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NEW YORK - Auf die wieder aufgeflammten RezessionsĂ€ngste der Anleger folgt am Mittwoch an den US-Börsen noch ZurĂŒckhaltung.

29.06.2022 - 20:14:27

Aktien New York: Indizes nach dem Kursrutsch stabilisiert. In der Anfangsstunde war der Handel von NervositĂ€t geprĂ€gt, dann aber pendelten sich die New Yorker Indizes auf einem Niveau etwas ĂŒber den Schlusskursen vom Vortag ein. Etwas klarere Gewinne gab es zwei Stunden vor Schluss beim Dow Jones Industrial , der 0,45 Prozent auf 31 086,14 Punkte zulegte.

schaffte es mit 3822,74 Punkten ganz knapp ĂŒber die Gewinnschwelle.

Das schwindende Verbrauchervertrauen hatte am Vortag bereits wieder die Sorgen genÀhrt, dass die USA auch unter dem Einfluss steigender Zinsen in eine Rezession abgleiten könnten. Am Mittwoch wurde nun vermeldet, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal mit annualisiert 1,6 Prozent etwas stÀrker geschrumpft ist als zuvor geschÀtzt. Deutlich nach unten revidiert wurden die Zahlen zum privaten Konsum.

Am Markt herrscht weiter die Angst, dass das BekĂ€mpfen der hohen Inflation mit steigenden Zinsen die konjunkturelle Entwicklung gefĂ€hrdet. Daran Ă€nderte es auch nicht viel, dass sich der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, am Mittwoch zuversichtlich Ă€ußerte. Die US-Wirtschaft sei in einer starken Verfassung und so könne die Inflation bekĂ€mpft werden und die Situation am Arbeitsmarkt gleichzeitig solide bleiben, sagte er auf einem EZB-Forum.

"Die Zentralbanken bewegen sich auf einem sehr schmalen Grat und diktieren in gewissem Maße die Stimmung an den MĂ€rkten" erklĂ€rte Aktienstratege Emmanuel Cau von der britischen Bank Barclays. "Es scheint, als befĂ€nde sich der Markt in einem Tauziehen zwischen der Hoffnung, dass wir uns dem Höhepunkt der Inflation und der Zinsen nĂ€hern, und der Herausforderung einer sich verlangsamenden Wirtschaft und einer möglichen Rezession."

Unter den Einzelwerten rutschten die Aktien des E-Autobauers Tesla um 2,9 Prozent ab. Kreisen zufolge könnte der Hersteller wegen der aktuellen Wirtschaftskrise weitere Jobs streichen. Demnach sollen 200 Mitarbeiter gehen, die derzeit in Kalifornien an einem Autopilot-Projekt arbeiten.

Nach zuletzt recht gutem Lauf konnten sich die Anleger von Fedex an neuen Mittelfristzielen nicht mehr erfreuen. Die Aktien des US-Logistikkonzerns rutschten um 2,2 Prozent ab, obwohl sich dieser fĂŒr die drei kommenden Jahre weiteres Wachstum vorgenommen hat. Außerdem soll die ProfitabilitĂ€t weiter gesteigert werden.

Schlechte Nachrichten kamen vom EinzelhĂ€ndler Bed Bath & Beyond , der einen unerwartet hohen Verlust fĂŒr das erste GeschĂ€ftsquartal vermeldete. Am Markt hieß es, die Papiere seien neuerdings bei privaten Investoren, die sich im Internet organisieren, zu einem Spekulationsobjekt geworden. Die Hoffnung auf schnell steigende Kurse schwenke jetzt aber schlagartig um. Mit einem Kurseinbruch um fast 23 Prozent erreichten sie das niedrigste Kursniveau seit April 2020.

Einen krĂ€ftigen RĂŒcksetzer erlebten auch die AktionĂ€re von Carnival , die sich zuletzt noch ĂŒber eine Kurserholung freuen konnten. Am Mittwoch folgten bei dem Kreuzfahrtanbieter Gewinnmitnahmen, der Kurs rauschte in New York um fast 15 Prozent in die Tiefe. Die Analysten von Morgan Stanley warnten bei den Papieren vor einem Szenario der Wertlosigkeit, falls die Nachfrage nach Schiffsreisen einen erneuten Nachfrageschock erlebt.

Eine positive Erscheinung waren die Amazon-Titel , die um 1,8 Prozent anzogen. JPMorgan-Analyst Douglas Anmuth kĂŒrzte zwar wegen der aktuellen Konsumsorgen seine Annahmen fĂŒr US-Internetwerte und damit auch das Amazon-Kursziel auf 175 Dollar. Der Online-HĂ€ndler bleibt fĂŒr den Experten aber eine der "Top-Ideen" im Sektor. Das neue Ziel verspricht 60 Prozent Kurspotenzial.

Als Treiber verwiesen wurde bei dem Online-Giganten zusĂ€tzlich auf eine Studie des Analysehauses Redburn, das eine Abspaltung der Cloudsparte von Amazon als attraktive Option fĂŒr die Zukunft ansieht. In der Studie wird darĂŒber spekuliert, dass diese bald drei Billionen US-Dollar wert sein könnte. Dies wĂ€re fast das Dreifache des aktuellen Börsenwertes des gesamten Konzerns.

Kursgewinne von 5,6 Prozent gab es außerdem beim Lebensmittelkonzern General Mills . Die Aktien stiegen nach einer Aussage des Unternehmens, dass Preiserhöhungen und nachlassende Lieferkettenunterbrechungen den Umsatz bald wieder ankurbeln wĂŒrden.

@ dpa.de

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