Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Öl, Gas

SINGAPUR / WASHINGTON / RIAD - Nach den Drohnenangriffen auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien sind die Ölpreise am Montag deutlich gestiegen.

16.09.2019 - 06:53:24

Nach Angriffen auf Saudi-Arabien ziehen Ölpreise deutlich an. In den ersten Handelsminuten waren die Preise für Öl bis zu 20 Prozent geklettert, bevor sie einen Teil des Anstiegs wieder abgaben. Zuletzt verteuerte sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 5,99 Dollar oder knapp zehn Prozent auf 66,21 Dollar - und damit auf den höchsten Stand seit Mitte Juli. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 4,84 Dollar oder knapp neun Prozent auf 59,68 Dollar zu. Auch diese Sorte war zuletzt Mitte Juli so teuer.

US-Präsident Donald Trump genehmigte die Freigabe von nationalen Ölreserven im Falle von Engpässen. Er schrieb am Sonntagabend auf Twitter, ausgehend von dem Angriff, "der sich auf die Ölpreise auswirken könnte", habe er - falls erforderlich - die Freigabe genehmigt. Die Menge habe er noch nicht festgelegt, aber sie werde ausreichend sein, "um die Märkte gut zu versorgen". Die Energieagentur IEA in Paris sieht zunächst keine Versorgungsprobleme. Vorerst seien die Märkte gut mit reichlich kommerziellen Beständen versorgt.

Die Auswirkungen auf den deutschen Markt und für die Autofahrer hierzulande dürften sich nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Grenzen halten. "Aus Saudi-Arabien kommt kaum Öl nach Deutschland - 2018 war es ein Prozent", sagte ein Verbandssprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Eine Engpass-Gefahr beim Öl besteht für Deutschland also nicht."

Der globale Ölpreis könnte sich zwar kurzfristig erhöhen. Ob sich das spürbar und dauerhaft auf deutsche Tankkunden auswirke, sei aber offen. Andere Länder seien mittelfristig in der Lage, ihre Fördermengen auszuweiten und den Ausfall so zu kompensieren. Der aktuelle Ölpreis der maßgeblichen Nordsee-Sorte Brent sei im langjährigen Vergleich eher niedrig. Der Preis habe schon mal über längere Zeit bei mehr als 100 Dollar gelegen.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, rechnet damit, dass sich der Ölpreis nach einem kräftigen Anstieg voraussichtlich schnell wieder normalisieren werde. "Dauerhaft steigende Ölpreise und folglich Belastungen für die Konjunktur sind nur zu erwarten, wenn das Ölangebot tatsächlich dauerhaft verknappt wird", sagte Fuest der Deutschen Presse-Agentur. Die Anrainerstaaten des persischen Golfs produzierten gut ein Drittel des weltweiten Öls. Wenn es dort zu einem massiven bewaffneten Konflikt käme, wäre die globale Ölversorgung gestört, und die Preise würden deutlich steigen: "Derzeit spricht jedoch wenig dafür, dass es dazu kommt."

Wie ernst der Schaden sei und wie lange es dauere, bis die Produktionskapazität in Saudi-Arabien wieder voll hergestellt werden könne, sei ungewiss, schrieb Unicredit-Chefvolkswirt Erik Nielsen in London. Die Störung des Ölkreislaufs sei ziemlich bedeutend, urteilte Mele Kari, Chef des staatlichen nigerianischen Ölförderers Nigerian National Petroleum Corporation, im Interview des Finanzsenders Bloomberg TV. "Wenn sie anhält, könnte sie eine große Herausforderung für den Ölmarkt sein."

Energieanalyst Joe McMonigle von der Investmentberatung Hedgeye Risk Management sagte, sollten die USA ihre strategische Ölreserve anzapfen, könnte das - insbesondere bei einer koordinierten Aktion mit der Internationalen Energieagentur (IEA) - einen rasanten Anstieg der Ölpreise dämpfen.

