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PRAG / BUDAPEST / WARSCHAU - Die Börsen in Osteuropa haben am Dienstag erneut überwiegend mit Kursverlusten geschlossen.

07.09.2022 - 19:11:00

Aktien Osteuropa Schluss: Überwiegend Verluste - Prager Börse moderat im Plus. Moderat zulegen konnte nur der tschechische Aktienmarkt, während die Handelsplätze in Budapest, Warschau und Moskau negative Vorzeichen aufwiesen. Vor allem am polnischen Markt ging es merklich abwärts.

schlossen RWE 7,2 Prozent höher. Mit zwischenzeitlich rund elf Prozent Kursplus hatten sie sich zuvor ihrem Elf-Jahreshoch bei 43,97 Euro aus dem Mai genähert.

Nach einem Vorschlag aus der EU-Kommission könnten die Preise für nicht mittels Gas erzeugten Strom auf 200 Euro pro Megawattstunde begrenzt werden. Summen, die darüber hinausgehen, sollen etwa an Verbraucher umverteilt werden, wie aus einem ersten Entwurf für ein Gesetz hervorgeht, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die EU-Länder sollen die Mehreinnahmen demnach selbst einsammeln. Zuvor hatten die "Financial Times" und das "Handelsblatt" darüber berichtet.

Der Gesetzesentwurf bescherte auch dem Solar- und Windparkbetreiber Encavis Kursgewinne von zehn Prozent und damit den ersten Platz im MDax. Die Aktien des von Gaslieferungen besonders abhängigen Uniper-Konzerns reduzierten nach einem weiteren Rekordtief ihren Verlust auf rund ein halbes Prozent.

Analysten stuften die kolportierte Summe als überraschend hoch ein. Die Preisgrenze 200 Euro sieht der Goldman-Sachs-Experte Alberto Gandolfi "enorm positiv für die Branche, wenn sie sich bestätigt". Die meisten Pläne der Versorger kalkulierten laut dem Analysten aktuell mit rund 50 Euro je Megawattstunde. Gandolfi selbst hatte eine Preisgrenze von 75 Euro angesetzt.

Die EU sucht nach einer Lösung, die die Preisobergrenze hoch genug ansetzt, um weitere Investitionen in nicht-gasbasierte Technologie nicht auszubremsen. Die genannte Obergrenze liegt damit etwa bei der Hälfte des gegenwärtigen Strompreises auf dem deutschen Großhandelsmarkt, der am Mittwoch etwa 460 Euro betrug. Die im Entwurf genannte Zahl kann sich bis zum endgültigen Gesetzesvorschlag noch ändern. Abgeschöpft werden sollen die Gewinne von Produzenten, die Strom etwa aus Windkraft, Solar, Erdwärme oder Atomkraft herstellen.

Auch Analyst Ahmed Farman vom Investmenthaus Jefferies wertete die kolportierte Preisgrenze positiv für die Versorger. Allerdings müsse mehr getan werden, um das Problem der Energieknappheit anzugehen. Denn niedrigere Preise könnten dazu führen, dass weniger Energie gespart werde.

Kritisch sieht den Vorschlag Börsenkenner Konstantin Oldenburger von CMC Markets: "Dass Unternehmen wie RWE und Eon diese Nachricht positiv aufnehmen, zeugt davon, dass der Markt von einer weitaus niedrigeren Obergrenze ausgegangen war und die Strompreise dadurch nicht merklich fallen sollten."

@ dpa.de