ATX, AT0000999982

WIEN - Die Wiener Börse hat den Handel am Donnerstag mit leichten Kursgewinnen beendet.

20.05.2022 - 18:11:57

Aktien Wien Schluss: Leitindex gegen europäischen Trend im Plus. Der Leitindex ATX schloss um 0,19 Prozent höher auf 3205,92 Einheiten, der breiter gefasste ATX Prime legte um 0,07 Prozent auf 1612,01 Zähler nach. An den wichtigsten europäischen Aktienmärkten ging es hingegen deutlich bergab - Themen wie hohe Preise, steigende Zinsen und konjunkturelle Probleme wegen der gestörten Lieferketten wiegen weiterhin schwer, schreibt die Helaba.

BERLIN - Busse und Bahnen in ganz Deutschland werden im Sommer für Millionen Fahrgäste drastisch billiger. Der Bundesrat machte am Freitag den Weg für 9-Euro-Monatstickets im Juni, Juli und August frei, die überall im Nah- und Regionalverkehr gelten. Damit kann der bundesweite Verkauf bei der Bahn und anderen Anbietern an diesem Montag starten, mancherorts läuft er schon. Gelten sollen die Tickets, die zu den Entlastungspaketen der Ampel-Koalition wegen der hohen Energiekosten gehören, ab 1. Juni. Sie sollen auch ein großes Schnupperangebot für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sein - parallel zu Steuerentlastungen beim Spritpreis an den Tankstellen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte im Bundesrat, mit dem 9-Euro-Ticket sei der ÖPNV jetzt in aller Munde. "Viele, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln bisher weniger am Hut hatten, wollen dem Nahverkehr in den kommenden drei Monaten eine Chance geben." Für den pünktlichen Start war nun das Ja der Länderkammer nötig. Sie stimmte dem vom Bundestag beschlossenen Finanzierungsgesetz zu. Demnach gibt der Bund unter anderem 2,5 Milliarden Euro als Ausgleich für Einnahmeausfälle der Verkehrsanbieter. Die Länder untermauerten aber ihre dringende Forderung nach generell mehr Bundesgeld für den ÖPNV.

Die Tickets kosten pauschal 9 Euro pro Kalendermonat - für beliebig viele Fahrten in Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Zügen des Nah- und Regionalverkehrs überall in Deutschland. Nicht genutzt werden können Fernzüge und Fernbusse. Zu kaufen sind die Tickets an Automaten, Schaltern oder online bei den Verkehrsunternehmen. Die Branche plant auch eine gemeinsame Internet-Verkaufsplattform.

Automatische Entlastung bringen die Tickets Millionen Pendlerinnen und Pendlern mit Abos - denn sie sind viel günstiger als normale Monatskarten. Wer ein Monats - oder Jahresabo hat, soll in den drei Monaten nur mit jeweils 9 Euro belastet werden. Geregelt werden soll das nach Branchenangaben über reduzierten Bankeinzug oder Erstattung der Differenz. Bei Semester- oder Jobtickets soll es ähnlich laufen.

Die Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, die Bremer Senatorin Maike Schaefer (Grüne), sprach von einer "tollen Chance" für den ÖPNV, sich zu präsentieren. Das Ticket sei auch als klimafreundliche Antwort auf den Tankrabatt unbedingt nötig. Das Ringen um generell mehr Geld ist auch nur aufgeschoben. Der Bundesrat warnte in einer Entschließung, die jetzigen Mittel reichten bei weitem nicht, um eine nachhaltige Verbesserung des gesamten Angebots zu sichern. Wissing unterstrich in einer Protokollerklärung, der Bund stehe über die Sonderaktion hinaus zu einer "zukunftsgerichteten Finanzierung" des ÖPNV. Und der Bund will den Ausgleich für des 9-Euro-Ticket nun auch schnellstmöglich überweisen, um die Liquidität der Verkehrsunternehmen zu sichern.

Die praktische Umsetzung vor Ort dürfte ohnehin eine Kraftanstrengung werden, wie gleich mehrere Minister im Bundesrat klar machten. Schleswig-Holsteins Ressortchef Bernd Buchholz (FDP) monierte, dass nun ein "freundliches Ferienticket" daraus geworden sei, das auch noch bundesweit gelte. Dies werde dazu führen, dass es weniger zu einer Entlastung von Pendlern komme, sondern "die Küsten überlaufen werden", etwa im Verkehr zur Ostsee oder zur Nordseeinsel Sylt. Er habe für sein Land schon für einen Millionenbetrag extra Kapazitäten bestellt, "damit wir nicht im Chaos versinken".

