Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

trading-house Börsenakademie

Gemeinsam erfolgreich

MARKETSX
Flugzeugbau, Rüstung

ANKARA / MOSKAU - Die Türkei hat gegen den Widerstand der USA die ersten Lieferungen des umstrittenen russischen Raketenabwehrsystems S-400 angenommen.

12.07.2019 - 15:05:24

Umstrittene russische Raketenabwehr S-400 in Türkei angekommen. Verteidigungsministerium und Präsidialpalast bestätigten am Freitagvormittag, das ein erstes Flugzeug auf einer Luftwaffenbasis in Ankara gelandet sei. Kurz darauf kamen TV-Berichten zufolge zwei weitere Frachtmaschinen an. Damit steuert der derzeit schärfste Konflikt mit den USA auf einen Höhepunkt zu. Die US-Regierung ist strikt gegen den Einsatz des russischen Systems im Luftraum des Nato-Partners und droht mit Sanktionen. Die Nato zeigte sich besorgt.

Die S-400 ist ein mobiles Luftabwehrsystem, das Flugzeuge, Geschosse und andere Objekte aus dem Himmel schießen kann. Die Einheiten, die üblicherweise aus mehreren Raketen, einem Radar und einem Gefechtsstand bestehen, können per Lastwagen transportiert werden. Die S-400 kann mit Kurz-, Mittel- und Langstrecken-Raketen arbeiten.

Die Türkei argumentiert, sie brauche eine eigene Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien, aber auch aus dem Inland. Seit dem Putschversuch von 2016 ist die türkische Führung extrem auf Sicherheit fokussiert. Die Regierung in Washington befürchtet dagegen, dass Russland über die empfindlichen Radare des russischen Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten der neuen US-Tarnkappenflugzeuge F-35 gelangt. Die Türkei ist Partner beim Bau der F-35 und soll etwa 100 Jets bekommen.

Die USA drohen nun damit, die Türkei trotz bereits erfolgter Zahlungen von mehr als einer Milliarde Dollar Ende Juli aus dem F-35-Programm zu werfen. Außerdem könnten Sanktionen unter dem CAATSA-Gesetz ("Countering America's Adversaries through Sanctions") auf die Türkei zukommen. Das zielt auf Geschäfte mit dem russischen Rüstungssektor ab und beinhaltet zum Beispiel Verbote zu Immobilientransaktionen und Visaeinschränkungen.

Für die Türkei wären solche Sanktionen brandgefährlich. Im vergangenen Jahr hatten US-Sanktionen wegen eines in der Türkei festgehaltenen amerikanischen Pastors die türkische Wirtschaft und Währung schwer geschädigt. Die Lira hat sich bis heute nicht erholt. Sie gab gleich nach Ankunft der S-400 am Freitag leicht nach.

Ob es zu Strafmaßnahmen kommt, hängt unter anderem von US-Präsident Donald Trump ab. Der hätte theoretisch die Macht, Sanktionen auf Eis zu legen. Bei einem Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hatte er am Rand des G-20-Gipfels Ende Juni Verständnis für dessen Argumente gezeigt. Sprecher des US-Außenministeriums und des Pentagons blieben aber hart und sagten auch kurz vor der Auslieferung des System noch, die Türkei müsse mit Konsequenzen rechnen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu gab sich unbekümmert. "Der Prozess ist auf Kurs", sagte er am Freitag in einem kurzen TV-Interview. Man sei dabei, die Genehmigungen für weitere Flüge und anreisendes Personal auszustellen. "Es gibt kein Problem."

Dem Staatssender TRT zufolge soll die Türkei "vier Batterien" der Raketenabwehr bestellt haben. In Russland freut man sich über das gelungene Geschäft mit einem Nato-Staat. Russland bereit, die militärisch-technische Zusammenarbeit mit der Türkei noch auszubauen, sagte der Verteidigungsexperte Franz Klinzewitsch im russischen Föderationsrat am Freitag. Es gebe zahlreiche moderne Waffengattungen neben dem S-400-System, die für das Land von Interesse sein könnten. Er lud auch andere Staaten ein, sich mit russischen Waffen zu versorgen. "Die Türen sind offen", sagte er.

Wann und wo die S-400 nun eingesetzt werden, war am Freitag noch unklar. Präsident Erdogan hatte am Montag gesagt, der Generalstab der Streitkräfte werde das entscheiden. Im Gespräch waren Medien zufolge die Hauptstadt Ankara selbst, aber auch die Grenze zu Syrien.

Die Nato warnte die Türkei am Freitag aber erneut davor, die S-400 "zu stationieren". "Wir sind besorgt angesichts der möglichen Konsequenzen", sagte ein Bündnissprecher am Freitag in Brüssel. Für die Militärallianz sei es elementar, dass die Streitkräfte der Mitgliedstaaten im multinationalen Rahmen zusammenarbeiten können. Der Sprecher spielte damit darauf an, dass Bündnispartner wie die USA die Zusammenarbeit mit der Türkei einschränken wollen, wenn sie das russische System S-400 stationiert.

Die Türkei hat in den vergangenen Wochen oft versucht, diese Sorgen zu beschwichtigen. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte wiederholt, das System werde nur im Notfall eingesetzt. In der Zeitung "Cumhuriyet" hieß es, die S-400 werde mit einem unabhängigen Radar arbeiten und nicht mit anderen Systemen vernetzt. Dabei geht es auch um die vernetzte Luftabwehr der Nato.

