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FRANKFURT - Trotz zahlreicher Quartalsberichte und teils kräftiger Kursausschläge bei Einzelwerten hat der Dax auch am Donnerstag keine klare Richtung gefunden.

09.08.2018 - 11:36:25

Aktien Frankfurt: Dax hängt fest - Quartalszahlen bringen keine neue Richtung. Gegen Mittag bewegte sich das wichtigste deutsche Börsenbarometer mit minus 0,07 Prozent beim Stand von 12 625,03 Punkten weiterhin kaum vom Fleck.

der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Donnerstag zuletzt um 0,19 Prozent hoch auf 26 845,57 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,43 Prozent auf 2939,85 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab indes um 0,15 Prozent auf 3488,37 Punkte nach.

Der internationale Handelsstreit bleibt im Fokus der Anleger. Auf die neuen US-Zölle für China hatte das Reich der Mitte nun Vergeltungszöllen in gleicher Höhe angekündigt. Auch wenn die USA die negativen Effekte einer fortwährenden Eskalation des Konflikts ebenfalls spüren dürften, seien Investoren der Ansicht, dass die US-Wirtschaft aus diesem Streit als Sieger hervorgehe, schrieb Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Dies bringe der Wall Street Schwung, während Anleger in Asien und Europa weiter zurückhaltend agierten.

Mit der Deutschen Telekom , Merck KGaA , Thyssenkrupp und Adidas berichten am vorletzten Handelstag der Woche vier Konzerne aus der ersten deutschen Börsenliga über ihre jüngste Geschäftsentwickung. Dazu gibt es eine größere Menge an Bilanzen von Unternehmen aus den Reihen hinter dem Dax.

Die Adidas-Anteile sprangen mit einem Plus von gut siebeneinhalb Prozent an die Dax-Spitze nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das zweite Quartal. Damit findet die verhaltene Entwicklung der vergangenen Wochen ein Ende. Marktteilnehmer merkten an, dass das Gewinnziel des Sportartikelherstellers für das Gesamtjahr nun konservativ erscheine und die Aktie im Vergleich zu dem Wettbewerber Nike günstig bewertet sei.

Ernüchterung machte sich indes bei den Anleger des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck KGaA breit, der einen Gewinnrückgang verkraften muss. Das laufende Jahr bleibe ein "Übergangsjahr mit vielen Herausforderungen", erklärte Vorstandschef Stefan Oschmann. Die Merck-Aktien verloren als schwächster Dax-Wert fast 3 Prozent. Sie seien zuletzt gut gelaufen, der Quartalsbericht gebe keinen Anlass für weitere Käufe, kommentierte ein Börsianer.

Die Papiere der Deutschen Telekom gewannen ein gutes halbes Prozent. Das reichte für Platz zwei im Dax. Die Bonner wurden im zweiten Quartal vom starken Euro gebremst, erhöhten aber die Ergebnisprognose. Für Thyssenkrupp ging es um ein knappes halbes Prozent runter. Ein Händler sagte, die Kennziffern des Industriekonzerns lägen unter den Erwartungen. Der Fokus richte sich aber mehr auf die Veränderungen im Konzern.

Im MDax rückten Ströer nach Zahlen zunächst mit kräftigem Kursgewinn an die Index-Spitze, standen zuletzt aber knapp 1 Prozent tiefer. Bester MDax-Wert waren gegen Mittag nun die Anteile von MTU , die sich mit einem Plus von annähernd 3 Prozent wieder ihrem vor zwei Tagen erreichten Rekordhoch bei 187,90 Euro nähern. Die Schweizer Großbank UBS hatte die Papiere von "Sell" auf "Neutral" hochgestuft.

Schwächster Wert im MDax waren die Aktien des Kupferkonzerns Aurubis , die nach Zahlen um knapp 4 Prozent einbüßten. Hier zweifelten Analysten an einer Fortsetzung des positiven Trends im kommenden Geschäftsjahr.

Im TecDax waren die Aktien der Compugroup nach Zahlen mit einem Plus von dreieinhalb Prozent vorne. Die Geschäfte des auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierten Softwareherstellers entwickeln sich dank der elektronischen Gesundheitskarte immer besser. Evotec gewannen 3,2 Prozent, nachdem das Biotechunternehmen seine Gewinnprognose trotz höherer Forschungsausgaben bestätigt hatte. Die Zahlen zum ersten Halbjahr seien außerdem etwas besser als erwartet, sagte ein Händler.

Die Anteile des Solartechnik-Konzerns SMA Solar brachen nach Zahlen um gut 11 Prozent ein und markierten ein neues Jahrestief. Die Hessen sehen sich trotz mancher Widrigkeiten auf Kurs zu ihren Jahreszielen. Am Markt wird dies aber offenbar skeptischer gesehen./ajx/jha/

Von Achim Jüngling, dpa-AFX

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