Amazon Aktie: 717 Milliarden verdrängen Walmart
05.06.2026 - 14:22:31 | boerse-global.de
Ein historischer Moment für den Tech-Riesen: Amazon hat Walmart von Platz eins der Fortune-500-Liste verdrängt. Erstmals in der über dreißigjährigen Firmengeschichte führt der E-Commerce- und Cloud-Konzern das Ranking der umsatzstärksten US-Unternehmen an. Die am Donnerstag veröffentlichte Rangliste basiert auf dem Umsatz von 2025 – und der lag bei 717 Milliarden Dollar.
Der Aktienkurs reagierte verhalten. Am Freitag notiert Amazon bei 217,15 Euro, ein Minus von 0,73 Prozent zum Vortag. Rund 8,8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 238,05 Euro bleibt Luft nach oben. Dabei ist die fundamentale Story stark.
AWS treibt den Erfolg
Das Zugpferd ist klar die Cloud-Sparte Amazon Web Services. AWS steuerte 129 Milliarden Dollar zum Gesamtumsatz bei – und wuchs 2025 mit 20 Prozent doppelt so schnell wie das nordamerikanische Retailgeschäft. Dieser Trend beschleunigte sich im ersten Quartal 2026 noch: AWS legte um 28 Prozent zu, Retail nur um zwölf Prozent. Ohne die hohen Margen der Cloud-Sparte wäre Amazons Aufstieg kaum denkbar.
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Parallel investiert der Konzern massiv in die Zukunft. Allein am Donnerstag verkündete Amazon ein milliardenschweres Modernisierungsprogramm: Über zehn Milliarden Euro fließen in europäische Logistikzentren, inklusive neuer Robotik. 25.000 neue Stellen entstehen. Zudem startet Prime in Südafrika – ein weiterer Schritt in die globale Expansion.
Zwischen Stellenabbau und Effizienz
Doch der Erfolg hat eine Kehrseite. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, strich Amazon rund 30.000 Stellen zwischen Oktober und Januar. CEO Andy Jassy treibt den Kampf gegen Bürokratie voran – nicht zuletzt, um die milliardenschweren KI-Investitionen zu stemmen. Gleichzeitig verschärft Amazon die Liefervorgaben für Händler, um die Zustellgenauigkeit zu erhöhen.
Die Marke von 717 Milliarden Dollar Umsatz ist ein Meilenstein. Ob die Anleger den Aktienkurs daraus neue Impulse gewinnen, hängt von den kommenden Quartalszahlen ab. Das Cloud-Wachstum und die Margenentwicklung bleiben die entscheidenden Gradmesser.
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