MDAX, DE0008467416

FRANKFURT - Vorsichtig optimistisch haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen gezeigt.

12.12.2017 - 14:55:25

Aktien Frankfurt: Leichter Auftrieb vor Notenbanksitzungen. Leicht negative Impulse kamen von der Nachricht eingetrübter Wirtschaftsaussichten deutscher Finanzexperten: So fiel der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember um unerwartet deutliche 1,3 Punkte.

legte um 0,37 Prozent auf 26 209,72 Zähler zu. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,23 Prozent auf 2514,34 Punkte aufwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um rund 0,3 Prozent.

Am Mittwoch steht die als wahrscheinlich geltende Zinserhöhung der US-Notenbank Fed auf der Tagesordnung. Am Donnerstag folgen die Zinsentscheide der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der englischen und schweizerischen Notenbanken. "Sollte sich eine restriktivere Haltung der Fed abzeichnen und in 2018 mehr als zwei Zinsschritte in Aussicht gestellt werden, würde ich dies für den Dax als Initialzündung für eine Jahresendrally sehen", sagte Marktexperte Jens Klatt von JFD Brokers. Die EZB hingegen sollte angesichts der jüngsten Verlängerung des Anleihekaufprogramms keine größeren Maßnahmen verkünden, sagte Gregor Kuhn, Marktanalyst der Bernstein Bank.

Nach einem erfolgreichen Monat November für Fraport scheint ein neues Rekordhoch für die Aktien nur eine Frage der Zeit: Die Papiere des Flughafenbetreibers kletterten am Dienstag um 0,8 Prozent auf 87,77 Euro und näherten sich damit ihrem bisherigen Höchststand von 88,74 Euro auf rund einen Euro. Als "durch die Bank stark" wertete Commerzbank-Analyst Adrian Pehl die jüngsten Verkehrszahlen. Die Entwicklung am Frankfurter Flughafen sei exzellent gewesen.

Die zuletzt unter massiven Verkaufsdruck geratenen Papiere von Dialog Semiconductor stiegen an der TecDax-Spitze um mehr als 4 Prozent. Der chinesische Konzern Huawei setzt bei seiner neuen Smartphone-Baureihe Mate 10 auf Bauteile des Chip-Herstellers. Belastet von Befürchtungen, wonach Großkunde Apple künftig seine eigenen Bauteile zum Strommanagement (PMIC) entwickeln könnte, waren sie tags zuvor mit 21,46 Euro auf einen weiteren Tiefststand seit Herbst 2014 abgesackt. In den vergangenen drei Wochen hatte sie damit fast die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.

Die Papiere der von einem Bilanzskandal geplagten Steinhoff Holding schnellten in der Spitze um 43 Prozent hoch und lagen zuletzt noch 32 Prozent höher bei 0,776 Euro. Seit dem Rekordtief bei 0,35 Euro in der Vorwoche konnten sich die Aktien des Möbelkonzerns damit bereits mehr als verdoppeln. Für Anleger ist dies aber ein schwacher Trost: Im Zuge des Bilanzskandals samt Abgang des Chefs und Abstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau durch die Ratingagentur Moody's hatte die Aktie binnen einer Woche zwischenzeitlich fast 82 Prozent an Wert verloren, vor dem Kurseinbruch war die Aktie noch rund 3 Euro wert.

Lanxess-Titel zählten mit plus 2,5 Prozent zu den MDax-Favoriten und setzten sich damit von ihrem jüngsten Zwischentief etwas ab. Informierten Kreisen zufolge hat Lanxess ein Auge auf das Spezialchemie-Geschäft des niederländischen Farben- und Lackkonzerns Akzo Nobel geworfen. Ein Marktteilnehmer fürchtet allerdings, dass eine solche Übernahme Lanxess finanziell und personell überfordern könnte, da der Konzern derzeit noch den US-Zukauf Chemtura aus dem Jahr 2016 integriere.

Nach einem Verlust von fast 27 Prozent in drei Monaten setzten auch die Papiere der SGL Group zur Erholung an. Eine Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg schob die Aktien des Kohlenstoffspezialisten um gut 10 Prozent auf 12,19 Euro an die Spitze des Nebenwerteindex SDax. Berenberg-Analyst Benjamin Pfannes-Varrow bezeichnete die Papiere als "Rohdiamanten" und rechnet bis 2020 mit einem jährlichen Umsatzplus von durchschnittlich 11 Prozent sowie einem Gewinnanstieg (bereinigtes Ebit) von 54 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,09 Prozent auf 141,60 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,12 Prozent auf 163,32 Punkte. Der Euro zeigte sich zuletzt etwas niedriger bei 1,1757 US-Dollar. Am Montag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1796 Dollar festgesetzt./edh/men

Von Eduard Holetic, dpa-AFX

@ dpa.de

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