Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Unternehmensrecht, Gesetz

?sterreich hat akuten Aufholbedarf bei der Information und Umsetzung der EU-Whistleblowing-Richtlinie.

25.11.2021 - 17:32:28

Whistleblowing als Chance f?r Wirtschaftsstandort und Gesellschaft. Dabei sehen Experten in Hinweisgebersystemen gro?es Potenzial f?r Korruptionsbek?mpfung, mehr Transparenz und Vertrauen in Unternehmen und Politik, so der Tenor einer Veranstaltung des Instituts f?r Interne Revision.

Wien (pts052/25.11.2021/17:30) - ?sterreich hat akuten Aufholbedarf bei der Information und Umsetzung der EU-Whistleblowing-Richtlinie. Dabei sehen Experten in Hinweisgebersystemen gro?es Potenzial f?r Korruptionsbek?mpfung, mehr Transparenz und Vertrauen in Unternehmen und Politik, so der Tenor einer Veranstaltung des Instituts f?r Interne Revision.

Bereits 2019 hat die EU die Whistleblower-Richtlinie - gedacht zum "Schutz von Personen, die Verst??e gegen das Unionsrecht melden" - erlassen. Am 17. Dezember 2021 endet die Frist f?r die Umsetzung der EU-Direktive in nationales Recht. Ab dann m?ssen Unternehmen ab 250 Mitarbeitern ein Hinweisgebersystem installiert haben, eine schrittweise Ausweitung auf kleinere Unternehmen und Gemeinden wird folgen.

Doch wie weit ist die Umsetzung in ?sterreich? Was genau bedeutet die Richtlinie f?r heimische Unternehmen und Institutionen? Und: Welche Chancen, aber auch Herausforderungen bergen Whistleblowing-Tools? Zu diesen brennenden Fragen diskutierte eine hochkar?tige ExpertInnen-Runde auf Einladung des Instituts f?r Interne Revision ?sterreich, moderiert von der Journalistin Karin Bauer (Der Standard).

Kurz vor zw?lf: Akuter Aufholbedarf bei Umsetzung und Information Knapp drei Wochen vor Fristende gibt es in ?sterreich bisher keinen offiziellen Begutachtungsentwurf. Dazu Stephanie Propst, Expertin f?r Arbeit, Soziales und Gesundheit in der Industriellenvereinigung: "Eine Umsetzung bis 17. Dezember wird sich wohl nicht ausgehen." Insbesondere da es noch eine Begutachtungsfrist geben wird und danach erst der parlamentarische Prozess eingeleitet wird, werde sich das vermutlich bis Jahresende nicht mehr ausgehen. "Man wird zudem ?bergangsfristen treffen m?ssen", h?lt Propst fest.

Optimistischer zeigt sich Rechtsanwalt und Compliance-Spezialist Alexander Petsche (Baker McKenzie). Zwar seien noch einige Punkte offen, der Entwurf sei aber weit gediehen. "Dass er bis zum 17.12. beschlossen wird, wage ich zu bezweifeln, aber er sollte zumindest in den Nationalrat gelangen." Er gibt jedenfalls Entwarnung f?r alle, die noch kein Hinweisgebersystem installiert haben: "Es gibt keine direkten Sanktionen, etwa in Form von Bu?geldern. Unternehmen sollen motiviert werden, wirksame und vertrauensw?rdige Whistleblowing-Systeme zu implementieren. Die Richtlinie sieht vor, dass der internen Meldung Priorit?t einger?umt wird. Wenn der Hinweis direkt an die Strafverfolgungsbeh?rden oder an die Medien geht, ist das wegen schlechter Publicity eine indirekte Sanktion."

Gottfried Berger, Unternehmensberater und Vorstandsvorsitzender des Instituts f?r Interne Revision, sieht jedenfalls akuten Handlungsbedarf, auch bei der Aufkl?rung: "Zu viele Unternehmen haben nicht die n?tige Awareness und wissen noch nicht, was auf sie zukommt. Zum einen, weil es die gesetzliche Grundlage noch nicht gibt, zum anderen, weil sie nicht wissen, wie sie das System implementieren sollen."

