament braucht er Bündnispartner. Auch die USA und der Iran haben Einfluss auf die Regierungsbildung. Regierungschef Al-Kasimi werden als Kompromisskandidat Chancen auf eine weitere Amtsperiode eingeräumt. Er genießt im Westen hohes Ansehen, trat bei der Wahl aber selbst nicht an und verfügt deswegen über keine Hausmacht.

Der 47 Jahre alte Al-Sadr gilt als kontroverse Figur. Nach Saddams Sturz bekämpfte seine Mahdi-Armee die US-Truppen. Heute gibt er sich gemäßigter und tritt in einer Mischung aus Nationalist und Populist auf. Seine Anhänger leben vor allem in den ärmeren Vierteln Bagdads und anderer Städte. Der Wahlsieg ist auch auf Al-Sadrs Fähigkeit zurückzuführen, sie mobilisieren zu können.

Die Abstimmung verlief insgesamt ruhig. Nach Angaben der Militärführung waren mehr als 250 000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um Zwischenfälle zu verhindern. Insgesamt waren rund 25 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen.

Auch wirtschaftlich ist das Land unter Druck. Der Irak hängt stark vom Öl ab und hat unter den niedrigen Ölpreisen während der Corona-Pandemie gelitten. Vor allem junge Iraker klagen über Arbeitslosigkeit und mangelnde Chancen auf ein besseres Leben.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Laschet wirft Ampel mangelndes Interesse an Außenpolitik vor. "Es scheint sich in diesem Ampel-Bündnis niemand für die Außenpolitik zu interessieren", sagte Laschet der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag). "Es melden sich Leute zu Wort, die wollen Finanzminister oder Klimaminister werden. Internationale Fragen stehen hinten an", kritisierte er. BERLIN - Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat SPD, Grünen und FDP vor dem Beginn ihrer Koalitionsverhandlungen ein mangelndes Interesse für Außenpolitik vorgeworfen. (Wirtschaft, 20.10.2021 - 19:08) weiterlesen...

Verabredung zum besseren Schutz von Mooren sorgt für Kritik. Nach Umwelt- und Naturschützern bezeichnete auch Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt-und Agrarminister Till Backhaus (SPD) die Verabredung als nicht ehrgeizig genug. Die Vereinbarung, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) gemeinsam mit den Ministern der Bundesländer unterzeichneten, hat zum Ziel, den Treibhausgasausstoß von Moorböden bis 2030 jährlich um fünf Millionen Tonnen zu senken. BERLIN - Die am Mittwoch unterzeichnete Vereinbarung von Bund und Ländern zum Schutz von Mooren sorgt für Kritik. (Wirtschaft, 20.10.2021 - 19:08) weiterlesen...

Bosniens Serben spalten sich von staatlicher Arzneimittelbehörde ab. Damit spaltet er sich vom Kompetenzbereich der gesamtstaatlich verfassten bosnischen Agentur für Arzneimittel und Medizinprodukte ab. Für das zugrundeliegende Gesetz stimmten am Mittwoch im Parlament von Banja Luka die Abgeordneten der Regierungspartei SNSD. Die Vertreter der Opposition blieben der Abstimmung fern. BANJA LUKA - Der serbische Landesteil in Bosnien will sich eine eigene Arzneimittelbehörde geben. (Boerse, 20.10.2021 - 18:56) weiterlesen...

Polens Gesundheitsminister warnt vor 'Explosion' der Pandemie. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden habe sich am Mittwoch im Vergleich zur Woche davor um hundert Prozent gesteigert, am Dienstag habe der Wert bei 85 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gelegen, sagte Niedzielski in Warschau. WARSCHAU - Polens Gesundheitsminister Adam Niedzielski hat vor einer "eigentümlichen Explosion" der Corona-Pandemie in seinem Land gewarnt. (Wirtschaft, 20.10.2021 - 18:52) weiterlesen...

Südafrika beginnt Corona-Impfung von Kindern ab 12 Jahren. Man wolle bis Januar 2022 mindestens 3,25 Millionen Mädchen und Jungen impfen, die Hälfte aller Kinder in der Altersgruppe, teilte das Gesundheitsministerium mit. Minderjährige erhalten in Südafrika zunächst nur eine Dosis des Präparats von Biontech /Pfizer . Bislang sind rund 11 Millionen der knapp 60 Millionen Südafrikaner vollständig geimpft worden. KAPSTADT - Südafrika hat am Mittwoch als erstes afrikanisches Land südlich der Sahara begonnen, Kinder im Alter ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. (Boerse, 20.10.2021 - 18:20) weiterlesen...

Schwere Vorwürfe gegen Bolsonaro wegen Corona-Politik. Im Abschlussbericht, den Senator Renan Calheiros am Mittwoch einreichte, werden Bolsonaro neun teilweise schwere Verbrechen während der Corona-Pandemie zu Last gelegt. Insgesamt sollen laut der Empfehlung weitere 65 Personen und Geschäftsleute sowie zwei Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden. BRASÍLIA - In Brasilien hat ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik schwere Vorwürfe gegen Präsident Jair Bolsonaro erhoben und eine Anklage empfohlen. (Boerse, 20.10.2021 - 17:55) weiterlesen...