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FRANKFURT - Überwiegend positiv aufgenommene Unternehmenszahlen sowie eine deutliche Kurserholung an der Wall Street haben dem deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte einen festeren Handelsstart beschert.

07.08.2019 - 10:05:39

Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger werden nach Kursrutsch etwas mutiger. Am Vorabend war der Dow-Jones-Index wieder über die runde Marke von 26 000 Punkten gestiegen.

als Leitindex der Eurozone rückte um rund 1 Prozent vor.

Eine durchgreifende Erholung ist jedoch erst einmal nicht in Sicht. Die jüngste Eskalationsspirale im Handelskrieg zwischen den USA und China hatte den Dax in den vergangenen Tagen deutlich nach unten gezogen. Aus Unternehmenssicht steht die Berichtsaison mit zahlreichen Quartalszahlen im Anlegerfokus. Allein aus dem Dax öffneten der Reifenhersteller Continental, der Rückversicherer Munich Re, der Energiekonzern Eon und der Bezahldienstleister Wirecard ihre Bücher.

"Die Märkte sind zurecht verunsichert", kommentierte der Vermögensverwalter DWS. Denn mit den von den USA angekündigten weiteren Strafzöllen auf Importe aus China steige das Risiko, dass Peking das Interesse an einer raschen Lösung des Konfliktes verliert. Stattdessen könnte China einen Machtwechsel in den USA abwarten und notfalls die USA sogar gezielt provozieren, um eine Wiederwahl Trumps zu verhindern.

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental musste im zweiten Quartal wegen des schwachen Automarktes kräftig Federn lassen. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sackte um 41 Prozent ab. "Für das zweite Halbjahr erwarten wir kein Nachlassen des Gegenwinds", stellte Finanzchef Wolfgang Schäfer klar. Im Juli hatte das Unternehmen seinen Jahresausblick bei Umsatz und Gewinnmarge kappen müssen. Conti-Aktien stagnierten bei 118,60 Euro.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hält trotz eines knappen Milliardengewinns im zweiten Quartal an seinen Jahreszielen fest. Die Aktien rückten um 1,3 Prozent vor.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard erhöhte nach guten Quartalszahlen zum zweiten Mal in diesem Jahr sein Ergebnisziel für 2019. Auch für den Umsatz im kommenden Jahr zeigte sich das Unternehmen optimistischer als bisher. Den Anlegern war dies offenbar nicht gut genug, denn die Aktien notierten mit einem Minus von 0,8 Prozent am Dax-Ende.

Der schwierige Markt in Großbritannien bereitet dem Energieriesen Eon weiterhin Probleme. Dem will Eon im Jahresverlauf mit Preiserhöhungen entgegenwirken. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um rund 5 Prozent, das bereinigte operative Ergebnis sank allerdings um 12 Prozent. Die Aktien stiegen um 0,8 Prozent.

Mit Kursgewinnen von jeweils rund 4 Prozent reagierten die Aktien von Bayer und Lanxess auf den Verkauf ihrer Beteiligungen an Currenta. Der Chemieparkbetreiber geht für 3,5 Milliarden Euro inklusive Schulden an eine Fondstochter der australischen Investmentbank Macquarie. Der Verkaufspreis liege deutlich über den Erwartungen, hieß es von Börsianern.

Enttäuscht reagierten die Anleger auf den Quartalsbericht der Commerzbank . Der Kurs der Aktie rutschte um 3,2 Prozent auf 5,523 Euro ab, womit die Papiere zum größten Kursverlierer im MDax avancierten. Bis zum Rekordtief der Aktien vom August 2016 bei 5,157 Euro ist es nicht mehr weit. Die Ergebnisse im Handel seien schwach, die Gebühren niedriger als erwartet, die Rückstellungen dagegen höher als angenommen, kritisierte Analyst Jernej Omahen von Goldman Sachs.

Die Aktien von ProSiebenSat.1 dampften ihren vorbörslich rund 5-prozentigen Kursgewinn im Xetra-Handel komplett ein und notierten zuletzt praktisch unverändert. Der Medienkonzern hatte aktuelle Quartalszahlen präsentiert und den Jahresausblick bestätigt. Zudem hatte das Bundeskartellamt das angestrebte Gemeinschaftsunternehmen von ProSieben und RTL für Werbekunden genehmigt.

Spitzenreiter im MDax waren die Morphosys-Aktien mit plus 8,6 Prozent. Das Biotechnologie-Unternehmen hatte neben seinen Quartalszahlen mitgeteilt, einen Zulassungsantrag für das hauseigene Blutkrebs-Medikament Tafasitamab in Europa eingereicht zu haben. Analyst James Gordon von JPMorgan sprach von einer positiven Überraschung. Goldman-Sachs-Analyst Graig Suvannavejh merkte an, dass das zweite Quartal die Erwartungen klar geschlagen habe.

Um satte 8 Prozent ging es für die Papiere von Hapag-Lloyd nach oben. Die Container-Reederei kämpfte sich im zweiten Quartal dank höherer Frachtmengen und gestiegener Preise in die Gewinnzone zurück.

@ dpa.de

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