MDAX, DE0008467416

FRANKFURT - Nach zuletzt fünf schwachen Tagen wagt der Dax derzeit einen erneuten Stabilisierungsversuch.

25.11.2021 - 11:56:29

Aktien Frankfurt: Dax nach Koalitionsvertrag auf Stabilisierungskurs. Der Leitindex knüpfte am Donnerstag an seine Erholung vom November-Tief an, die am Vortag schon im Verlauf begonnen hatte. Nach einem frühen Anstieg bis auf 15 962 Punkte legte das deutsche Kursbarometer gegen Mittag aber nur noch moderat um 0,18 Prozent auf 15 906,23 Punkte zu.

raffte sich nach einer sechstägigen Durststrecke wieder auf. Er stieg am Donnerstag um 0,29 Prozent auf 34 927,49 Zähler. Das Eurozonen-Barometer EuroStoxx lag mit dem MDax auf Augenhöhe.

Ganz sicher, ob dies die Wende zum Positiven ist, sind sich Experten aber noch nicht. "Die Erholung von den gestrigen Tiefs könnte der Ansatz für eine Bodenbildung gewesen sein", gab sich der CMC-Markets-Marktanalyst Jochen Stanzl aber zumindest vorsichtig optimistisch. Nun sei es wichtig, dass der Dax nicht unter das Niveau von 15 735 Punkten fällt. Impulse aus New York wird es bei der Stabilisierung zunächst keine geben, die US-Börsen bleiben am Donnerstag wegen "Thanksgiving" geschlossen.

Etwas Unterstützung erhalten deutsche Aktien von dem Koalitionsvertrag, den SPD, Grünen und FDP am Vortag vorstellten. "Die Ampel-Koalition bringt frischen Wind in das politische Deutschland", so Stanzl. In einer zügigen Regierungsbildung würde er nun ein wichtiges Signal sehen für Anleger. Allerdings werde der Start zunächst davon geprägt sein, die vierte Pandemie-Welle zu brechen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen überschritt in Deutschland erstmals die Schwelle von 70 000. Mittlerweile sind mehr als 100 000 Menschen an oder mit dem Virus gestorben.

Die Inhalte des Vertrags bewegten am Donnerstag auch Einzelaktien, darunter vor allem die Energiebranche. Die Aktien von RWE knüpften mit einem Kurssprung um vier Prozent an ihre schon positive Reaktion am Vortag an. Beschleunigte Ziele für den Kohleausstieg und anspruchsvollere Ziele im Bereich der Erneuerbaren Energien seien positiv für den Energiekonzern, schrieb Jefferies-Analyst Ahmed Farman.

Die Rally im Energiesektor erstreckte sich auf viele andere Branchenwerte, darunter die Aktien von Nordex . Diese knüpften mit mehr als sechs Prozent Plus an ihren starken Vortag an und erreichten ein Hoch seit Ende Oktober. Der Hersteller von Windkraftanlagen hatte zudem einen Auftrag aus Peru für Anlagen mit einer Leistung von 177 Megawatt erhalten.

Ein weiterer sehr gefragter Wert waren wegen der Koalitionsziele die Aktien des Nebenwertes Synbiotic , die um zehn Prozent anzogen. Analyst Aliaksandr Halitsa von der Privatbank Hauck & Aufhäuser verwies hier auf die von den Ampel-Parteien geplante kontrollierte Abgabe von Cannabis, die ein wichtiger Meilenstein für den deutschen Cannabinoid-Markt sei, auf dem das Unternehmen unterwegs ist.

Bei Jenoptik erfreute die Anleger das Ende der Hängepartie bei der Suche nach einem Käufer für das Militärtechnikgeschäft. Die Anteile profitierten mit einem Kurssprung um acht Prozent vom Verkauf der Sparte Vincorion an einen Fonds des Finanzinvestors Star Capital Partnership. Die Analysten von Kepler Cheuvreux sprachen von einem "klar positiven Kurstreiber".

Mit vier Prozent auf Talfahrt blieben dagegen die Aktien von Drägerwerk . Am Vortag waren sie wegen eines enttäuschenden Ausblicks schon eingebrochen, nun sorgte ein eindeutiges Statement des Metzler-Experten Alexander Neuberger für weiteren Verkaufsdruck. Er drehte sein bisher positives Votum in eine Verkaufsempfehlung und halbierte das Kursziel auf 50 Euro. Der Experte vermisst bei dem Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik vor allem strukturelle Verbesserungen der Profitabilität.

Einen Rückschlag gab es ferner für die Fans von Borussia Dortmund und damit auch für die Anleger: Die Papiere des Fußballclubs sackten nach dem sicheren Aus in der Champions League um 3,1 Prozent ab. Damit versiegt für den Bundesligisten eine besonders lukrative Geldquelle. Im Zuge der vierten Pandemie-Welle sind obendrein wieder "Geisterspiele" zu befürchten.

@ dpa.de

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