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PARIS / LONDON - Zinserhöhungen in Großbritannien, der Schweiz und Norwegen sowie am Vorabend in den USA haben den Investoren an Europas Börsen am Donnerstag die Lust auf Aktien verdorben.

22.09.2022 - 18:23:01

Aktien Europa Schluss: Zinserhöhungen belasten die Börsen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rutschte um 1,85 Prozent auf 3427,14 Zähler ab. Der Index vermied nur haarscharf einen Rücksetzer auf ein weiteres Tief seit zwei Monaten. Seit Jahresbeginn haben sich die Verluste auf mehr als 20 Prozent ausgeweitet.

1,87 Prozent auf 5918,50 Zähler ein. In London war der Verlust des FTSE 100 mit 1,08 Prozent auf 7159,52 Punkte etwas geringer. Unterstützung erhielt der "Footsie" von Rohstoffaktien wie Rio Tinto , Glencore und Anglo American , die von steigenden Preisen für Rohstoffe profitierten.

Unter den Einzelwerten bekamen vor allem Banken den Rückenwind der Zentralbanker zu spüren. Sie schlugen sich auf dem Sektortableau am besten. Aktien der italienischen Intesa Sanpaolo und der spanischen Santander schlossen im schwachen Gesamtmarkt mit Gewinnen. Die Geldhäuser können bei steigenden Kapitalmarktzinsen im Kreditgeschäft und im Anleihehandel die Erträge steigern. Unicredit stiegen sogar um mehr als fünf Prozent nach optimistischen Aussagen der Bank zum laufenden Jahr.

Anders die Aktien von Credit Suisse, die im späten Handel unter Druck gerieten und 5,5 Prozent einbüßten. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, dem zufolge das schweizerische Geldhaus Kontakt zu Investoren aufnimmt in Sachen Kapitalerhöhung. Zudem erwäge die Bank einen Ausstieg aus dem US-Markt, hieß es in dem Bericht.

Leidtragende der steigenden Zinsen waren hingegen die Technologiewerte , die als besonders zinssensibel gelten. Der Sektor verlor mehr als vier Prozent. Zu den Verlierern zählte etwa der Chipindustrie-Ausrüster ASML , dessen Aktien gut fünf Prozent verloren. Auch die Aktien des Chip-Konzerns Infineon standen unter Druck.

Als Verlierer steigender Zinsen gilt auch der Immobiliensektor, dessen Sektorindex um mehr als vier Prozent absackte auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren. Mit steigenden Zinsen verteuert sich nicht nur das Bauen und Instandsetzen, sondern auch die Refinanzierung der Immobiliengesellschaften selbst.

Zu den größten Verlierern unter den kleineren Werten zählte der britische Wasserstoff-Spezialist Ceres Power . Der Kurs brach in London um mehr als 15 Prozent ein. Das Management ließ wissen, dass eine wichtige Kooperation mit Bosch und der chinesischen Weichai erst 2023 starten könne und nicht wie geplant im zweiten Halbjahr. Für 2022 schmälere das die Einnahmen.

@ dpa.de

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