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PARIS / LONDON - Nach Gewinnen am Vortag ist es am Freitag an den europäischen Aktienmärkten wieder abwärts gegangen.

18.05.2018 - 18:37:41

Aktien Europa Schluss: Verluste vor allem in Italien - Eurostoxx mit Wochenplus. Besonders trübe war das Bild einmal mehr bei italienischen Aktien, weil die Regierungsbildung die Anleger nach wie vor nervös machte. Anderswo war nach zuletzt gutem Lauf von Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende die Rede.

sank um 0,13 Prozent auf 5614,51 Punkte. In London gab der FTSE 100 um 0,12 Prozent auf 7778,79 Punkte nach.

Wegen der Situation in Italien schlossen die italienischen Eurostoxx-Mitglieder Eni , Enel und Intesa Sanpaolo allesamt im Minus - mit Abgaben zwischen 0,3 und 2,5 Prozent. Bankenwerte litten europaweit unter den italienischen Verhältnissen, weil europakritische Bewegungen für sie mehr Unsicherheiten bedeuten. Um die Dividendenauszahlungen einiger Indexmitglieder bereinigt, waren Banco Santander , BBVA und Deutsche Bank im Eurostoxx neben Intesa unter den größten Verlierern.

In der Branchenwertung des marktbreiten Stoxx-600-Index gab es viele Verlierer, allen voran der Telekomsektor mit fast 2 Prozent und der Autosektor mit etwa 1 Prozent Minus. Dies stand allerdings auch mit dem Dividendenabschlag bei diversen Branchenwerten in engem Zusammenhang, darunter die Deutsche Telekom und BMW .

Im Blick der Anleger standen ansonsten erneut einige Geschäftsberichte großer europäischer Konzerne. Im EuroStoxx schlossen die Aktien von Vivendi wegen enttäuschender Umsatzzahlen 1,6 Prozent schwächer. Kritik musste das Unternehmen am Markt vor allem einstecken, weil es keine neuen Hinweise zur Zukunft des Musikgeschäfts gab, das Vivendi ausgliedern will.

Die Aktien von Astrazeneca verloren in London angesichts eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal rund 2 Prozent. Allerdings hatten sie am Vortag den höchsten Stand seit elf Monaten erreicht. Das Kerngeschäft des britischen Pharmakonzerns schwächle deutlicher als befürchtet, was den guten Start einiger neuer Medikamente überschatte, schrieb Analyst Keyur Parekh von Goldman Sachs in einer ersten Reaktion.

Größter Verlierer im britischen "Footsie" waren die Glencore -Aktien mit einem Kursrutsch um 4,4 Prozent. Sie begaben sich aus Sorgen vor einer drohenden Korruptionsuntersuchung bei den Geschäften im Kongo auf Talfahrt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf Kreise berichtet, britische Behörden stünden kurz vor einer offiziellen Untersuchung.

In der Schweiz brachen die Aktien des Luxusunternehmens Richemont als Schlusslicht im SMI um mehr als 5 Prozent ein, nachdem Vorschusslorbeeren die Aktien am Vortag auf ein Rekordhoch geschickt hatten. Analysten zahlreicher Banken sprachen unisono von verfehlten Erwartungen.

@ dpa.de