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Personalmangel, Gastronomie

Thomas Holenstein, Gesch?ftsf?hrer der Precom Group, spricht im HOGAPAGE-Interview ?ber die Personalsituation in der Gastronomie und die M?glichkeiten, um die Branche als attraktiven Arbeitgeber zu etablieren.

13.07.2021 - 07:03:27

Personalfluktuation ist die Achillesferse der Gastro-Branche

Luzern (pts004/13.07.2021/07:00) - Thomas Holenstein, Gesch?ftsf?hrer der Precom Group, spricht im HOGAPAGE-Interview ?ber die Personalsituation in der Gastronomie und die M?glichkeiten, um die Branche als attraktiven Arbeitgeber zu etablieren.

Wie sehen Sie die aktuelle Personalsituation in der Gastronomie? Der Fachkr?ftemangel ist ja nicht nur in Deutschland oder ?sterreich, sondern auch in der Schweiz sp?rbar. Dass es so kommt, war eigentlich abzusehen. Wenn man den Markt die letzten Monate beobachtet hat, dann konnte man eine Abwanderung feststellen. Viele waren auch gezwungen, sich neu zu orientieren, weil das Kurzarbeitergeld - in der Schweiz 80 bis 88 Prozent des Lohns - nicht ausgereicht hat. Und die Arbeitskr?fte aus der Gastronomie sind in anderen Branchen beliebt: Der Einzelhandel hat beispielsweise in den vergangenen Monaten gezielt Gastro-Mitarbeiter abgeworben, da sie daf?r bekannt sind, anpacken zu k?nnen.

W?rden Sie nicht sagen, dass sich der Trend schon vor der Corona-Krise abgezeichnet hat? Doch. Die Personalfluktuation ist die Achillesferse der Branche. Die Pandemie hat das Problem allerdings noch einmal verst?rkt.

Wie kann man die Gastronomie wieder f?r Arbeitnehmer attraktiv machen? Am wirksamsten ist es, die L?hne anzuheben, um die Wertsch?tzung f?r entsprechende Jobs zu steigern. Die Gastronomie ist eine sehr lebhafte Branche, in der man bei der Arbeit extrem viel Spa? haben kann - vor allem, wenn man jung ist -, aber es muss unbedingt besser entlohnt werden. Vielerorts l?uft das Gesch?ft - etwa wegen den geltenden Regularien - nur schleppend wieder an.

Wie k?nnen dennoch h?here L?hne finanziert werden? Ich habe daf?r auch kein Patentrezept, aber Ans?tze, wie es funktionieren k?nnte: Im ersten Schritt m?ssen wieder G?ste f?r die Lokale generiert werden. Viele Gastronomen haben zwar schon einige G?ste, aber diese reichen nicht f?r eine gute Auslastung. In der Schweiz wurde deshalb die Kampagne # SICHERGENIESSEN ins Leben gerufen. Entsprechendes Marketing ist f?r Gastronomen gerade entscheidend und die Bereitschaft darin zu investieren muss da sein. Das ben?tigt sicherlich einige Monate Anlaufzeit. Dann kommt Schritt zwei: In der Gastronomie gab es in den vergangenen eineinhalb Jahren einen extremen Aufschwung bei der Digitalisierung. Gastronomen m?ssen lernen, diese M?glichkeiten einzusetzen, um sich zu pr?sentieren und Reichweite zu generieren. Aber auch in der Preisstruktur muss sich etwas ?ndern: Der Gast muss lernen, dass gutes Essen seinen Preis hat. Gleichzeitig d?rfen Gastronomen ihr Business nicht nur als "Kalorienaufnahme Ort" sehen. Sie m?ssen Erlebnisse bieten. Das Plus, das so generiert wird, kann dann den Mitarbeitern zugutekommen, sodass alle in der Co-Wirtschaft der Gastronomie zufriedener sind.