Gro?es Potenzial bei Korruptionsbek?mpfung und f?r mehr Transparenz "Transparenz und Korruptionsbek?mpfung sind in den letzten Jahren immer st?rker in den Fokus ger?ckt und man merkt, dass sich die Einstellung zu diesen Themen ?ndert. Ich denke, wir sind derzeit auf einem guten Weg, denn es gibt eine Vielzahl an Instrumenten und Bewegungen, die in diese Richtung wirken. Whistleblowing hat das Potenzial, massiv zu mehr Transparenz, Vertrauen und Ehrlichkeit in unserer Gesellschaft und im wirtschaftlichen Umfeld beizutragen", so Berger weiter.

Christina Jilek, eine der 12 ProponentInnen des Antikorruptionsvolksbegehrens und fr?here Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanw?ltin, sieht dies ?hnlich. Whistleblowing k?nne in zweierlei Hinsicht gegen Korruption wirken: "Einerseits pr?ventiv - denn Transparenz ist der gr??te Feind der Korruption und Whistleblowing ein weiterer Schritt in Richtung Transparenz. Andererseits in der Aufkl?rung - denn gerade im Bereich der Korruption und Wirtschaftskriminalit?t ist man h?ufig auf die Informationen von Insidern angewiesen. Diese m?ssen ein gesch?tztes System mit ausreichend Anreizen vorfinden, um ihr Wissen zu teilen und den Stein der Strafverfolgung ins Rollen zu bringen."

Weit gediehene Gesetzesentw?rfe und Diskussionen ?ber einen Kulturwandel kennt Josef Barth, Experte f?r Transparenz & Informationspolitik, zur Gen?ge. "Das reicht nicht. Transparenz ist nicht Pathologie, sondern Akutmedizin: Sie ist nur sinnvoll, wenn man die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt hat. Deshalb ist es wichtig, dass es Menschen und Systeme gibt, die rechtzeitig auf Missst?nde hinweisen." Whistleblowing sei ein gutes Tool, um einen Prozess in Richtung mehr Informationsfreiheit anzusto?en. Die Politik sei jetzt in der Pflicht und m?sse Verantwortung ?bernehmen.

Whistleblowing als Krisenprophylaxe: Vertrauen ist Trumpf Das Thema Hinweisgebersysteme ist bereits in den Betrieben angekommen, auch die Unternehmen haben Interesse daran zu wissen, wenn etwas vorgefallen ist, berichtet Stephanie Propst. "Es gibt schon jetzt gut funktionierende, zentral eingerichtete Hinweisgebersysteme in den Unternehmen. Es ist daher wichtig sicherzustellen, dass bestehende Systeme auch weiterhin verwendet werden d?rfen."

Der wichtigste Aspekt, damit interne Meldesysteme auch angenommen werden, ist Vertrauen. Das best?tigt auch Fiona Springer, Whistleblowing-Expertin der Finanzmarktaufsicht (FMA), die bereits seit fast acht Jahren sehr erfolgreich ein Hinweisgebersystem betreibt. "Das Vertrauen der Mitarbeiter in ein internes Hinweisgebersystem und die damit verkn?pften Prozesse ist essenziell, sonst wenden sich Hinweisgeber nach extern, etwa an die Medien." Um dieses Vertrauen zu gewinnen, m?sse zun?chst garantiert werden, dass Hinweisgeber anonym bleiben und nicht technisch ausgeforscht werden k?nnen. Es brauche zudem das Bekenntnis des Unternehmens, dass Hinweise ernstgenommen werden - zum eigenen Vorteil: "Whistleblowing ist eine Chance f?r Unternehmen, Missst?nde rechtzeitig aufzudecken und Probleme selbst zu l?sen. Wenn Mitarbeiter intern einen Hinweis geben, ist das auch ein Commitment, das Unternehmen in der ?ffentlichkeit vor Schaden zu bewahren."

