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PARIS / LONDON / MAILAND - Ein euroskeptischer Entwurf für einen Koalitionsvertrag zwischen Fünf Sterne und Lega in Italien hat am Mittwoch italienische Aktien gehörig unter Druck gesetzt.

16.05.2018 - 18:40:25

Europa Schluss: Weiter ohne klare Richtung - Italien-Kursrutsch. Der Leitindex MIB büßte in Mailand mehr als 2 Prozent ein. Ansonsten waren die europäischen Börsen insgesamt eher richtungslos.

um 0,26 Prozent auf 5567,54 Punkte hoch. In London legte der FTSE 100 um 0,15 Prozent auf 7734,20 Punkte zu.

Nach wie vor stehen die Börsen im Spannungsfeld zwischen steigenden Renditen an den Anleihemärkten und dem schwachen Euro. Die Renditen auf die als besonders sicher geltenden US-Anleihen hielten sich zur Wochenmitte auf ihrem erhöhten Niveau. Das weckt bei Investoren teilweise Sorgen vor den Folgen für hoch verschuldete Unternehmen, für die sich die Refinanzierung tendenziell verteuern dürfte. Experten warnen schon lange vor einer vom jahrelangen Billiggeld der US-Notenbank Fed getriebenen Schuldenblase in den USA.

Der Euro geriet indes unter Druck, da sich in Italien eine eurokritische Regierung abzeichnet. Dies erhöht zwar die Sorgen um die Zukunft der Gemeinschaftswährung. Hiesige Unternehmen können aber durchaus davon profitieren, weil ein schwacher Euro tendenziell ihre Exporte günstiger macht.

Den stärksten Sektor in der Stoxx-600-Branchenübersicht stellten die Minenwerte mit einem deutlichen Anstieg um 2,8 Prozent. Marktanalyst David Madden von CMC Markets sprach hier von einer Gegenreaktion auf Verluste vom Vortag, andere Experten vermuteten dahinter die Aussicht auf ein knappes Angebot an den Rohstoffmärkten.

Versorger- und Bankenwerte hingegen bildeten die Schlusslichter. Ihre Branchenindizes verloren jeweils gut 1,3 Prozent. In beiden Branchen fielen vor allem italienische Aktien mit großen Verlusten auf, allen voran die Papiere der Großbank Unicredit mit 4,7 Prozent Minus. Finanzwerte allgemein litten unter der Gefahr, dass die neue italienische Regierung einen teilweisen Schuldenerlass fordern könnte. Händlern zufolge kann dies für Banken hohe Abschreibungen nach sich ziehen.

Unter den Einzelwerten standen in Paris der Bahntechnikkonzern Alstom mit Quartalszahlen im Fokus. Alstom beeindruckte laut der US-Bank JPMorgan vor allem mit seinem Auftragseingang im ersten Geschäftshalbjahr. Auch das konzerneigene Umsatzwachstum und das bereinigte operative Ergebnis waren sehr stark ausgefallen. Die Papiere sprangen letztlich um 3,8 Prozent hoch.

In London waren die Blicke auf den Luxusgüterhersteller Burberry gerichtet, dessen Vorsteuergewinn im abgeschlossenen Geschäftsjahr besser ausfiel als erwartet. Der Aktie bescherte dies in London ein Plus von gut 3,5 Prozent. Wettbewerber Kering profitierte mit, er vollzog an diesem Mittwoch aber auch seinen Komplettausstieg bei der Sportartikel-Tochter Puma. Seine Aktien gewannen mehr als 2 Prozent hinzu.

Die Papiere des Software-Unternehmens Micro Focus gehörten nach einem starken Umsatzausblick mit einem Plus von mehr als 6 Prozent zu den Spitzenwerten im Londoner "Footsie". Titel des Wettanbieters Paddy Power profitierten mit ähnlich hohen Kursgewinnen von Gesprächen über eine Übernahme von FanDuel, einem US-Anbieter von Fantasiesport-Spielen.

@ dpa.de

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