FTSE MIB, IT0003465736

PARIS / LONDON - Das Bekenntnis des italienischen Finanzministers zum Euro hat die Stimmung der Anleger am europäischen Aktienmarkt aufgehellt.

11.06.2018 - 18:30:38

Aktien Europa Schluss: Italienische Pro-Euro-Aussagen sorgen für Gewinne. Das Scheitern des G7-Gipfels und die sich damit zuspitzenden Handelskonflikte zwischen den USA und den anderen Industrienationen hingegen rückten am Montag in den Hintergrund. Zudem hofften viele Investoren vor dem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur auf eine Entspannung im Atomkonflikt der beiden Staaten.

um 0,43 Prozent auf 5473,91 Punkte nach oben und in London stieg der FTSE 100 ("Footsie") um 0,73 Prozent auf 7737,43 Punkte.

Mit einem Plus von 3,42 Prozent ging es für den italienischen Leitindex FTSE MIB besonders deutlich nach oben. Es war der prozentual stärkste Tagesgewinn seit April 2017. Der neue italienische Finanzminister Giovanni Tria will die Zukunft des Landes im Euro garantieren. "Die Position der Regierung ist eindeutig und einhellig. Ein Euro-Austritt kommt nicht in Frage", sagte der Wirtschaftsprofessor der Zeitung "Corriere della Sera".

Zudem soll die Wirtschaft Italiens auf die Beine gebracht werden. "Wir haben ein Programm, das auf Strukturreformen basiert", sagte Tria. Dadurch sollen demnach bessere Konditionen für Investitionen und Beschäftigung geschaffen werden. Der Abbau der immensen Staatsschulden und die Eindämmung des Defizits sollen vorangetrieben werden.

Mit Blick auf Einzelwerte waren denn auch konjunktursensible italienische Bankenaktien gefragt. Die Papiere von Intesa Sanpaolo schnellten an der EuroStoxx-Spitze um 6,64 Prozent in die Höhe und für Unicredit ging es ähnlich stark nach oben. Der Stoxx Europe 600 Banks war entsprechend mit einem Plus von 1,84 Prozent der Favorit im Branchentableau.

Schlusslicht war der Index der Autowerte mit einem Minus von 0,29 Prozent. Neben der anhaltenden Abgasdiskussion treibt Anleger die Angst vor Strafzöllen der USA um.

Unter den größten Verlierern im EuroStoxx 50 waren die Aktien des französischen Baustoffkonzerns Saint-Gobain , die mehr als 2 Prozent einbüßten. Die Analysten der britischen Investmentbank Barclays blickten kritisch auf den französischen Häuser-Baumarkt.

In London verteuerten sich die Aktien von Inmarsat um gut 12 Prozent, nachdem der Satelliten-Betreiber ein Übernahme-Angebot des Wettbewerbers Echostar als zu niedrig zurückgewiesen hatte. Dessen Anteilsscheine gaben zuletzt in New York leicht nach.

An der "Footsie"-Spitze gewannen die Papiere von Evraz rund 7,5 Prozent. Die Ratingagentur Fitch hatte die Bonität des russischen Stahlherstellers hochgestuft und auf die ihrer Meinung nach erfolgreiche Reduzierung der Nettoschulden verwiesen. Im April waren die Anteilsscheine noch wegen der US-Sanktionen gegen russische Unternehmen eingebrochenen. Von diesem Kursrutsch haben sich die Papiere inzwischen erholt.

@ dpa.de