Öl, Gas

MOSKAU - Der russische Präsident Wladimir Putin hat die europäische Energiepolitik als "wirtschaftlichen Selbstmord" bezeichnet.

17.05.2022 - 17:09:29

Putin: Europa begeht mit Energiepolitik 'wirtschaftlichen Selbstmord'. "Es ist offensichtlich, dass mit dem Weggang von russischen Energieträgern aus Europa in andere Regionen der Welt auch die Möglichkeit einer Erhöhung der wirtschaftlichen Aktivität geht", sagte Putin mit Blick auf die Debatte um ein Öl-Embargo der EU gegen Russland. Er äußerte sich am Dienstag bei einer Sitzung zur Entwicklung der Öl-Wirtschaft.

Die Energiegroßmacht hatte stets gelassen reagiert auf die Sanktionen des Westens im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, darunter auch auf ein US-Einfuhrverbot für russisches Öl. Russland profitiert insgesamt von den hohen Öl- und Gaspreisen. Putin sagte, dass schon jetzt die hohen Energiepreise die Konkurrenzfähigkeit der Industrie in der EU schmälerten. Das Land selbst will verstärkt nach Asien umschwenken.

"Der Verzicht auf russische Energieressourcen bedeutet, dass Europa systematisch, für eine langfristige Perspektive die Region mit den höchsten Energiekosten in der Welt wird", sagte Putin. Schon jetzt verliere Europa im Vergleich zur Konkurrenzfähigkeit anderer Regionen. Dieser Prozess werde sich beschleunigen.

Putin meinte, Europa ignoriere den Schaden für die eigene Wirtschaft. Dabei sei klar, dass einzelne Länder eine so hohe Abhängigkeit etwa von russischem Öl hätten, dass sie nicht dauerhaft darauf verzichten könnten. Ungarn etwa unterstützt Pläne für ein Öl-Embargo der EU gegen Russland nicht.

Putin sprach von nicht durchdachten chaotischen Schritten einiger "Partner", die Russland für sich selbst zu Nutzen machen müsse. Angesichts der Vielzahl von Sanktionen, die auch die Fördertechnik bei der Öl-Gewinnung betreffen, forderte er die Entwicklung eigener technischer Grundlagen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Russland kündigt Rückzug von Schlangeninsel an. KIEW - Russland will nach eigenen Angaben seine Truppen von der eroberten Schlangeninsel im Schwarzen Meer zurückziehen. Damit solle gezeigt werden, dass Russland den Export von Getreide und landwirtschaftlichen Produkten aus der Ukraine nicht behindere, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag in Moskau. "Am 30. Juni haben die russischen Streitkräfte als Zeichen des guten Willens die ihnen zugewiesenen Aufgaben auf der Schlangeninsel abgeschlossen." Zuvor hatte die Ukraine einen Angriff auf die Insel gemeldet. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht zu überprüfen. Russland kündigt Rückzug von Schlangeninsel an (Wirtschaft, 30.06.2022 - 21:57) weiterlesen...

Hürde für Bidens Klimaagenda: Gericht zeigt Umweltbehörde Grenzen auf. Der Supreme Court entschied am Donnerstag in Washington, dass es nicht zu den Befugnissen der US-Umweltbehörde Epa gehöre, weitreichende Regeln und Vorschriften für Treibhausgasemissionen festzulegen. Hintergrund ist eine Klage der Kohlelobby. Der Fall nahm vor Jahren mit einem Gesetz der Regierung von Präsident Barack Obama seinen Anfang, das aktuell so gar nicht mehr in Kraft ist. WASHINGTON - Rückschlag für US-Präsident Joe Biden im Kampf gegen den Klimawandel: Das höchste US-Gericht hat die Fähigkeit der Regierung geschwächt, ihre Umweltpolitik voranzutreiben. (Wirtschaft, 30.06.2022 - 21:13) weiterlesen...

Johnson: China verletzt Zusagen aus Vereinbarung über Hongkong. Jahrestag der Übergabe Hongkongs an China hat der britische Premierminister Boris Johnson Peking vorgeworfen, seine Zusagen für die frühere britische Kolonie zu brechen. Es könne inzwischen nicht mehr darüber hinweggesehen werden, "dass Peking seit einiger Zeit seine Verpflichtungen nicht mehr einhält", sagte der konservative Politiker in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. Das bedrohe sowohl die Freiheit und die Rechte der Hongkonger als auch deren Wohlstand, so der Premier weiter. LONDON - Kurz vor dem 25. (Wirtschaft, 30.06.2022 - 21:04) weiterlesen...

Putin macht Industriespionage zur Priorität für Auslandsgeheimdienst. "Wie auch schon früher liegt eine der Prioritäten bei der Arbeit des (Auslandsgeheimdienstes) SWR darin, die Entwicklung des Industriepotenzials zu unterstützen", sagte Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstag bei einem im Staatsfernsehen übertragenen Besuch im Stabquartier des SWR. Dies sei angesichts der westlichen Sanktionen besonders wichtig, hob er hervor. Die Arbeit von Agenten sei eine der wichtigsten überhaupt. Sie müssten nicht nur Informationen aus der Industrie beschaffen, sondern auch die Basis für die strategische Planung und Analyse internationaler Prozesse liefern, so der Kremlchef. MOSKAU - Der Kreml setzt angesichts der westlichen Sanktionen auf Industriespionage zur weiteren Entwicklung Russlands. (Wirtschaft, 30.06.2022 - 21:03) weiterlesen...

RKI: Dominierende Variante BA.5 legt noch zu - jetzt bei 66 Prozent. Ihr Anteil habe nach jüngsten Erkenntnissen - einer Stichprobe von vorletzter Woche - knapp 66 Prozent betragen, wie im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend ausgewiesen ist. In der Woche davor hatte der Anteil von BA.5 bei etwa 52 Prozent gelegen. BERLIN - Die seit einiger Zeit in Deutschland dominierende Omikron-Subvariante BA.5 hat nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zuletzt noch einmal zugelegt. (Wirtschaft, 30.06.2022 - 20:41) weiterlesen...

KORREKTUR: Fortum sieht Deutschland bei Uniper in der Pflicht (Berichtigung: Das indirekte Zitat im letzten Satz wurde durch ein direktes Zitat ersetzt. (Boerse, 30.06.2022 - 20:18) weiterlesen...