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FRANKFURT - Nach zwei starken Börsentagen sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder auf die Bremse getreten.

08.04.2020 - 18:15:47

Aktien Frankfurt Schluss: Kauflust lässt nach - vorerst kein EU-Hilfspaket. Die Finanzminister der Europäischen Union konnten sich am Mittwoch nach 16-stündigen Verhandlungen nicht auf ein 500 Milliarden Euro schweres Corona-Hilfspaket einigen. Stattdessen vertagten sie sich auf Donnerstag. Das belastete die Kurse.

der mittelgroßen Börsentitel legte am Mittwoch um 0,77 Prozent auf 21 704,44 Zähler zu.

Nach wie vor schauen die Investoren gebannt auf die Ausbreitung des Coronavirus und die wirtschaftlichen Folgen. "In New York gibt es Licht am Ende des Tunnels, aber andere Teile der USA sind bedroht", sagte Aktienstratege Simon Powell von der US-Bank Jefferies. In einigen Bundesstaaten gebe es noch keine Aufforderung an die Bürger, zu Hause zu bleiben. Andere Bundesstaaten hätten die öffentlichen Aktivitäten bislang nur teilweise zurückgefahren.

In einem am Mittwoch vorgelegten Gutachten rechnen führende Wirtschaftsforschungsinstitute mit einem Einbruch des deutschen Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr um 4,2 Prozent. Im zweiten Quartal soll die Wirtschaftsleistung dabei besonders stark um 9,8 Prozent schrumpfen. Danach soll es langsam wieder aufwärts gehen. Die "Wirtschaftsweisen" waren zuvor in einem Sondergutachten von einem Rückgang der Wirtschaft in 2020 um 2,8 Prozent ausgegangen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,22 Prozent auf 2851,27 Zähler nach. Der Londoner FTSE 100 verlor 0,47 Prozent. Der französische Leitindex Cac 40 legte hingegen um 0,10 Prozent zu. Der Dow Jones Industrial gewann sogar mehr als zwei Prozent.

Wegen des Coronavirus nahmen mit Henkel und der Deutschen Post zwei weitere Dax-Konzerne die Prognosen für das laufende Jahr zurück. Deutsche Post verloren daraufhin zwei Prozent und landeten auf den hinteren Rängen im Leitindex. Nach einem anfänglichen Rutsch in die Verlustzone konnten die Aktien von Henkel dagegen im Tagesverlauf zulegen und mit einem Plus von 0,81 Prozent schließen. Laut einem Analysten vom Bankhaus Lampe ist die Umsatzentwicklung im ersten Quartal mit Blick auf vorläufige Zahlen weniger schlimm ausgefallen als befürchtet.

Bei der Immobiliengesellschaft Vonovia hat sich die Corona-Krise bislang kaum negativ ausgewirkt. Die Aktien legte um 0,98 Prozent zu. Im MDax der mittelgroßen Börsentitel gewannen die Papiere der Immobiliengruppe Aroundtown sogar 6,3 Prozent und kosteten damit wieder so viel wie Mitte März.

Schwäche zeigten dagegen die Bankaktien: Deutsche Bank zählten mit minus 2,8 Prozent zu den schlechtesten Dax-Titeln und Papiere der Commerzbank waren mit minus vier Prozent drittletzter MDax-Wert. Mit der hohen Kreditaufnahme von Unternehmen zum Meistern der Krise nähmen die Risiken für die Bilanzen der Geldhäuser zu, sagte Analyst Andrew Lowe von der Berenberg Bank.

Daneben sorgten auch andere Analystenkommentare für Bewegung. Morgan Stanley rät bei Beiersdorf-Aktien und JPMorgan bei Papieren von HeidelbergCement zu Verkauf. Beiersdorf verloren 1,1, während HeidelbergCement um 1,7 Prozent abrutschten. Noch deutlicher reagierte die Aktie von Fraport nach einer Verkaufsempfehlung durch die Investmentbank Oddo BHF. Sie gehörte mit einem Minus von gut vier Prozent zu den schwächsten Werten im MDax.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,38 Prozent am Dienstag auf minus 0,36 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,14 Prozent auf 144,21 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,28 Prozent auf 170,28 Zähler.

Ein Euro kostete zuletzt 1,0862 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0871 Dollar festgesetzt./bek/kro/he

Von Benjamin Krieger und Karolin Rothbart, dpa-AFX

@ dpa.de

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