Experten sehen ein Eingreifen der USA denn auch nicht als ausgemachte Sache. Bis eine Schadensfeststellung verfügbar sei, könne er nicht abschätzen, wie wahrscheinlich das Anzapfen der nationalen US-Reserven ist, sagte der US-amerikanische Analyst Robert McNally, der früher Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats war und heute als Experte für die in Washington ansässige Energieberatungsfirma Rapidan Energy arbeitet. "Ich vermute, das ist nur eine verbale Beruhigungsmaßnahme", sagte er. "Wenn der Schaden nicht immens ist, bezweifle ich, dass wir ein Anzapfen sehen werden."

Laut Rapidan Energy ist die betroffene Raffinerie in Abkaik die wichtigste Öleinrichtung der Welt. "Abkaik ist das Herz des Systems, und sie hatten gerade eine Herzattacke", sagte Roger Diwan vom Marktforscher IHS Markit. Nach ersten offiziellen Angaben aus Riad vom Wochenende haben die Angriffe zu einem drastischen Einbruch der Produktionsmenge geführt. Die Ölproduktion sei um 5,7 Millionen Barrel auf etwa die Hälfte des üblichen Tages-Volumens zurückgegangen, hatte die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA berichtet.

Dabei handele es sich um einen vorübergehenden Effekt, der zudem durch die Einspeisung vorhandener Ölreserven teilweise kompensiert werde. Laut der US-Energieagentur USEIA hat Abkaik eine Rohöl-Verarbeitungskapazität von rund 7 Millionen Barrel täglich.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ölpreise gefallen - Schwache Aktienmärkte belasten. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 56,84 US-Dollar. Das waren 83 Cent weniger als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 78 Cent auf 51,27 Dollar. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise haben am Dienstag ihre jüngste Erholung unterbrochen. (Boerse, 18.02.2020 - 17:34) weiterlesen...

Ölpreise geben mit Aktienmärkten nach. Ernüchterung kam vor allem durch fallende Aktienkurse zustande. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 56,69 US-Dollar. Das waren 98 Cent weniger als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 77 Cent auf 51,28 Dollar. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise haben am Dienstag ihre jüngste Erholung unterbrochen. (Boerse, 18.02.2020 - 12:46) weiterlesen...

Russland muss doch 50 Milliarden Schadenersatz für Yukos zahlen. Russland müsse doch 50 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zahlen, urteilte ein Gericht in Den Haag im Berufungsverfahren am Dienstag. Das Gericht gab damit einer Klage der früheren Aktionäre statt. Das russische Justizministerium in Moskau kündigte an, gegen diese Entscheidung vor dem höchsten Gericht der Niederlande vorzugehen. DEN HAAG/MOSKAU - Russland hat im milliardenschweren Dauerstreit mit den Altaktionären des zerschlagenen Ölkonzerns Yukos eine Niederlage erlitten. (Boerse, 18.02.2020 - 11:04) weiterlesen...

Ölpreise geben nach. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 57,12 US-Dollar. Das waren 55 Cent weniger als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel auf 51,71 Dollar, das waren 34 Cent weniger als Montag. Größere Impulse hatte es zum Wochenauftakt wegen des Feiertags in den USA nicht gegeben. SINGAPUR - Die Ölpreise haben am Dienstag ihre jüngste Erholung unterbrochen. (Boerse, 18.02.2020 - 08:03) weiterlesen...

Ölpreise kaum verändert. Größere Impulse gab es zum Wochenauftakt nicht. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 57,24 US-Dollar. Das waren acht Cent weniger als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI stieg dagegen geringfügig um zwei Cent auf 52,07 Dollar. NEW YORK/LONDON - Die Ölpreise haben sich am Montag wenig bewegt und damit die Stabilisierung der vergangenen Handelstage fortgesetzt. (Boerse, 17.02.2020 - 13:20) weiterlesen...

Litauen scheitert endgültig mit Milliarden-Klage gegen Gazprom. Nach Angaben des Energieministeriums in Vilnius lehnte der Oberste Gerichtshof Schwedens einen Antrag auf Überprüfung der bisherigen Urteile von untergeordneten Instanzen ab. Dies meldete die Agentur BNS am Montag. VILNIUS - In einem jahrelangen Streit mit dem russischen Gaskonzern Gazprom ist Litauen mit einer Schadenersatzklage über knapp 1,5 Milliarden Euro endgültig gescheitert. (Boerse, 17.02.2020 - 12:59) weiterlesen...