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Stoxx 50, EU0009658160

PARIS / LONDON - EnttĂ€uschende Konjunkturdaten haben den EuroStoxx 50 zu Wochenbeginn ins Minus gedrĂŒckt.

23.09.2019 - 18:25:36

Aktien Europa Schluss: EuroStoxx 50 leidet unter schlechter Unternehmensstimmung. Der Leitindex der Eurozone verlor am Montag 0,96 Prozent auf 3536,97 Punkte. Am Freitag war das Börsenbarometer noch auf den höchsten Stand seit Mai 2018 geklettert.

hingegen ging es lediglich um 0,26 Prozent auf 7326,08 Punkte nach unten. Hier stĂŒtzte das weiter schwache Pfund, das Exporte in LĂ€nder außerhalb Großbritanniens erleichtern kann.

Die Unternehmensstimmung in der Eurozone hatte sich im September ĂŒberraschend eingetrĂŒbt und den tiefsten Stand seit mehr als sechs Jahren erreicht. Sowohl in der stark angeschlagenen Industrie als auch im stabileren Dienstleistungssektor waren die Indikatoren gesunken.

Dazu sorgten die jĂŒngsten Entwicklungen im US-chinesischen Handelsstreit vom Wochenende fĂŒr neue Unsicherheit unter den Anlegern. Nach zweitĂ€gigen Vorbereitungen in Washington fĂŒr die Anfang Oktober geplante Wiederaufnahme der Verhandlungen hatte die chinesische Seite am Samstag zwar von "konstruktiven Diskussionen" gesprochen, aber gleichzeitig fĂŒr neue Irritationen gesorgt. Ein geplanter Besuch chinesischer Delegationsteilnehmer in den beiden landwirtschaftlich geprĂ€gten Bundesstaaten Montana und Nebraska wurde kurzfristig abgesagt.

US-PrĂ€sident Donald Trump wiederum hatte die Notwendigkeit einer raschen Einigung heruntergespielt: Er brauche nicht zwangslĂ€ufig vor der PrĂ€sidentenwahl im November 2020 ein Handelsabkommen, hatte Trump Ende vergangener Woche im Weißen Haus gesagt.

Im Fokus stand europaweit der Reisesektor , nachdem der britische Touristikkonzern Thomas Cook in der Nacht zum Montag ĂŒber seinen Insolvenzantrag informiert hatte. Der Handel mit den Aktien wurde daraufhin gestoppt.

Tui-Aktien schnellten an der FTSE-100-Spitze um gut 7 Prozent nach oben. Commerzbank-Analyst Adrian Pehl sieht den Reisekonzern als mittelfristigen Profiteur davon, dass der Rivale vom Markt verschwindet. Die Chancen fĂŒr eine erfolgreiche Konsolidierung stiegen.

Die Aktien von Easyjet , fĂŒr die die britische Investmentbank HSBC eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte, gewannen 4,6 Prozent. FĂŒr Ryanair ging es um rund 1 Prozent nach oben, wĂ€hrend Air France KLM um mehr als 1,5 Prozent zulegten.

Analyst David Perry von JPMorgan sieht die Airlines durch steigende Volumina, höhere Preise und den Verkauf der Start- und Landerechte der Flotte des insolventen Konzerns Thomas Cook begĂŒnstigt. Perry erinnerte aber daran, dass die grundsĂ€tzlichen Probleme wie der Brexit oder höhere Treibstoffkosten dadurch nicht aus der Welt seien.

Der Bankensektor verzeichnete derweil mit minus 2,12 Prozent die deutlichsten Verluste. Die Aktien litten weiter unter den jĂŒngsten Signalen wichtiger Notenbanken fĂŒr eine noch lockerere Geldpolitik. Niedrige Zinsen sind Gift fĂŒr das TagesgeschĂ€ft der Branche mit Einlagen und Anleihen.

Die Papiere des Stahlherstellers ArcelorMittal schließlich gerieten nach einer Abstufung der Investmentbank Oddo BHF stark unter Druck. Analyst Alain William riet zum Verkauf der Aktien, in der Folge verloren sie als Schlusslicht im CAC 40 rund 6 Prozent.

@ dpa.de

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