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Autobranche bangt vor Strafzöllen - VW steckt Millionen in US-Werk

14.01.2019 - 18:24:23

gerichtet, die am Dienstag Details zu einer geplanten Allianz verkünden könnten. Laut dpa-Informationen hatte der VW-Aufsichtsrat dieser am Freitag grundsätzlich zugestimmt.

Vorerst dominierte jedoch das Thema Handelsstreit. Die deutschen Autobauer zittern vor einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Europa. "Die Beseitigung von Importzöllen und größtmögliche Verständigung über Regulierungen wären der richtige Weg. Davon würden beide Seiten profitieren", sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des deutschen Branchenverbands VDA. Man sei "sehr besorgt, welche Richtung in der US-Handelspolitik seit 2017 eingeschlagen wurde".

Präsident Donald Trump, der sein Land von Handelspartnern unfair behandelt sieht, droht mit hohen Sonderzöllen auf Importautos. Das würde die Branche stark belasten. "Die Vereinigten Staaten sind neben China und Europa die wichtigste Absatzregion der deutschen Automobilindustrie", erklärte Bräunig. 2018 hätten die deutschen Hersteller auf dem US-Markt 1,34 Millionen Autos verkauft und damit in etwa ihren Marktanteil bei acht Prozent gehalten.

Die USA sind laut VDA jedoch nicht nur als Absatzmarkt, sondern auch als Produktionsstandort bedeutend. Deutsche Hersteller seien dort wichtige Arbeitgeber, betonte Bräunig: "2018 waren rund 118 000 Mitarbeiter in ihren Werken direkt beschäftigt, davon mehr als 80 000 bei unseren Zulieferern." Gegenüber dem Vorjahr sei die US-Beschäftigung der deutschen Firmen um etwa 8000 Stellen gestiegen.

Durch den Ausbau des Werks Chattanooga entstünden bis zu 1000 direkte Arbeitsplätze sowie weitere Jobs bei Zulieferern in der Region, teilte Volkswagen mit. Weltweit entstehen in den nächsten Jahren acht Fabriken in Europa, Nordamerika und China, die den VW-Elektrobaukasten für den Bau von E-Autos nutzen.

Die deutschen Hersteller haben Ihre US-Produktion in den vergangenen Jahren deutlich erhöht und laut VDA 2018 rund 750 000 Pkw dort gefertigt. Über die Hälfte dieser Wagen wird exportiert und kommt der US-Außenhandelsbilanz zugute, was Trump eigentlich gefallen dürfte. Doch solche Zahlen beeindrucken ihn bislang wenig. Im Dezember war bereits eine Delegation deutscher Automanager bei Trump, um ihn von Sonderzöllen abzubringen. Zwar wurden die Spitzen von VW, Daimler und BMW nett empfangen - ob sich Trump besänftigen lässt, blieb unklar.

Die Zeit drängt: Derzeit läuft im Verfahren um mögliche Zollerhöhungen auf Autos und Zulieferteile beim US-Handelsministerium eine Frist bis zum 17. Februar. Bis dahin muss Minister Wilbur Ross eine Einschätzung vorlegen, ob der Import von Autos und Zulieferteilen die nationale Sicherheit beeinträchtigt. Danach hat Präsident Trump 90 Tage, um eine Zollentscheidung zu treffen.

Auch für den US-Markt selbst könnten zusätzliche Zölle auf importierte Autos und Zulieferteile große Schwierigkeiten mit sich bringen. Kommen weitere Einfuhrabgaben von 25 Prozent, wie derzeit vom US-Handelsministerium in Erwägung gezogen, dürfte der Absatz von Autos auf dem US-Markt stärker einbrechen als in einer Rezession, schätzt der Chefökonom des US-Marktforschers Cox Automotive, Jonathan Smoke.

Die deutschen Hersteller haben sich in Detroit indes schon ziemlich rar gemacht. BMW, Mercedes, Audi und Porsche blieben dem Event in diesem Jahr fern. Das dürfte aber eher damit zu tun haben, dass die Messe in einer tiefen Krise steckt. Die NAIAS leidet seit Jahren unter einem Ausstellerschwund. Ab 2020 soll die Messe mit neuem Konzept in den Juni verschoben werden.

@ dpa.de

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