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FRANKFURT - Weichenstellungen in die richtige Richtung beim Zollstreit und dem Brexit haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt erfreut.

13.12.2019 - 18:25:45

Aktien Frankfurt Schluss: Gewinne nach Deal im Handelskonflikt und Tory-Wahlsieg. Aktienanleger honorierten es am Freitag, dass sich bei beiden Themen die ersehnten Tore für einen Ausweg aus der jeweiligen Hängepartie geöffnet haben. Mit dem klaren Wahlsieg der Tories in Großbritannien und der Teil-Einigung im US-chinesischen Handelskonflikt hat sich die politische Unsicherheit Experten zufolge erst einmal verflüchtigt.

der mittelgroßen Werte mit 27 899 Punkten zu einer neuen historischen Bestmarke verholfen. Zum Handelsschluss verblieb noch ein Gewinn von 0,95 Prozent auf 27 772,98 Punkte.

Teil der Vereinbarung im Handelskonflikt ist die Aussetzung einer neuen Runde von US-Strafzöllen auf chinesische Waren, die am Wochenende hätten in Kraft treten sollen. Die USA hätten sich auch verpflichtet, bereits verhängte Zölle teilweise zurückzunehmen, sagte Chinas Vize-Handelsminister Wang Shouwen.

In Großbritannien hat Premier Boris Johnson laut dem Marktexperten Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets nun das britische Volk hinter sich, um den Austritt aus der Europäischen Union (EU) sicher vollziehen zu können. Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank hingegen wähnt das Brexit-Thema eher "in kurzer Euphorie gelöst". Er schrieb, dass "nach dem Brexit vor den Nach-Brexit-Verhandlungen" sei. Denn sollte nach dem bereits mit der EU vereinbarten Brexit-Abkommen kein Anschlussabkommen zustande kommen, droht Ende 2020 wieder ein No-Deal-Szenario.

Allgemein wurden hierzulande konjunkturabhängige Werte wie etwa der Autosektor von den Nachrichten angetrieben. Die Vorzugsaktien von Volkswagen nahmen mit einem Kurssprung um rund 2 Prozent die Dax-Spitze ein. Mit dem Chipsektor setzten Infineon ihre jüngste Rally um knapp 1,7 Prozent fort. Analyst Janardan Menon von Liberum Research sieht die Halbleiterbranche als starker Profiteur eines sich abzeichnenden Zolldeals.

Allerdings gab es auch einen deutlichen Ausreißer mit den Henkel-Aktien , die am Dax-Ende wegen mauer Geschäftsaussichten um fast 3,7 Prozent fielen. Henkel-Chef Hans Van Bylen bereitete die Investoren auf ein weiteres schwaches Geschäftsjahr 2020 vor.

Bei den Nebenwerten sorgten zwei Übernahmen für Gesprächsstoff. Beim Essenslieferdienst Delivery Hero katapultierte ein milliardenschwerer Zukauf in Südkorea die Papiere mit gut 23 Prozent ins Plus, erstmals in ihrer Geschichte wurden sie zu Kursen jenseits der 60-Euro-Marke gehandelt. Dabei begeisterte die Aktionäre die Hoffnung auf kräftiges Wachstum in Asien.

Auch bei dem im Nebenwerte-Index SDax gelisteten Unternehmen Jost Werke kam eine Übernahme bei den Anlegern mit einem Kursplus von gut 8,5 Prozent sehr gut an. Der Lkw-Zulieferer will sein Geschäft in der Agrarindustrie mit dem schwedischen Landmaschinenhersteller Alö Holding ausweiten. Laut Händlern wird Jost damit weniger anfällig für Konjunkturschwankungen.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,67 Prozent auf 3731,07 Punkte aufwärts. Ähnlich hohe Gewinne verbuchte der Cac-40 in Paris, während der Londoner FTSE 100 angesichts des Tory-Wahlsiegs um mehr als 1 Prozent anzog. In den USA gab der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss minimal nach.

Der Euro kostete zuletzt 1,1124 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1174 (Donnerstag: 1,1137) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8949 (0,8979) Euro. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,33 Prozent am Donnerstag auf minus 0,26 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,38 Prozent auf 143,94 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,26 Prozent auf 172,18 Punkte zu./la/fba

Von Lutz Alexander, dpa-AFX

@ dpa.de

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