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PARIS / LONDON - Die gute Stimmung an Europas wichtigsten Aktienmärkten hat sich am Tag der Notenbanken im Handelsverlauf merklich eingetrübt.

13.09.2018 - 19:09:43

Aktien Europa Schluss: Gute Stimmung überdauert Zinsentscheide nicht. Zudem fiel an der tonangebenden Wall Street der dortige Leitindex Dow Jones Industrial von seinem frühen Hoch seit Anfang Februar wieder etwas zurück.

rettete bei 3333,68 Punkten nur einen Gewinn von 0,21 Prozent ins Ziel. Der französische Cac 40 drehte sogar ins Minus und schloss 0,08 Prozent tiefer bei 5328,12 Punkten.

In London schwächelten die Kurse schon vor dem Zinsentscheid der Bank of England - auch hier belastete eine anziehende Landeswährung. Zum Handelsende notierte der britische FTSE 100 0,43 Prozent im Minus bei 7281,57 Punkten.

Der Anti-Krisen-Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) neigt sich trotz Risiken für die Weltwirtschaft dem Ende zu. Wie im Juni in Aussicht gestellt, halbieren die Währungshüter das Volumen ihrer monatlichen Anleihekäufe ab diesem Oktober auf 15 Milliarden Euro. Ein Ende des Programms zum Kauf von Staats- und Unternehmenspapieren peilen sie unverändert zum Jahresende an. Der Leitzins blieb wie erwartet auf dem Rekordtief von null Prozent - eine Anhebung kommt frühestens im Herbst 2019 in Frage.

Auch die Bank of England änderte erwartungsgemäß nichts an ihrem Leitzins von aktuell 0,75 Prozent. Anleger rechnen erst im kommenden Mai mit der nächsten Anhebung um 0,25 Prozentpunkte.

Derweil hob die türkische Notenbank im Kampf gegen die Lira-Krise und die hohe heimische Inflation ihren Leitzins überraschend stark an. Sie widersetzte sich damit einem abermaligen Plädoyer von Staatschef Recep Tayyip Erdogan für niedrigere Zinsen. Daraufhin konnten sich sowohl die Landeswährung als auch der türkische Aktienmarkt deutlich erholen.

In der europäischen Branchenübersicht glänzten Autotitel: Deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann 1,04 Prozent. Hier überwog die Hoffnung auf eine Entschärfung des Zollstreits zwischen China und den USA offenbar den starken Euro als Exporthemmnis. US-Präsident Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow bestätigte, dass die USA eine chinesische Delegation zu weiteren Gesprächen zur Lösung des Handelsstreits eingeladen hätten. Am Vortag hatte bereits das "Wall Street Journal" darüber berichtet.

Schlusslicht in der Übersicht war dagegen der um 1,27 Prozent schwächere Index der Einzelhandelsunternehmen. Hier belasteten Nachrichten aus London. Die Aktien von Morrison zeigten nach Zahlen der Supermarktkette zum ersten Geschäftshalbjahr heftige Kursschwankungen und schlossen mehr als 2 Prozent im Minus. Für die Anteilsscheine des Online-Konkurrenten Ocado ging es nach der Zahlenvorlage letztlich um mehr als 1 Prozent nach unten.

@ dpa.de

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