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FRANKFURT - Nach einem durch die Zuspitzung der Gaskrise verhagelten Wochenstart hat sich der Dax am Dienstag etwas erholt.

06.09.2022 - 10:17:30

Frankfurt Eröffnung: Leichte Erholung nach Kursrutsch. Am Markt seien bereits am Vortag Schnäppchenjäger unterwegs gewesen, stellte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners fest. Diese dürften die günstigeren Kurse zum Einstieg genutzt haben. Auch schwache deutsche Konjunkturdaten konnten dem nichts anhaben.

der mittelgroßen Werte mit plus 1,28 Prozent auf 24 985,75 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,30 Prozent nach oben.

Am Vortag hatte der wohl längerfristige Stopp russischer Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 für tiefrote Kurse an der Frankfurter Börse gesorgt. Auch wagten sich viele Anleger im Vorfeld der EZB-Zinsentscheidung vom Donnerstag nicht aus der Deckung, ergänzte Börsenexperte Altmann. Beobachter halten angesichts der rasanten Teuerung beim anstehenden Entscheid der Europäischen Zentralbank einen Zinsschritt um 0,75 Prozentpunkte für möglich.

Die aktuell aggressive Geldpolitik der Notenbanken soll die rasante Inflation eindämmen, doch Börsianer befürchten im Gegenzug Bremsspuren in der Wirtschaft. Allerdings wäre eine dauerhaft hohe Inflation noch schädlicher.

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage verliert auch die deutsche Industrie weiter an Schwung - im Juli erhielt sie erneut weniger Aufträge.

Zu den großen Gewinnern im Dax zählten am Morgen Volkswagen mit einem Aufschlag von fast 2,8 Prozent. Hier gibt es endlich Klarheit in puncto Börsengang der Sportwagen-Tochter Porsche AG. So soll vorbehaltlich weiterer Kapitalmarktentwicklungen von Ende September oder Anfang Oktober ein erster Teil der Papiere in Frankfurt gehandelt werden. Vollständig umgesetzt sein könnte die Neuemission bis zum Jahresende.

Positive Analystenaussagen zu Internetwerten beflügelte unterdessen den Modehändler Zalando mit viereinhalb Prozent Plus, für Delivery Hero im MDax ging es um mehr als acht Prozent nach oben, nah einer Empfehlung durch Morgan Stanley.

Die Papiere von Hellofresh waren nach bekräftigten Kaufempfehlung durch die Privatbank Berenberg mit 4 Prozent Plus unter den Dax-Favoriten. Dass der Abstieg des Kochboxenversenders aus der ersten Börsenliga zum 19. September besiegelt ist, störte dabei kaum. Dies sei so erwartet worden, hieß es am Markt. Im Gegenzug kommt die erst im Frühjahr abgestiegene Siemens Energy wieder in den Dax zurück - die Papiere legten um 2,8 Prozent zu.

Aktien des angeschlagenen Uniper -Konzerns stablisierten sich mit fast drei Prozent plus nach dem fortgesetzten Kurrückschlag. Hier spekulieren die Investoren allerdings, wann der Konzern weitere Staatshilfen braucht. Die Uniper-Aktie war am Vortag auf ein Rekordtief gefallen, nachdem Russland die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 nach einer angeblichen Wartungspause nicht wieder aufgenommen hatte. So muss Uniper nun noch mehr teures Gas am Markt zukaufen, um seine Lieferverpflichtungen erfüllen zu können.

In den hinteren Börsenreihen gehörten Aktien der Optikerkette Fielmann mit einem moderaten Minus zu den wenigen Verlierern im Kleinwerteindex SDax . Die Papiere gerieten damit nur wenig in den Sog der gekappten Prognose des Konkurrenten Mister Spex, dessen Kurs um mehr als fünf Prozent nachgab.

@ dpa.de

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