Siemens Healthineers, DE000SHL1006

AMSTERDAM - Der Medizintechnikkonzern Philips Healthineers deshalb selbst seine zuletzt gesenkte Jahresprognose nicht mehr erfüllen.

12.01.2022 - 11:00:30

Lieferkettenprobleme und Rückstellungen verhageln Philips das Quartal. An der Börse sorgte dies für lange Gesichter, die Aktie stand am Mittwochmorgen abgeschlagen am Ende des EuroStoxx 50 .

hatte bereits im Oktober die Jahresprognose gesenkt, doch selbst diese Ziele erweisen sich nun als zu optimistisch. Die enormen Auswirkungen der Corona-Pandemie im Winterquartal seien so vom Konzern nicht erwartet worden, räumte der Philips-Chef vor den Analysten ein.

So deutet sich für das Gesamtjahr 2021 nun ein Umsatz von 17,2 Milliarden Euro an, dies entspricht den Angaben zufolge auf vergleichbarer Basis einem Minus von einem Prozent. Zuletzt hatte das Management für den Jahreserlös ohne die Effekte von Übernahmen oder Wechselkursveränderungen noch einen Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Die operative Marge (Ebita-Marge) dürfte auf 12 Prozent zurückgehen, nach 13,2 Prozent im Jahr 2020. Auch hier hatte sich Philips im Oktober noch eine leichte Verbesserung erhofft.

Das Auftragsplus für das Gesamtjahr 2021 bezifferte der Konzern auf 4 Prozent, dieses sei im Schlussquartal vor allem durch prozentual zweistelliges Auftragswachstum im Geschäft mit Diagnose- und Behandlungsgeräten getrieben worden, hieß es.

Die endgültigen Zahlen für das vergangene Jahr will Philips am 24. Januar veröffentlichen. Dann werde es auch Aussagen zum Jahr 2022 geben, sagte van Houten. Der Manager griff aber schon ein wenig vor und erklärte, dass er auf gewisse Nachholeffekte in den kommenden Quartalen hofft.

Nicht nur die Lieferkettenschwierigkeiten, auch die problematischen Beatmungsgeräte beschäftigen Philips schon seit Monaten. Im Juni vergangenen Jahres hatte die US-Tochter Philips Respironics bestimmte Schlaf- und Beatmungsgeräte zurückgerufen, weil sich ein Teil aus Polyurethanschaum zersetzen und giftig werden könnte.

Der Konzern arbeitet inzwischen eng mit der Arzneimittelbehörde FDA in den USA zusammen, auf beiden Seiten werden Tests wegen der möglichen gesundheitlichen Belastungen durchgeführt. Erste ermutigende Zwischenergebnisse hatte der Konzern im Dezember bekannt gegeben, doch es seien noch viele weitere umfassende Untersuchungen zu möglichen gesundheitlichen Risiken notwendig, so van Houten.

Während die konzerneigenen Studien zwar noch bis in das zweite Quartal andauern dürften, erhöhte Philips in diesem Zusammenhang seine Rückstellungen hierfür um rund 225 Millionen Euro. Grund: Es müssten mehr Maschinen als zuvor gedacht überarbeitet werden. So sollen nun in Abstimmung mit den Behörden auch bestimmte ältere Geräte ersetzt werden.

Weltweit dürften damit insgesamt 5,2 Millionen Geräte betroffen sein. Die entsprechenden Kapazitäten hierfür seien vorhanden, sagte van Houten, und das gesamte Rückrufprogramm werde voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen. Der Konzern schließt nunmehr aber noch weitere Rückstellungen in diesem Zusammenhang sowie wegen Rechtsstreitigkeiten nicht aus.

@ dpa.de