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PARIS / LONDON - Durchwachsene Konjunkturnachrichten sowie deutliche Verluste bei Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche haben Europas Börsen am Freitag belastet.

14.08.2020 - 12:02:29

Aktien Europa: Verluste - China-Daten und Quarantänepflicht in Großbritannien. In China hatten Daten zur Industrieproduktion und zur Umsatzentwicklung im Einzelhandel Hinweise nicht mehr ganz so schwungvolle Konjunkturerholung geliefert. Als Belastung hinzu kam, dass im US-Senat bei den Verhandlungen um weitere Corona-Konjunkturhilfen noch immer keine Einigung erzielt wurde.

um 2,02 Prozent auf 4940,63 Punkte ein und der britische FTSE 100 ("Footsie") büßte 2,13 Prozent auf 6053,81 Punkte ein.

Die Anleger blickten zum Wochenschluss insbesondere nach London, denn Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Großbritannien von diesem Samstag an wegen der Virus-Krise wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Frankreich ist nach Spanien das zweitliebste Reiseziel der Briten. Schätzungen zufolge dürften sich dort Hunderttausende Briten aufhalten, die nun bei ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen.

Die Meldung traf insbesondere Aktien von Fluggesellschaften hart. So brachen die Papier von IAG als Schlusslicht im "Footsie" um fast sechs Prozent ein. Die Anteilsscheine von Easyjet büßten knapp sieben Prozent ein, obwohl sich die britische Billigfluggesellschaft mit dem Verkauf eines Teils ihrer Flotte finanziellen Spielraum verschafft hatte. Für die Aktien von Ryanair ging es um rund fünf Prozent nach unten.

Entsprechend skeptisch äußerte sich Marktanalyst Neil Wilson vom Handelshaus Markets: "Abgesehen von den unmittelbaren Schäden, die die Quarantäneentscheidung auf dem Höhepunkt der Schulferien und der Hochsommerzeit verursachen wird, unterstreicht die Maßnahme auch das inhärente Risiko, das Touristen bei der Buchung eines Urlaubs im Ausland eingehen." Das Vertrauen der Verbraucher werde dadurch nicht gestärkt.

Paris will nun auf die britische Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich reagieren und eine gleichwertige Maßnahme für Reisende aus Großbritannien einführen. Angesichts dieser trüben Aussichten gehörten die Papiere der Hotelkette Accor mit einem Minus von fast drei Prozent zu den größten Verlieren im französischen Leitindex. Die Anteilsscheine des weltgrößten Tourismuskonzerns Tui knüpften an ihre jüngsten Verluste an und büßten rund sechs Prozent ein.

Europaweit fiel der Index der Reise- und Freizeitbranche um 2,97 Prozent und fand sich damit im Sektortableau ganz unten wieder. Auch alle anderen Branchen gaben nach, wobei sich die wenig konjunktursensiblen Immobilienwerte mit einem Minus von 0,96 Prozent noch recht wacker schlugen.

@ dpa.de

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