Deutschland, Branchen

(Angaben zu Mitarbeitern im zweiten Absatz präzisiert.)

13.06.2018 - 16:20:26

WDH/ROUNDUP: Verdi fühlt sich hintergangen - Jetzt gegen Fusion der Provinzial

KIEL/DÜSSELDORF - Die Gewerkschaft Verdi fühlt sich im Fusionsprozess der Provinzial Rheinland und der Provinzial Nordwest hintergangen. Man begleite den Prozess daher nicht mehr konstruktiv wie bisher, sondern wende sich gegen eine Fusion, teilten Verdi-Vertreter aus Nordrhein-Westfalen und von Verdi Nord am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Anteilseigner - Sparkassen sowie Landschaftsverbände - führten offensichtlich Verhandlungen, "die weder mit den Arbeitnehmervertretern noch mit der Gewerkschaft abgestimmt sind und auch so keine Zustimmung erfahren würden". Beide Unternehmen versicherten dagegen am Mittwoch, es sei nichts entschieden und die Mitarbeiter würden selbstverständlich informiert und in den Prozess eingebunden.

Insgesamt wären 6400 Mitarbeiter bei der Provinzial Nordwest in Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern von der Fusion betroffen. Medienberichten zufolge soll es bereits weitgehende Verabredungen geben, die den Sitz des Unternehmens und die Rechtsform betreffen. "Wir sind sehr zornig und auch entsetzt, denn wir haben uns darauf verlassen, dass jeder Schritt in diesem Verfahren offen, transparent und abgestimmt mit der Arbeitnehmerseite erfolgt", kritisierte Verdi.

Verdi attackierte direkt die Präsidentin des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, Liane Buchholz. Sie hatte laut "Süddeutscher Zeitung" den Fusionstermin 1. Januar 2019 genannt. "Wir werden unseren Kurs jetzt neu bestimmen, und wenn Frau Prof. Buchholz als Aufsichtsratsvorsitzende und Vertreterin der Sparkassen meint, Verabredungen (...) nicht einzuhalten, werden wir Antworten darauf finden." Es sei zu befürchten, dass hinter dem Rücken und zu Lasten der Beschäftigten ein Deal gemacht werden soll. "Das werden wir zu verhindern wissen."

Die Gewerkschaft und die betrieblichen Arbeitnehmervertreter fordern "als Voraussetzung zu einer Fusion", dass die Rechtsform und der öffentliche Auftrag einer neuen Gesellschaft abgesichert und eine Fusion nicht als Rationalisierungsinstrument genutzt werde. Die Standorte müssten erhalten bleiben und ein Kündigungsschutz vereinbart werden. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sollten vollumfänglich weiter gelten.

Der Gewerkschaft gehe es vor allem darum, dass bei einer Fusion das neue Unternehmen nicht in eine privatwirtschaftliche Aktiengesellschaft gewandelt werde, die primär Aktionärsinteressen vertrete, sagte Verdi Nord-Sprecher Frank Schischefsky. Die Provinzial Rheinland in Düsseldorf ist eine Anstalt öffentlichen Rechts. Dagegen ist die Provinzial Nordwest in Münster eine Aktiengesellschaft und gehört Sparkassen und Verband.

"Zu einem möglichen Zeitplan sowie zu Rechtsformen, Standort- und Bewertungsfragen im Zusammenhang mit einer möglichen Fusion sind noch keine Entscheidungen gefallen", betonten die beiden Unternehmen. Es werde geprüft, wie weitere Potenziale zur Stärkung der Ertragskraft und der Wettbewerbsfähigkeit erschlossen werden könnten. "Diese Gespräche und Prüfungen laufen intensiv und unverändert ergebnisoffen."

Bereits vor einer Woche hatte dies der Vorstandschef der Provinzial Nordwest, Wolfgang Breuer, in Kiel bei der Bilanzpressekonferenz betont. Die Präsidenten der Sparkassen als Mit-Anteilseigner hätten die Erwartung geäußert, dass bis Jahresende ein Ergebnis für eine Fusion vorliegt. Beide Provinzialgruppen seien in ihren Geschäftsgebieten sehr gut verankert, sähen aber auch die Herausforderungen zum Beispiel durch die Digitalisierung. Es seien viele komplexe Fragen zu klären.

