S&P 500, US78378X1072

NEW YORK - Die US-Börsen sind am Freitag nach einem freundlichen Handelsauftakt in die Verlustzone gedreht.

03.12.2021 - 22:42:04

Aktien New York: Verluste - Weniger Fed-Anleiheläufe wahrscheinlicher. Besonders deutlich ging es für die technologielastigen Nasdaq-Indizes abwärts. Der Arbeitsmarktbericht für November fiel zwar etwas durchwachsen aus, aber laut Marktexperten gut genug, so dass die US-Notenbank (Fed) rascher als noch zuletzt gedacht ihre Anleihekäufe zurückfahren könnte. Das untermauerten auch starke Stimmungsdaten aus dem Nicht-Verarbeitenden Gewerbe für den Monat November sowie die Aufträge für die US-Industrie im Oktober.

verlor am Freitag 0,84 Prozent auf 4538,43 Zähler. An der Nasdaq sackte der Auswahlindex 100 um 1,74 Prozent auf 15 712,04 Punkte ab, was ein Wochenminus von knapp zwei Prozent bedeutet.

Zwar schuf die US-Wirtschaft im November wesentlich weniger Arbeitsplätze als erwartet und auch die Stundenlöhne stiegen weniger stark als gedacht, dennoch habe sich die Erholung fortgesetzt und die Arbeitslosenquote sei erneut gesunken, konstatierte Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba. Für die Fed gebe es daher wohl keinen Grund, von ihren Plänen abzurücken.

Die monatlichen Arbeitsmarktdaten gelten als wichtiger Gradmesser für die weitere Geldpolitik der Fed, deren nächste Sitzung in weniger als zwei Wochen stattfindet. Mit ihren Anleihekäufen hatte die Fed in der Vergangenheit - und zusätzlich forciert in der Corona-Krise - die Aktienmärkte erheblich gestützt. In der aktuellen Ausbreitung der Omikron-Variante sieht sie bisher nur ein Risiko. Zunehmend Kopfzerbrechen bereitet ihr indes eher die hohe Inflation. Angesichts der wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise und der hohen Inflationsrate in den USA empfahl mittlerweile auch der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Straffung der lockeren Geldpolitik.

Unter den Einzelwerten rückten im Dow die Aktien von Walgreens Boots Alliance mit plus 4,3 Prozent an die Index-Spitze. Wie der britische Wirtschaftssender "Sky News" unter Berufung auf nicht näher spezifizierte Quellen berichtete, prüft die US-Drogerie- und Apothekenkette einen möglichen Verkauf ihrer britischen Tochter Boots für einen Milliardenbetrag.

Im Nasdaq 100 nahmen nach Quartalszahlen und einem erfreulichen Ausblick die Aktien des Chipherstellers Marvell Technology mit plus 17,7 Prozent die Index-Spitze ein. Zudem empfiehlt nun Goldman Sachs die Papiere zum Kauf und sieht weiteres Wachstumspotenzial.

Um kräftige 42 Prozent ging es zugleich im Nasdaq-Auswahlindex für die Anteile von DocuSign abwärts. Das Unternehmen für elektronische Signaturen verfehlte die Umsatzschätzungen der Analysten im abgelaufenen Quartal. Das warf Sorgen über ein sich verlangsamendes Wachstum auf, nachdem die Pandemie 2020 noch die Nachfrage stark angeheizt hatte. Die Aktie, die im August ein Rekordhoch von knapp unter 315 US-Dollar erreicht hatte, sackte nun auf rund 135 Dollar ab.

Der durch Chinas Regulatoren stark unter Druck geratene Fahrdienstvermittler Didi gab Pläne für einen Rückzug von der Börse in New York bekannt. Für die Didi-Papiere ging es um 22,2 Prozent abwärts, Uber sanken um 6 Prozent. Die Anteile des Börseneulings Grab aus Singapur legten nach zunächst weiteren Verlusten um 2,7 Prozent zu.

Dieser Fahrdienstvermittler und Essenslieferdienst, der mit dem börsennotierten Investment-Vehikel Altimeter Growth, einer so genannten Special Purpose Acquisition Company (SPAC) verschmolzen wurde, hatte am Vortag sein Stelldichein an der Nasdaq gegeben. Doch nachdem es kurz bis auf 13,29 Dollar hochgegangen war, war das Grab-Papier schließlich auf 8,75 Dollar abgesackt.

