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FRANKFURT - Eine erneute Gewinnwarnung von Daimler hat am Freitag die erwartete Dax-Erholung zunichte gemacht und die Autobranche geschockt.

12.07.2019 - 09:55:24

Frankfurt Eröffnung: Daimler-Warnung verhindert Dax-Erholung. Der deutsche Leitindex notierte im frühen Handel 0,08 Prozent tiefer bei 12 322,08 Punkten. Im vorbörslichen Geschäft hatte es im Sog eines weiteren Rekordhochs des Dow-Jones-Index noch nach einem Dax-Plus ausgesehen. Nun deutet sich für das wichtigste deutsche Börsenbarometer ein Wochenverlust von rund 2 Prozent an.

ging es um rund 0,1 Prozent nach oben.

Nach schwachen Eckdaten für das zweite Quartal und einem gekappten Ausblick sackten Daimler-Aktien zunächst um bis zu 4,5 Prozent ab. In der Folgezeit machten sie jedoch rund zwei Drittel ihrer Abgaben wett und notierten zuletzt 1,6 Prozent tiefer bei 45,89 Euro.

Das operative Ergebnis im zweiten Quartal werde deutlich unter den Markterwartungen liegen, räumte Daimler ein. Für Mercedes-Benz Cars wird eine Umsatzrendite von 3 bis 5 Prozent avisiert statt bisher 6 bis 8 Prozent. Daimler hatte erst vor rund drei Wochen sein Ergebnisziel gesenkt. Für den davor erfolgsverwöhnten Konzern ist dies nun schon die vierte Gewinnwarnung innerhalb rund eines Jahres.

Im Fahrwasser der Daimler-Verluste fielen zunächst auch andere Autowerte ins Minus, erholten sich aber rasch wieder. Zuletzt zeigten sich die Aktien von BMW kaum verändert. Die Titel des Autozulieferers Continental legten um 0,4 Prozent zu und die Vorzugsaktien von Volkswagen rückten um 0,6 Prozent vor.

VW hatte am Vorabend mitgeteilt, seine Zusammenarbeit mit dem US-Autobauer Ford auszubauen. Details dazu wollen VW-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett am Freitagnachmittag in New York bekanntgeben. Bisher kooperieren die Unternehmen bereits im Bereich leichter Nutzfahrzeuge.

Die Aktien der Deutschen Bank stiegen an der Dax-Spitze um 1,9 Prozent auf 6,715 Euro. Die Schweizer Großbank UBS stufte die Anteilsscheine von "Sell" auf "Neutral" hoch und hob das Kursziel von 5,70 auf 6,60 Euro an. Mit den zuletzt angekündigten Umbaumaßnahmen sehe das Chance/Risiko-Profil der Bank ausgeglichener aus, schrieb Analyst Daniele Brupbacher.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte in einem Interview klargestellt, dass beim geplanten Konzernumbau auch in Deutschland in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Das Geldhaus hatte angekündigt, sich unter anderem aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückzuziehen und bis Ende 2022 weltweit rund 18 000 von zuletzt rund 91 000 Vollzeitstellen zu streichen.

Die Fielmann-Papiere standen mit einem Minus von 5,4 Prozent nicht nur wegen des Dividendenabschlags unter Druck, denn die britische Investmentbank HSBC hatte die Aktien von "Buy" auf "Hold" abgestuft. Das erste Halbjahr der Optikerkette habe den Erwartungen entsprochen, schrieb Analyst Paul Rossington. Dass aber der Jahresausblick für den Vorsteuergewinn nicht angehoben worden sei, begrenze das kurzfristige Potenzial der Aktie.

Die HSBC stufte auch die Aktien von Siemens Healthineers von "Buy" auf "Hold" ab und senkte das Kursziel von 42 auf 41 Euro. Ähnlich wie in den vorangegangenen Quartalen dürfte auch im abgelaufenen Geschäftsquartal des Medizintechnikkonzerns ein schwaches Diagnostikgeschäft belastet haben, schrieb Analyst Richard Latz in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die Papiere büßten 1,9 Prozent ein.

@ dpa.de

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