Zu den weiter geltenden Rahmenbedingungen gehöre der Fortbestand des Standorts Kiel, sagte Breuer. Die Vorstände beider Provinzialgruppen hätten im vorigen Jahr empfohlen, sich positiv mit einer Fusion auseinanderzusetzen. Es gehe darum, wie man sich in Bezug auf Arbeitsplatzsicherheit, regionale Bedienbarkeit und andere Punkte im Wettbewerb behaupten könne. Falls eine Fusion beschlossen werde, könne eine Umsetzung schnell folgen. "Ein Wille ist schon erkennbar", sagte Breuer im Blick auf einen möglichen Zusammenschluss.

## Berichtigung

- Im zweiten Absatz, erster Satz, wurde eingefügt: "bei der

Provinzial Nordwest in Westfalen" rpt "bei der Provinzial Nordwest in

Westfalen". Damit wird klargestellt, dass die Mitarbeiter der

Provinzial Rheinland dabei nicht eingerechnet sind.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

SAP droht nach Klage von Teradata ein Rechtsstreit in den USA. Nach eigenen Angaben hat Teradata eine Klageschrift bei einem Gericht in Kalifornien eingereicht. Das Unternehmen fordert eine Unterlassung sowie einen finanziellen Ausgleich. FRANKFURT - Dem Walldorfer Software-Konzern SAP droht in den USA Ungemach: Das IT-Unternehmen Teradata behauptete am Mittwoch, dass der Dax-Konzern über Jahrzehnte geistiges Eigentum gestohlen und seine Marktmacht bei der Datenbank-Software Hana ausgenutzt habe. (Boerse, 20.06.2018 - 18:23) weiterlesen...

Tarifliche Ausschlussfristen gelten nicht für Mindestlohn. ERFURT - Fristen, die die Mindestlohnfortzahlung bei kranken Arbeitnehmern einschränken, sind nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts unwirksam. Dies gelte nicht nur für entsprechende Vereinbarungen im Arbeitsvertrag, sondern auch für tarifliche Regelungen, entschied das höchste deutsche Arbeitsgericht am Mittwoch in Erfurt. Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der fünf Jahre lang bei einem Bauunternehmen beschäftigt war und zuletzt 13 Euro pro Stunde brutto verdiente. Als ihm Mitte September 2015 zum 31. Oktober des Jahres gekündigt wurde, meldete er sich krank. Für September erhielt der Mann noch Lohn, für Oktober nicht mehr. Tarifliche Ausschlussfristen gelten nicht für Mindestlohn (Wirtschaft, 20.06.2018 - 18:20) weiterlesen...

Salvini: Italien will keine Asylbewerber von Deutschland zurücknehmen. Damit sendete er im Asylstreit ein klares Signal an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der mit einer Zurückweisung von Flüchtlingen droht, die in anderen EU-Ländern registriert sind, sich aber in Deutschland aufhalten. "Die italienische Regierung ist ausschließlich bereit, den Italienern zu helfen", sagte der Chef der fremdenfeindlichen Lega am Mittwoch in Rom. ROM - Italiens Innenminister Matteo Salvini will keine Asylbewerber von Deutschland zurücknehmen. (Wirtschaft, 20.06.2018 - 18:11) weiterlesen...

British-Airways-Mutter IAG will nicht mit Lufthansa um Norwegian pokern. Er habe aber auch nicht gehört, dass die Lufthansa wirklich ein Gebot für die hochverschuldete norwegische Fluglinie abgeben wolle, sagte IAG-Chef Willie Walsh am Mittwoch bei einem Treffen der Vereinigung Airlines for Europe (A4E) in Brüssel. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Montag) Interesse an Norwegian bekundet. BRÜSSEL - Die British-Airways-Mutter IAG will nach ihren Übernahmeangeboten für den Billigflieger Norwegian nicht in einen Bieterwettstreit mit der Lufthansa gehen. (Boerse, 20.06.2018 - 18:06) weiterlesen...

Börse in Frankfurt - DAX: Schlusskurse im XETRA-Handel am 20.06.2018 um 17:55 Uhr Frankfurt/Main - An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 20.06.2018 um 17:55 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt. (Sonstige, 20.06.2018 - 18:06) weiterlesen...

Aktien Frankfurt Schluss: Dax stabilisiert sich nach Kursrutsch. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der Gefahren für das weltweite Wirtschaftswachstum birgt, blieb auf dem Börsenparkett das beherrschende Thema. FRANKFURT - Der deutsche Aktienmarkt hat sich zur Wochenmitte von seinen zuletzt klaren Verlusten etwas erholt, wobei die Standardwerte im Dax jedoch nicht so recht vom Fleck kamen. (Boerse, 20.06.2018 - 18:05) weiterlesen...