Haben Sie Tipps, wie Gastronomen diese Preiserh?hungen am besten kommunizieren? Offen und ehrlich ?ber alle verf?gbaren Marketing-Kan?le. Wichtig ist jedoch auch das Auftreten eines Unternehmens bei diesem Schritt. Ist etwa die Website oder das ganze Erscheinungsbild nicht mehr zeitgem?? gestaltet, sind h?here Preise beispielsweise schwerer zu vermitteln. Nat?rlich muss man nicht von heute auf morgen alles umkrempeln. Mit wenig Aufwand l?sst sich jedoch schon einiges erreichen. Man muss nur mal ein bisschen googlen und erh?lt sofort gute Tipps und Tricks.

Bis entsprechend Ma?nahmen greifen und mehr Geld in die Kassen der Gastronomen flie?t, dauert es eine Weile. Wie k?nnen Gastronomen dem Fachkr?ftemangel kurzfristig entgegenwirken? Viele Gastronomen standen etwa dem Take-away zun?chst skeptisch gegen?ber, haben im Laufe der Pandemie jedoch die Vorteile kennengelernt. Die in den vergangenen Monaten entwickelten Konzepte sollte man daher nicht einfach von heute auf morgen verwerfen, nur weil die Restaurants nun wieder ?ffnen d?rfen. Sie sollten aufrechterhalten und vielleicht sogar ausgeweitet werden. Denn der Gast will k?nftig einerseits im Restaurant das Besondere erleben, sich andererseits aber auch mittags schnell etwas zu Essen holen oder bestellen. Gastronomen sollten die Chance nutzen und dadurch unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und somit mehr Umsatz zu generieren. Eine aktuelle Umfrage von Pogastro.com bei seinen Gastronomiekunden hat zudem gezeigt, dass viele dazu bereit w?ren, ihre verf?gbaren Arbeitskr?fte zu teilen. Ein Koch k?nnte dann beispielsweise stundenweise in einem anderen Lokal aushelfen.

Wie k?nnen Gastronomen die vorhandenen Mitarbeiter im Unternehmen halten? Einerseits spielen hier nat?rlich wieder die L?hne eine Rolle. Andererseits wollen die Mitarbeiter auch einfache Prozesse. Ich komme hier wieder auf die digitalen M?glichkeiten zur?ck: Man kann vieles in einem Unternehmen digital abbilden, die Mitarbeiter damit entlasten und Prozesse optimieren. Die Personalplanung beispielsweise l?sst sich mit digitalen Tools besser handhaben. Zus?tzlich kann eine Jobrotation einf?hrt werden, sodass es immer neue Impulse f?r die Mitarbeiter gibt. Aber auch Fortbildungen f?r die F?hrungskr?fte sind wichtig, um sich zu verbessern, den F?hrungsstil der Zeit anzupassen und effizienter zu arbeiten.

Wie sehen die zuk?nftig die Personalsituation in der Gastronomie? Mittel- bis langfristig werden Serviceroboter eine gro?e Rolle spielen. In der Schweiz und in Deutschland kommen sie vereinzelt bereits heute schon zum Einsatz - und Technologie kann man nicht aufhalten. Entweder man nutzt sie oder wird von ihr ?berrollt. Serviceroboter k?nnen genau so ein Szenario mit sich bringen. Alle Arbeiten, die schwer sind oder sich immer wiederholen - wie etwa Tische abr?umen - k?nnen von ihnen ?bernommen werden, sodass sich der Mensch auf die Aufgaben konzentrieren kann, die Empathie erfordern - wie etwa die Interaktion mit dem Gast. Das h?rt sich vielleicht futuristisch an, aber die ersten Schritte in die Richtung sind bereits gemacht. In zehn Jahren k?nnte es bereits einen gro?en Anteil an Robotern in der Gastronomie geben. Wir als Gastronomie Digitalisierer investieren gerade sehr in diese Technologie und verbinden sie geschickt mit unseren weiteren digitalen Angeboten.

(Ende)

Aussender: Pogastro Switzerland Ansprechpartner: Lara Tel.: +41 41 500 75 51 E-Mail: lara@pogastro.com Website: www.pogastro.com/services

Luzern (pts004/13.07.2021/07:00)

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