Wissing hob hervor, dass das "Mammutprojekt" in kurzer Zeit gemeinsam mit den Ländern und der Branche auf die Beine gestellt wurde. Die Hauptarbeit komme nun auf die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe zu. An manchen Tagen und auf manchen Strecken werde es vollere Züge geben. Ein so günstiges Ticket führe zu vielen Nutzerinnen und Nutzern. "Da müssen wir uns vielleicht an der einen oder anderen Stelle auch mit einem Lächeln begegnen, wenn man mal einen Zug nicht nehmen kann und auf den nächsten wartet." Mit der Aktionszeit im Sommer könnten die Tickets für Ferienreisen genutzt werden. Zudem seien ja auch nicht drei Monate lang Ferien, sagte Wissing mit Blick auf Pendler.

Das Ticket soll nun auch alle entlasten, die nicht Auto fahren. Das sei grundsätzlich ein guter Ansatz, sagte der Verkehrsexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Jens Hilgenberg, der Deutschen Presse-Agentur. Noch wichtiger sei dauerhaft deutlich mehr Geld für bessere Angebote in der Fläche. "Durch das 9-Euro-Ticket fährt erstmal kein zusätzlicher Bus im ländlichen Raum."

Nach dem Ende der Aktionszeit sollen die Ticketpreise zudem wieder auf die normalen Tarife hochgehen. Verbraucherschützer warnten schon, dass dann auch Preiserhöhungen wegen steigender Energiekosten für Busse und Bahnen drohen könnten. Wie groß die Umsteigelust unter Autofahrern ist, muss sich auch noch zeigen. Denn zeitgleich kommt eine Kostenbremse beim Tanken, die der Bundesrat passieren ließ. Ebenfalls von Juni bis Ende August wird die Energiesteuer gesenkt. Wie das Finanzministerium bestätigte, bedeutet das eine Entlastung von 35,2 Cent pro Liter Benzin und von 16,7 Cent pro Liter Diesel.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Aktien Wien Schluss: - Wienerberger stark gesucht. Dass der Sentix-Konjunkturindikator für den Euroraum im Juli gestiegen ist, anstatt wie von Experten prognostiziert zu fallen, setzte keine deutlichen Impulse. Auch die positive Eröffnung an der Wall Street brachte keinen zusätzlichen Rückenwind. WIEN - Die Wiener Börse ist am Montag mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. (Boerse, 08.08.2022 - 18:05) weiterlesen...

Aktien Wien Schluss: ATX gibt zum Wochenende leicht nach. Nach einem zunächst ruhigen Handel drückten US-Arbeitsmarktdaten die Aktienmärkte nach unten. Der Leitindex erholte sich aber danach wieder und schloss mit einem leichten Minus von 0,32 Prozent bei 3024,30 Punkten. Der ATX Prime büßte 0,28 Prozent ein auf 1528,90 Zähler. WIEN - Die Wiener Börse ist am Freitag mit moderaten Abschlägen aus dem Handel gegangen. (Boerse, 05.08.2022 - 18:24) weiterlesen...

Aktien Wien Schluss: Voest-Aktie nach Zahlen tiefer. Der ATX stieg um 0,95 Prozent auf 3033,90 Punkte. Auch an den europäischen Leitbörsen herrschte eine positive Anlegerstimmung vor. An der Wall Street gab es im Verlauf hingegen leichte Rückgänge zu sehen, nachdem die US-Börsen am Vorabend noch deutlich zugelegt hatten. WIEN - Die Wiener Börse hat am Donnerstag mit fester Tendenz geschlossen. (Boerse, 04.08.2022 - 18:08) weiterlesen...

Aktien Wien Schluss: BAWAG und Erste Group klar im Plus. Der ATX konnte um 0,31 Prozent auf 3005,43 Punkte zulegen. Positiv werteten Marktbeobachter eine erfreuliche Stimmung an den europäischen Leitbörsen und an der Wall Street, nachdem überraschend gut ausgefallene US-Konjunkturdaten die Sorgen wegen der Spannungen zwischen den USA und China wegen des Themas Taiwan etwas zurückgedrängt worden waren. WIEN - Die Wiener Börse hat am Mittwoch mit befestigter Tendenz geschlossen. (Boerse, 03.08.2022 - 18:04) weiterlesen...

Aktien Wien Schluss: ATX leicht schwächer. Der ATX fiel 0,66 Prozent auf 2996,08 Einheiten. Auch das europäische Umfeld zeigte sich mit Abschlägen. WIEN - Die Wiener Börse hat am Dienstag mit schwächerer Tendenz geschlossen. (Boerse, 02.08.2022 - 18:09) weiterlesen...