Öl, Gas

LONDON - Die Ölpreise haben sich am Mittwoch nach einer heftigen Talfahrt in den vergangenen Tagen vorerst stabilisieren können.

14.11.2018 - 12:25:24

Ölpreise stabilisieren sich nach Sinkflug. Händler begründeten dies mit einem Medienbericht, der auf die Möglichkeit einer deutlichen Förderkürzung durch den Verbund "Opec-Plus" schließen lässt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete gegen Mittag 65,94 US-Dollar. Das waren 49 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 10 Cent auf 55,79 Dollar.

Die jüngste Stabilisierung folgt auf eine lange Verluststrecke. Seit Anfang Oktober sind die Ölpreise um gut 25 Prozent eingebrochen. Allein seit Wochenbeginn waren die Preise um in der Spitze zehn Prozent gefallen.

Befeuert wurde der jüngste Preisrückgang durch eine skeptische Nachfrageprognose der Opec. Das Ölkartell geht für kommendes Jahr von einem wesentlich geringeren Bedarf an Opec-Öl aus. Zudem sorgte US-Präsident Donald Trump einmal mehr für Aufregung. Zu Wochenbeginn hatte er die Ölpreise erneut als zu hoch bezeichnet und Saudi-Arabien indirekt dazu aufgefordert, die Rohölproduktion hoch zu halten.

Belastet wurden die Ölpreise darüber hinaus durch die zuletzt schwächere Konjunktur in vielen Industrie- und Schwellenländern. Die Wirtschaftslage in großen Schwellenländern wie China oder Indien spielt am Rohölmarkt eine wichtige Rolle, weil ihr Rohstoffhunger besonders ausgeprägt ist.

Eine hohe Bedeutung kommt zudem der Sanktionspolitik der USA gegenüber dem Opec-Land Iran zu. Die lange angekündigten und Anfang November in Kraft getretenen Strafmaßnahmen wegen des iranischen Atomprogramms fielen längst nicht so scharf aus, wie zuvor befürchtet worden war. Zahlreichen wichtigen Abnehmern iranischen Rohöls wurden großzügige zeitweilige Ausnahmen zugebilligt. Die Angst vor einer Erdölknappheit ist deshalb der Erwartung eines Rohölüberschusses gewichen.

Die Stabilisierung zur Wochenmitte führten Marktteilnehmer auf die Möglichkeit von Förderkürzungen durch große Förderländer wie Saudi-Arabien zurück. Schon zu Wochenbeginn hatte der saudische Ölminister Khalid Al-Falih eine Reduzierung der Ölexporte seines Landes für Dezember angekündigt und sich für eine Förderkürzung im kommenden Jahr um eine Million Barrel je Tag ausgesprochen. Fachleute deuteten dies als Reaktion auf den Einbruch der Rohölpreise.

An den Märkten wurde am Mittwoch spekuliert, dass eine Förderkürzung, sollte sie denn kommen, noch etwas höher ausfallen könnte als von Al-Falih vorgeschlagen. Der Opec-Plus-Verbund trifft sich Anfang Dezember zu einem seiner regelmäßigen Zusammenkünfte. Dort dürfte über derartige Vorschläge diskutiert werden. Zurzeit gilt eine Einwilligung Russlands - mit Saudi-Arabien der größte Opec-Plus-Produzent - als ungewiss. Russlands Energieminister Alexander Nowak hatte sich zuletzt eher gegen eine Förderkürzung ausgesprochen.

@ dpa.de

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