MDAX, DE0008467416

FRANKFURT - Gewinne an den asiatischen Börsen und positiv aufgenommene Konjunkturdaten aus China haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag einen weiteren Schub nach oben gegeben.

08.08.2019 - 09:51:24

Frankfurt Eröffnung: Dax macht weiter Boden gut. Entspannung kam auch von der Währungsseite: Der chinesische Yuan, der zurzeit als Barometer für die allgemeine Marktstimmung angesehen wird, legte zum US-Dollar etwas zu. Die Quartalsergebnisse zahlreicher deutscher Konzerne fielen uneinheitlich aus.

als Leitindex der Eurozone rückte um rund 1 Prozent vor.

Chinas Außenhandel hat sich im Juli trotz der Eskalation des Handelskriegs mit den USA überraschend stark erholt. Die Exporte legten unerwartet zu und der Rückgang bei den Importen fiel nicht so stark aus wie befürchtet. "Natürlich sieht man in den chinesischen Handelsdaten Auswirkungen des Handelsstreits sowie des Endes des Konjunkturbooms. Dennoch sind die Daten keine Katastrophe", kommentierte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Anfang der Woche war der Handelsdisput zwischen den USA und China weiter eskaliert, weil die chinesische Währung Yuan deutlich gegenüber dem US-Dollar abgewertet hatte. US-Präsident Donald Trump betrachtete dies als weiteren Affront. Marktbeobachter fürchteten, China setze seine Währung als Waffe im Handelskonflikt ein. Inzwischen beruhigte sich das Geschehen etwas.

Die Aktien von Adidas fielen am Dax-Ende um 2,7 Prozent. Allerdings hatten sie seit Anfang Januar in der Spitze um über 50 Prozent zugelegt und Anfang August ein Rekordhoch erreicht. Für die Abgaben machte Analystin Julie Zhuang von der UBS den lediglich bestätigten Ausblick des Sportartikelherstellers verantwortlich. Die Zahlen für das zweite Quartal seien dagegen nicht schlecht gewesen.

Spitzenreiter im Dax mit einem Plus von 2,6 Prozent waren die Anteilsscheine der Merck KGaA . Der Spezialchemie- und Pharmakonzern steigerte dank gut laufender Pharma- und Laborgeschäfte das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) um fast ein Viertel. Die Umsätze zogen um knapp 7 Prozent an. Analysten hatten mit weniger gerechnet.

Die Thyssenkrupp-Titel reagierten mit einem Kursanstieg von 2,5 Prozent sehr positiv auf die Umbaupläne des Industriekonzerns. Sie hatten in den vergangenen fünf Handelstagen aber auch rund zehn Prozent an Wert verloren. Thyssenkrupp treibt seinen Umbau voran, mit dem der Konzern profitabler und wettbewerbsfähiger werden will. Dabei stellen die Essener weitere Geschäfte auf den Prüfstand, die derzeit Geld verbrennen. Nach einem schwachen dritten Quartal senkte der kriselnde Konzern seine Finanzziele für das laufende Geschäftsjahr.

Die Papiere der Deutschen Telekom büßten ein halbes Prozent ein. Der Konzern kann vor der angepeilten Milliardenübernahme in den USA weiter auf sein brummendes Geschäft in Nordamerika setzen. Vor allem die US-Mobilfunksparte sorgte erneut für Schwung. Auch unter dem Strich verdiente die Telekom trotz hoher Kosten für den Personalabbau im zweiten Quartal deutlich mehr als ein Jahr zuvor, bleibt aber bei seinem Ausblick.

Der Softwarehersteller Compugroup musste nach dem ordentlichen Jahresstart im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang und einen Gewinneinbruch hinnehmen. Der Umsatz des auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierten Unternehmens sank um 2 Prozent. Die Aktien waren mit einem Verlust von 10 Prozent zunächst klarer Tagesverlierer im SDax.

Das schwache Projektgeschäft mit Solarkraftwerken hat dem nordhessischen Solarunternehmen SMA im ersten Halbjahr einen Verlust eingebrockt. Analysten hatten jedoch mit weitaus schlimmeren Zahlen gerechnet. Für das zweite Halbjahr erwartet SMA bessere Geschäfte und hält an seinen Jahreszielen fest. Mit einem Kursaufschlag von 12 Prozent waren Die Aktien ganz oben im SDax zu finden.

Die Osram-Papiere waren mit minus 7,5 Prozent auf 31,19 Euro klares Schlusslicht im MDax. Sie entfernten sich damit weiter vom Kaufgebot der Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle von 35 Euro. Der größte Einzelaktionär von Osram, die Allianz Global Investors (GI), plant das Angebot abzulehnen, weil der Preis nicht angemessen sei. Ein Händler hielt eine deutliche Erhöhung der Offerte aber für unwahrscheinlich.

@ dpa.de