Richtige Umsetzung sch?tzt vor Denunziantentum Auch Tipps aus der Praxis wurden im Rahmen der Diskussion an die rund 150 Online-Teilnehmer weitergegeben. "Man sollte auf jeden Fall in ein gutes System investieren. Es muss Kommunikation, Datenschutz, Anonymit?t und Transparenz sicherstellen, manipulationssicher sein, Zugriffsrechte und L?schprozesse steuern, nachweisen, wann und wo Kontakt aufgenommen wurde - und dies im Ernstfall auch vor Gericht dokumentieren k?nnen. Eine L?sung, die dies alles kann, schafft Vertrauen", r?t Gottfried Berger.

Zudem sollten im Vorfeld die Zust?ndigkeiten gekl?rt werden - denn Hinweise k?nnen Korruption ebenso wie Mobbing oder Arbeitsrecht betreffen. Pr?destiniert als Erstanlaufstelle sind laut den Experten die Interne Revision oder auch Compliance-Abteilungen. Beide seien darin ge?bt, Hinweisen professionell nachzugehen, diese aufzuarbeiten und k?nnten Meldungen zielgerichtet kanalisieren. Auch die Bildung von Gremien oder das Outsourcen an objektive Spezialisten sei empfehlenswert.

F?r Unternehmen, die bef?rchten, dass Whistleblowing dem Denunziantentum Vorschub leistet, hat Fiona Springer praktische Tipps, um missbr?uchlicher Verwendung vorzubeugen: "Erstens muss man den Meldegegenstand klar beschreiben und aufzeigen, welche Informationen n?tzlich sind. Zweitens m?ssen Hinweisgeber aufgekl?rt werden, wie und wann sie gesch?tzt sind. Denn vors?tzlich falsche Meldungen k?nnen auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen." In diesem Sinne muss man auch den Schutz derer sicherstellen, die vom Hinweis betroffen sind. "Auch ein im Nachhinein entkr?fteter Vorwurf hinterl?sst Spuren", h?lt Springer fest. "Sind diese Punkte ber?cksichtigt, Prozesse transparent und steht die F?hrungsetage hinter dem Angebot, muss man sich um missbr?uchliche Verwendung nicht sorgen."

"GRC Experts": Professionelle Unterst?tzung f?r Unternehmen Die neu gegr?ndete Expertenplattform "GRC Experts | Powered by Institut f?r Interne Revision" bietet umfassende Unterst?tzung bei der Implementierung und beim Betrieb von Whistleblowing-Systemen. Zum Einsatz kommt eine cloudbasierte Web-Applikation "made in Austria", die absolute Anonymit?t gew?hrleistet und rund um die Uhr verf?gbar ist. Das Leistungsportfolio von GRC Experts reicht von der Beratung ?ber die individualisierte Implementierung der Applikation nebst Einschulung bis hin zum laufenden Management (inkl. Monitoring und Reporting) und optionalen Leistungen wie juristischer Beratung oder Sonderuntersuchungen. F?r n?here Informationen kontaktieren Sie bitte thomas.schwalb@internerevision.at.

Impressionen der Diskussion und Kurzbeschreibungen der Teilnehmer finden Sie hier: https://presse.skills.at/News_Detail.aspx?id=145751&menueid=25063

?ber das Institut f?r Interne Revision - IIA Austria Das Institut f?r Interne Revision ( https://www.internerevision.at ), zielt auf die F?rderung und Entwicklung der Internen Revision in ?sterreich ab. Die T?tigkeiten des Instituts mit Sitz in Wien sind nicht auf Gewinn ausgerichtet, sondern gemeinn?tzig und unpolitisch. Zu seinen Hauptaufgaben z?hlen der nationale und internationale Erfahrungsaustausch, die Information ?ber Interne Revision, die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis, sowie die Erarbeitung und laufende Adaptierung von Grunds?tzen und Methoden. Ein wesentliches Ziel ist auch die Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Internen Revision im Rahmen der Akademie f?r Interne Revision. Das Institut z?hlt derzeit rund 2.000 Mitglieder aus allen Sparten der ?sterreichischen Wirtschaft.

(Ende)

Aussender: The Skills Group Ansprechpartner: Verena Scheidl Tel.: +43-(0)1-505 26 25-65 E-Mail: scheidl@skills.at Website: www.skills.at

Wien (pts052/25.11.2021/17:30)

@ pressetext.de