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PARIS / LONDON - Die Anleger haben am Mittwoch Europas wichtigsten Aktienmärkten nach der jüngsten Erholung einen gehörigen Dämpfer verpasst.

17.08.2022 - 18:40:59

Aktien Europa Schluss: Klare Verluste - Zins- und Inflationssorgen wieder da. Für Belastung sorgte ein unerwartet starker Anstieg der britischen Verbraucherpreise, der Spekulationen über eine restriktivere Zinspolitik der Bank of England befeuerte. Zudem hätten viele Anleger nach der jüngsten Sommerrally ihre Kursgewinne versilbert, hieß es.

schloss mit einem Minus von 0,97 Prozent bei 6528,32 Punkten. Der britische FTSE 100 sank um 0,27 Prozent auf 7515,75 Punkte.

"Nach einer überraschend zweistelligen Teuerungsrate in Großbritannien im Juli und vor der Veröffentlichung der Protokolle der letzten US-Notenbanksitzung kehrt mit Inflations- und Zinssorgen ein altes Thema wieder an die Börse zurück, das die Anleger nach den leicht rückläufigen Daten aus den USA vorläufig zumindest etwas verdrängt hatten", kommentierte Analyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets.

Unter den Pharmawerten machte einmal mehr Sanofi durch starke Bewegungen auf sich aufmerksam. Mit einem Abschlag von 5,7 Prozent waren die Titel das Schlusslicht im EuroStoxx. Der Pharmakonzern beendete die Entwicklung des Brustkrebsmedikaments Amcenestrant in einer späten Studienphase. Analyst Peter Welford von der US-Bank Jefferies hatte für das Mittel im Falle einer Zulassung einen Spitzenumsatz von zwei Milliarden US-Dollar prognostiziert.

Besser sah es bei den Versicherern aus. Swiss Life stiegen nach Vorlage der Halbjahreszahlen um 0,3 Prozent. Die Assekuranz hatte mit den Gewinnzahlen die Erwartungen leicht übertroffen, was vor allem auf das weitere Wachstum im gebührenbasierten Geschäft zurückzuführen ist.

An der Spitze der Branchenübersicht standen die Nahrungs- und Genussmittelhersteller. Hier hatte Carlsberg besser als erwartete Quartalszahlen vorgelegt. Sie ließen die Aktie des dänischen Brauers um 3,9 Prozent steigen.

Die Aktien von Cineworld brachen um mehr als 60 Prozent ein, nachdem die britische Kinokette davor gewarnt hat, dass der Mangel an großen Filmen die Besucherzahlen wahrscheinlich bis November beeinträchtigen werde, was die Bemühungen um einen Schuldenabbau erschweren könnte. Cineworld sei noch in Gesprächen über eine mögliche Umschuldung oder eine Umstrukturierung der Bilanz, aber jede Transaktion zum Schuldenabbau werde wohl zu einer erheblichen Verwässerung der bestehenden Aktienanteile führen, hieß es weiter.

Die Papiere von Asos fielen mit einem Verlust von 11,20 Prozent auf. Der Wechsel auf der Position des Finanzchefs stieß offenbar auf wenig Gegenliebe. Gespräche mit Investoren hätten gezeigt, dass diese sich mehr Kontinuität im Top-Management des Online-Händlers wünschten, schrieb UBS-Analystin Olivia Townsend.

@ dpa.de

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