Der Euro legte nach einem Rutsch unter die Marke von 1,13 Dollar zum Börsenschluss an der Wall Street auf 1,1309 Dollar zu. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1291 (Donnerstag: 1,1339) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8857 (0,8819) Euro.

Am Rentenmarkt stieg der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) im späten Handel um 0,57 Prozent auf bei 131,34 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere sank deutlich auf 1,36 Prozent./ck/mis

Von Claudia Müller, dpa-AFX

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Aktien New York Schluss: Wall Street dreht im Späthandel mächtig auf. Neben den Zins- und Inflationssorgen hielten zunehmende geopolitische Befürchtungen den US-Aktienmarkt zunächst auf Talfahrt. Auf dem tiefsten Niveau des Dow Jones Industrial seit Anfang April griffen mutige Anleger bei 33 150 Punkten dann aber wieder zu. Der Leitindex holte einen Spitzenverlust von mehr als drei Prozent noch vollständig auf. NEW YORK - Nervöse Anleger haben am Montag an den New Yorker Börsen für eine Berg- und Talfahrt mit positivem Endergebnis gesorgt. (Boerse, 24.01.2022 - 22:44) weiterlesen...

Aktien New York: Kursrutsch geht an der Wall Street weiter. Anleger blieben sehr nervös, wie heftige Schwankungen im Verlauf zeigten. Ihre Gründe, um sich zurückzuziehen, sind vielfältig: Die hohe Inflation und die damit einhergehende Erwartung schneller steigender Zinsen gilt als wichtigster Faktor. Aber auch wegen der Omikron-Infektionswelle, einer bislang durchwachsenen Berichtssaison und des Ukraine-Konflikts würden derzeit Risiken abgebaut, hieß es am Markt. NEW YORK - Die US-Börsen knüpfen am Montag mit deutlichen Verlusten an die rabenschwarze Vorwoche an. (Boerse, 24.01.2022 - 20:20) weiterlesen...

Aktien New York: Freier Fall geht an der Wall Street weiter. Die hohe Inflation, die Erwartung schneller steigender Zinsen, die Omikron-Infektionswelle, eine bislang durchwachsene Berichtssaison und dann noch der Ukraine-Konflikt - für die sehr nervösen Anleger sind die Gründe derzeit breit gefächert, um sich zurückzuziehen. NEW YORK - Die US-Börsen knüpfen am Montag mit deutlichen Verlusten an die rabenschwarze Vorwoche an. (Boerse, 24.01.2022 - 17:04) weiterlesen...

Aktien New York Ausblick: Dow und Nasdaq erneut schwach erwartet - Fed im Fokus. Die Anleger sind zunehmend nervöser, denn am Mittwoch steht die Pressekonferenz zur ersten US-Notenbanksitzung in diesem Jahr an. Sie dürfte zwar noch keine Änderungen der Leitzinsen bringen, dafür aber "für Klarheit sorgen, wann und in welchem Tempo die Fed im Kampf gegen die Inflation den Geldhahn zudrehen will", wie Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets sagte. NEW YORK - Die US-Börsen dürften am Montag an die vergangene rabenschwarze Woche anknüpfen und schwach starten. (Boerse, 24.01.2022 - 14:49) weiterlesen...

Aktien New York Schluss: Raus aus Aktien - Netflix schockt Anleger. Der von den erwarteten Zinserhöhungen ausgehende Druck vor allem auf Tech-Aktien wurde am Freitag von Hiobsbotschaften des Streaming-Anbieters Netflix noch verstärkt. Der technologielastige Nasdaq 100 sackte um weitere 2,75 Prozent auf 14 438,40 Punkte auf den tiefsten Stand seit Anfang Oktober ab. Vom Rekordhoch im November hat der Index mittlerweile fast 14 Prozent eingebüßt. NEW YORK - Eine rabenschwarze Börsenwoche hat für die US-Aktienmärkte mit erneuten herben Verlusten geendet. (Boerse, 21.01.2022 - 22:26) weiterlesen...

Aktien New York: Keine Gegenbewegung - Netflix-Ausblick schockt Anleger. Der Leitindex Dow Jones Industrial ging es am Morgen (Ortszeit) um 0,35 Prozent auf 4467 Punkte weiter abwärts. NEW YORK - Auch nach dem heftigen Rücksetzer der vergangenen Tage fehlt den US-Börsen die Kraft zu einer Gegenbewegung. (Boerse, 21.01.2022 - 20:04) weiterlesen...