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NEW YORK - Rekordlaune an der Wall Street: Dank der wachsenden Einsicht von Donald Trump in seine Wahlniederlage hat der Dow Jones Industrial am Dienstag erstmals die 30 000-Punkte-Marke übersprungen.

24.11.2020 - 22:27:01

Aktien New York Schluss: Trumps Einsicht treibt Dow über 30 000 Punkte. Im Handelsverlauf stieg der bekannteste amerikanische Aktienindex sogar bis über 30 100 Punkte. Zur Schlussglocke stand noch ein Plus von 1,54 Prozent auf 30 046,24 Zähler zu Buche.

schaffte einen Kurszuwachs von 1,46 Prozent auf 12 079,81 Punkte.

Der Übergang zwischen der Regierung von Amtsinhaber Trump und dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden beginnt. Er habe die Behörden und seine Mitarbeiter angewiesen, mit Biden zu kooperieren, teilte Trump auf Twitter mit. Kurz zuvor hatte die zuständige Behörde GSA Biden als offenkundigen Wahlsieger eingestuft. Damit zeichnet sich das Ende einer wochenlangen Hängepartie um die Führung der Vereinigten Staaten ab.

Diese Entwicklung habe dem Markt "einen Schubs in die richtige Richtung gegeben", schrieb Analyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda. Allerdings habe sich Trumps langes Festklammern an das Präsidentenamt für die Märkte letztlich nicht als so belastend erwiesen wie zuvor befürchtet. Nun stelle sich die Frage, ob es nach der Entscheidung in dieser Sache und angesichts der hoffnungsvoll stimmenden Nachrichten zu Corona-Impfstoffen noch Kurstreiber für eine Rally zum Jahresende gebe "oder ob Investoren nun lieber die Portfolios bereinigen und Gewinne vom Tisch nehmen", so der Marktexperte.

Derweil setzten die Aktien von Tesla ihre Rekordfahrt fort: Sie stiegen um fast sechseinhalb Prozent auf 555,38 US-Dollar. Damit ist der Hersteller von Elektrofahrzeugen nun an der Börse erstmals über 500 Milliarden Dollar wert. Darüber konnte sich vor allem Firmenchef und Großaktionär Elon Musk freuen: Er überholte im Milliardärs-Ranking "Bloomberg Billionaires Index" den Microsoft -Mitgründer Bill Gates und gilt nun als zweitreichster Mensch der Welt.

Anteilscheine von Fluggesellschaften profitierten weiterhin von der Hoffnung auf bald verfügbare Corona-Impfstoffe: American Airlines , Delta Air Lines und United Airlines gewannen bis zu knapp zehn Prozent.

Dagegen war bei den Impfstoffentwicklern nach der jüngsten Kursrally trotz teils weiterer guter Nachrichten erst einmal die Luft raus. Die Papiere von Moderna verloren knapp zweieinhalb Prozent, obwohl das US-Unternehmen mit der EU einen Rahmenvertrag über die Lieferung bis zu 160 Millionen Dosen seines Impfstoffs ausgehandelt hat.

Die EU-Kommission hat nun Verträge mit den Herstellern aller Impfstoffe, denen die besten Chancen für eine rasche Zulassung in den kommenden Wochen gegeben werden. Neben Moderna sind das das Mainzer Unternehmen Biontech mit seinem US-Partner Pfizer sowie der britisch-schwedische Branchenkollege Astrazeneca , der mit der Universität von Oxford kooperiert. Für alle drei Impfstoffe waren in den vergangenen Tagen vielversprechende Testdaten bekannt geworden. Demnach sind alle drei Vakzine wirksam und verträglich. Die in New York gelisteten Aktien von Biontech verloren am Dienstag fast viereinhalb Prozent, während Pfizer moderat im Plus notierten.

Auch abseits des Themas Corona gab es kursbewegende Unternehmensnachrichten. Die Titel von Boeing gewannen über drei Prozent, nachdem bekannt geworden war, dass nach der Wiederzulassung des Unglücksfliegers 737 Max in den USA auch in Europa ein Ende des Startverbots bevorsteht. Geplant sei, den Flugzeugtyp in einigen Wochen wieder abheben zu lassen, teilte die europäische Luftfahrtaufsicht EASA mit.

Die weiter steigenden Ölpreise erreichten den höchsten Stand seit März, was auch den Aktien der Branchenunternehmen Auftrieb gab: Chevron gewannen an der Dow-Spitze rund fünf Prozent, während es für die nicht mehr im Leitindex gelisteten Exxon Mobil um über sechseinhalb Prozent bergauf ging.

Die Aktionäre von Best Buy mussten derweil nach dem zuletzt guten Lauf einen Kursverlust von fast sieben Prozent verkraften. Der Elektronikkonzern legte zwar einmal mehr überraschend starke Quartalszahlen vor, scheut aber weiter vor einer Jahresprognose zurück.

Beim Euro überwog nach einem erneut volatilen Handel letztlich die Käuferseite: Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1889 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1865 (Montag: 1,1901) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8428 (0,8403) Euro gekostet. US-Staatsanleihen blieben unter Druck: Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) sank um 0,06 Prozent auf 138,26 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe betrug 0,88 Prozent./gl/he

Von Gerold Löhle, dpa-AFX

@ dpa.de

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