MDAX, DE0008467416

FRANKFURT - Eine neue Verkaufswelle an der technologielastigen US-Börse Nasdaq hat am Freitag für wachsende Vorsicht auch unter den Anlegern hierzulande gesorgt.

14.01.2022 - 11:59:04

Aktien Frankfurt Eröffnung: Zinssorgen trüben die Stimmung der Anleger. Der deutsche Leitindex bremste die Abwärtsbewegung allerdings dank eines erfreulichen vierten Quartals etwas ab.

ging es um 0,48 Prozent auf 34 626,46 Zähler abwärts, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 0,88 Prozent nachgab.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners nannte als Grund für die erneut aufgeflammten Sorgen am Aktienmarkt neben einer gewissen Zurückhaltung wegen der anlaufenden Berichtssaison vor allem die hohe Inflation und die damit verbundene Aussicht auf bald steigende Zinsen. Mehrere Mitglieder der Fed hatten sich am Donnerstag für eine zeitnahe Anhebung der US-Leitzinsen ausgesprochen. Eine schnellere geldpolitische Straffung wird so immer wahrscheinlicher.

Die Credit Suisse erwartet einen ersten Zinsschritt der US-Notenbank (Fed) im März und rechnet mit insgesamt vier in diesem Jahr. Diese von zunehmend mehr Marktkennern geteilte Erwartung - Goldman Sachs etwa hatte sich erst wenige Tage zuvor ähnlich geäußert - hinterließ tags zuvor an der Nasdaq ein weiteres Mal Spuren. Wachstumswerte reagieren besonders sensibel auf höhere Zinsen. Da zudem der kommende Montag in den USA ein Feiertag ist, dürften sich die Investoren auch bereits für ein verlängertes Wochenende positionieren.

Unter den Einzelwerten hierzulande stand insbesondere Europas größer Softwarehersteller SAP mit Eckzahlen und einem ersten Ausblick auf das neue Jahr im Fokus. Die Aktie, die am Morgen noch um 2,5 Prozent gestiegen war, gab zuletzt um 1,2 Prozent nach.

Die Experten von Stifel Europe lobten die "durch die Bank besser als erwartet ausgefallenen Umsatzzahlen" und auch den Auftragsbestand im wichtigen Cloud-Geschäft, doch ein Händler hatte recht früh schon die Nachhaltigkeit etwaiger Kursgewinne an diesem Tag in Frage gestellt und auf die Gewinnseite verwiesen. Wegen hoher Investitionen geht SAP aktuell für 2022 davon aus, dass das operative Ergebnis im besten Fall nur stabil bleibt. Das untere Ende der Prognosespanne signalisiert zugleich einen Rückgang um bis zu 5 Prozent.

Mit minus 2,8 Prozent auf 32,14 Euro zeigten sich außerdem die Anteile der Software AG auffällig schwach. Die US-Investmentbank Goldman Sachs senkte ihren Daumen über dem Darmstädter Unternehmen. Die Kaufempfehlung wurde gestrichen und das Kursziel von 50 auf 39 Euro gekappt. Analyst Gautam Pillai verwies für den kleineren SAP-Wettbewerber darauf, dass die Berechenbarkeit der kurz- bis mittelfristigen Geschäftsentwicklung spürbar abgenommen habe. Zudem dürften weitere Wachstumsinitiativen anstehen, was aber zunächst Geld kosten werde.

Erste Zahlen zum vierten Quartal gab es neben SAP auch von Wacker Chemie am Vorabend. Wegen hoher Preise und einer guten Nachfrage im vergangenen Geschäftsjahr verdiente der Spezialchemiekonzern operativ mehr als erwartet. Mehrere Analysten äußerten sich positiv. Die Aktien nahmen im MDax die Spitze ein und stiegen um 4,3 Prozent.

Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS äußerte sich ebenfalls zu ihrem Schlussquartal, was der Aktie im SDax zu einem Plus von 3,5 Prozent verhalf. Damit war auch DWS Index-Spitzenwert. Der Vermögensverwalter rechnet wegen höherer Gebühreneinnahmen mit einem überraschend guten Jahresabschluss./ck/mis

Von Claudia Müller, dpa-AFX

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Aktien Frankfurt Schluss: Zinssorgen setzen Dax unter Druck. Anziehende Anleiherenditen waren im Gegenzug Ausdruck der neuerdings spürbaren Zinsangst. Nach einem am Vormittag erreichten Tief seit Weihnachten, das unter 15 700 Punkten lag, konnte der Leitindex seine Verluste im Verlauf aber etwas reduzieren. FRANKFURT - Der Dax hat am Dienstag im Erwartung bald steigender Zinsen wieder deutlich Federn gelassen. (Boerse, 18.01.2022 - 18:19) weiterlesen...

WDH: Aktien Frankfurt Schluss: Zinssorgen setzen Dax unter Druck (Tippfehler im ersten Satz behoben: in rpt in) (Boerse, 18.01.2022 - 18:08) weiterlesen...

Aktien Frankfurt: Unter Druck - Zinsanstieg belastet erneut Techwerte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,8 Prozent. FRANKFURT - Der Dax der mittelgroßen Börsenwerte verlor 1,36 Prozent auf 34 116 Zähler. (Boerse, 18.01.2022 - 14:52) weiterlesen...

Aktien Frankfurt: Abwärts - Steigende Zinsen belasten erneut Techwerte. Am Vortag noch in Richtung der 16 000-Punkte-Marke unterwegs, verlor der Leitindex nun 1,16 Prozent auf 15 748 Punkte und rutschte damit unter die 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend. Sie verläuft derzeit bei knapp 15 800 Punkten. FRANKFURT - Nach dem stabilen Wochenstart hat der Dax am Dienstag wieder deutlich Federn gelassen. (Boerse, 18.01.2022 - 12:02) weiterlesen...

Aktien Frankfurt Eröffnung: Schwächer - Zinsen bleiben Hauptthema. Der Leitindex sucht eine Richtung. Kurz nach der Eröffnung auf Xetra verlor er 0,68 Prozent auf 15 826 Punkte. Die Blicke gehen nun Richtung 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend, die bei gut 15 800 Punkten verläuft. FRANKFURT - Nach dem stabilen Wochenstart hat der Dax am Dienstag wieder nachgegeben. (Boerse, 18.01.2022 - 10:07) weiterlesen...

Aktien Frankfurt Ausblick: Etwas schwächer - Zinsen bleiben Hauptthema FRANKFURT - Nach dem stabilen Wochenstart zeichnen sich im Dax wird ein halbes Prozent schwächer erwartet. (Boerse, 18.01.2022 - 08:16) weiterlesen...