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NEW YORK - Die Entlassung des US-Außenministers Rex Tillerson hat die Wall Street am Dienstag teils tief ins Minus gedrückt.

13.03.2018 - 21:38:37

Aktien New York Schluss: Teils deutliche Verluste - Trump entlässt Außenminister. Insbesondere viele der zuletzt sehr gut gelaufenen und konjunktursensiblen Technologiewerte mussten Federn lassen. Nachfolger Tillersons wird der derzeitige CIA-Direktor Mike Pompeo. Dieser gilt als stramm konservativ und liegt ganz auf der harten Linie des Präsidenten Donald Trump, was den Iran und Nordkorea angeht - zwei geopolitische Krisenherde, die die Finanzmärkte immer wieder belasten können.

ging es am Dienstag um 0,64 Prozent auf 2765,31 Punkte nach unten.

Der Nasdaq 100 fiel um 1,19 Prozent auf 7046,51 Punkte und der Nasdaq Composite büßte ebenfalls rund 1 Prozent ein. Im frühen Handel hatten beide Tech-Indizes noch Rekordhochs erreicht.

"Vielleicht wittern einige Anleger jetzt härteren Gegenwind aus den USA, sowohl handelspolitisch wie auch in Sachen Außenpolitik", schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets in Bezug auf die jüngste Personalrochade in Washington. Mit Chefdiplomat Tillerson habe ein weiterer Widersacher Trumps und Verfechter eher moderater Töne das Weiße Haus verlassen.

Mit Blick auf die frischen Konjunkturdaten normalisierten sich die Verbraucherpreise laut der Landesbank BayernLB im Februar wieder, nachdem sie in den vorangegangenen Monaten recht schwankungsreich gewesen seien. Analystin Christiane von Berg nannte die Daten "nachhaltig" und erwartet, dass die US-Notenbank (Fed) damit "sehr zufrieden" sein dürfte. Samt der zuletzt sehr guten Beschäftigungszahlen und der in der Umsetzung befindlichen Steuerreform dürfte daher auf der nächsten Fed-Sitzung am 20. und 21. März ihres Erachtens ein weiterer Leitzinsschritt nach oben bekannt gegeben werden.

Am Dow-Ende sackten die Aktien von General Electric um mehr als 4 Prozent ab. Die Markterwartungen für den Mischkonzern erschienen nach wie vor viel zu hoch, schrieb Analyst Stephen Tusa von der US-Bank JPMorgan. Die Kosten für die Restrukturierung angesichts des Drucks auf das Geschäft zur Erzeugung konventioneller und erneuerbarer Energien könnten die Gewinne belasten. Gleichzeitig dürften die Erlöse aus Verkäufen von Konzernteilen zur Stärkung der Bilanz verwendet werden und nicht an die Aktionäre fließen.

Unter den weiteren Einzelwerten standen vor allem die Papiere von Qualcomm , Broadcom und Intel im Blick. Trump hatte dem bisher teuersten Übernahmeversuch in der Technologie-Industrie einen Riegel vorgeschoben. Der Präsident untersagte das mehr als 140 Milliarden US-Dollar schwere Gebot des in Singapur beheimateten Chipkonzerns Broadcom für den US-Rivalen Qualcomm. Ein solcher Deal kann Trump zufolge der nationalen Sicherheit der USA schaden. Profitieren könnte davon nun der Konzern Intel, dem das "Wall Street Journal" zuletzt ein Interesse an Qualcomm nachgesagt hatte.

Während die Aktien von Qualcomm als Schlusslicht im Nasdaq 100 rund 5 Prozent einbüßten, gaben die Papiere von Broadcom nur um fast 1 Prozent nach. Die Anteilsscheine von Intel gewannen 0,50 Prozent.

Foot Locker und T-Mobile US schließlich profitierten von positiven Analystenurteilen. Die Schweizer Bank Credit Suisse hatte die Aktien des Sportschuhherstellers Foot Locker mit "Outperform" in ihre Bewertung aufgenommen, woraufhin die Papiere gut 1 Prozent gewannen. Der Vermögensverwalter Guggenheim hatte die Anteilsscheine der Telekom-Tochter zum Kauf empfohlen, was die Anleger mit einem Plus von knapp 1 Prozent goutierten.

Der Euro hielt sich angesichts der Turbulenzen in Washington knapp unter 1,24 US-Dollar und kostete zuletzt 1,2387 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,2378 (Montag: 1,2302) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8079 (0,8129) Euro. Am US-Rentenmarkt profitierten richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen von der wieder gestiegenen Unsicherheit am Aktienmarkt und gewannen 7/32 Punkte auf 99 6/32 Punkte. Ihre Rendite fiel entsprechend auf 2,843 Prozent./la/tos

Von Lutz Alexander, dpa-AFX

@ dpa.de

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