Andere Nato-Mitglieder hatten sich bisher mit öffentlicher Kritik am Deal zurückgehalten. Einige befürchten, dass das Geschäft und der nächste Konflikt mit den USA zu einer weiteren Annäherung zwischen Türkei und Russland führen könnte - und damit zu einer Erosion des Bündnisses. "Alle Seiten haben großes Interesse daran, dass die Allianz keinen Schaden nimmt", sagte ein Nato-Diplomat der dpa.

Die Türkei verfolgte die Ankunft der S-400 gespannt. Bilder der riesigen russischen Frachtmaschinen, die die ersten Lieferungen nach Ankara brachten, liefen nonstop bei vielen TV-Sendern. Weitere Lieferungen hat die Abteilung für Verteidigungsindustrie im Präsidialpalast für die kommenden Tage angekündigt. Bis zum Ende des Sommers sollen russischen Staatsmedien zufolge außerdem "mehr als 120 Raketen" für das System geliefert werden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Weißes Haus: Türkei kann nicht mehr Teil von F-35-Jet-Programm sein. Das Weiße Haus stellte am Mittwoch klar, dass die Türkei wegen des Kaufs des russischen Raketenabwehrsystems S-400 nicht mehr Teil des Programms zum Bau der Kampfjets F-35 sein könne. Die Entscheidung der Türkei, das russische System zu kaufen, mache es unmöglich, dass das Land Teil des F-35-Programmes bleibe, hieß es in einer Stellungnahme des Weißen Hauses. Die Jets könnten nicht neben einem russischen Spionageinstrument eingesetzt werden, das dazu genutzt werde, mehr über die Fähigkeiten der Flugzeuge zu erfahren. Der Kauf der S-400 untergrabe die Verpflichtungen der Nato-Mitglieder untereinander, sich von russischen Systemen fernzuhalten, hieß es in der Mitteilung weiter. WASHINGTON - Die USA haben die Türkei endgültig aus dem F-35-Programm gestrichen. (Boerse, 17.07.2019 - 20:50) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: DZ Bank senkt Rheinmetall auf 'Halten' - Fairer Wert 104 Euro. Analyst Alexander Hauenstein fürchtet laut einer am Mittwoch vorliegenden Studie, dass der Industriekonzern die Jahresziele für seine Autosparte reduzieren wird. Unklar sei, ob das Rüstungssegment die erwarteten Einbußen überkompensieren könne. FRANKFURT - Die DZ Bank hat Rheinmetall vor Zahlen zum zweiten Quartal von "Kaufen" auf "Halten" abgestuft und den fairen Wert von 113 auf 104 Euro gesenkt. (Boerse, 17.07.2019 - 17:05) weiterlesen...

Deutsche Bahn nimmt wieder ICE-Züge von Siemens und Bombardier ab. "Wir werden bereits in den kommenden Tagen fünf ICE-4-Züge abnehmen und sofort im Fahrplan einsetzen", teilte Personenverkehrs-Vorstand Berthold Huber am Mittwoch mit. Zuvor hatte Siemens darüber informiert, dass Hersteller, Betreiber und das Eisenbahnbundesamt sich auf ein Ausbesserungskonzept geeinigt hätten. "Mehr Fahrzeuge bedeuten deutlich mehr Fahrgastkomfort, bedeuten eine bessere Planbarkeit und Pünktlichkeit", teilte Huber mit. Fortan solle wieder im vereinbarten Drei-Wochen-Rhythmus ein neuer Zug dazukommen. BERLIN/MÜNCHEN - Nach Produktionsmängeln beim neuen ICE 4 nimmt die Deutsche Bahn nun wieder die Züge der Hersteller Siemens und Bombardier ab. (Boerse, 17.07.2019 - 16:57) weiterlesen...

Boeing betraut US-Staranwalt nach Abstürzen mit Entschädigungen. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, den US-Staranwalt Kenneth Feinberg und seine Partnerin Camille Biros mit der Verteilung von Geldern aus einem 100 Millionen Dollar schweren Hilfsfonds betraut zu haben. CHICAGO - Der US-Luftfahrtkonzern Boeing holt sich prominente Unterstützung bei der Entschädigung von Angehörigen der Opfer der Flugzeugabstürze in Indonesien und Äthiopien. (Boerse, 17.07.2019 - 16:36) weiterlesen...

Sarif: US-Waffenexporte gefährden Region mehr als iranische Raketen. Die Amerikaner sollten den Verkauf von Waffen an Saddams Nachfolger stoppen, twitterte Sarif am Mittwoch. TEHERAN - US-Waffenexporte an arabische Verbündete gefährden aus Sicht von Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif die Golfregion mehr als iranische Raketen. (Boerse, 17.07.2019 - 15:01) weiterlesen...

Russland auch zur Lieferung von Kampfjets an Türkei bereit. "Aber warum denn nicht? Einen Präzedenzfall gibt es ja schon", sagte der russische Vize-Regierungschef Juri Borissow der Agentur Interfax am Mittwoch. Er lobte, dass die Türkei trotz aller Drohungen der USA beim S-400-Kauf standhaft geblieben sei. MOSKAU - Nach der Lieferung des Luftabwehrsystems S-400 an die Türkei ist Russland auch zum Verkauf seiner Kampfflugzeuge an das Nato-Land bereit. (Boerse, 17.07.2019 - 14:20) weiterlesen...