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MDAX, DE0008467416

FRANKFURT - Eine ausgeprägte Grundnervosität der Anleger hat am Dienstag am deutschen Aktienmarkt zu größeren Schwankungen geführt.

23.02.2021 - 18:08:01

Aktien Frankfurt Schluss: Nervöse Anleger halten Dax unter Druck. Zunächst stabil gestartet, hatte der Dax zeitweise zwei Prozent verloren und mit 13 664 Punkten den tiefsten Stand seit drei Wochen erreicht. Nach einem weiteren Hin und Her holte er letztlich viel davon wieder auf. Aus dem Handel ging er 0,61 Prozent tiefer bei 13 864,81 Punkten.

noch deutlicher um 1,19 Prozent auf 31 643,84 Punkte.

Zuletzt wurde schon die Sorge vor einer steigenden Inflation und höheren Zinsen vermehrt als Gefahr für die Finanzmärkte angesehen. Hier wirkten Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell am Nachmittag aber etwas beruhigend. Im Rahmen einer Anhörung vor einem Senatsausschuss sah dieser keine Inflationsgefahren. Demnach sei es noch ein weiter Weg, bis die US-Wirtschaft die Folgen der Krise überwunden habe und die Ziele der Notenbank erreichen würde.

"Der oberste US-Notenbanker bleibt seiner vorsichtigen Linie mit Blick auf die Einschätzung der konjunkturellen Perspektiven treu", kommentierte Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW. Am Markt wurde das Fazit gezogen, dass die voranschreitende Konjunkturerholung also noch für längere Zeit nicht durch geldpolitische Kursänderungen bedroht werden dürfte. Dies kühlte die erhitzten Gemüter der Anleger wieder etwas ab.

Der Ausverkauf unter den gut gelaufenen Werten stand im Einklang mit einem Kursrutsch bei den Technologiewerten an der New Yorker Nasdaq-Börse, der am Dienstag nicht zu Ende ging. Die Verluste wurden bei den hiesigen Vertretern zwar im Verlauf etwas kleiner, im Dax fielen die Aktien von Infineon aber immer noch um 3,1 Prozent.

Viele weitere Aktien, die in den vergangenen Monaten von Anlegern als Gewinner der Pandemie geschätzt wurden, standen ebenfalls unter Druck. Im Dax war dies noch die 3,4 Prozent schwächere Aktie der Deutschen Post. Im MDax fielen die Papiere von Shop Apotheke und Hellofresh um jeweils vier Prozent. Home24 sackten im SDax sogar um 8,4 Prozent ab.

Wie schon am Vortag fiel dagegen der Reisesektor positiv auf. Laut Marktbeobachter Neil Wilson von Markets.com machen hier die Aussicht auf Lockerungen in Großbritannien und voranschreitende Impfungen Hoffnung für die Sommersaison. Die Papiere von Fraport kletterten an der MDax-Spitze um 7,8 Prozent. Bei Lufthansa reichte es für einen Anstieg um 2,1 Prozent. Im SDax rückten die Aktien des Autovermieters Sixt um 3,8 Prozent vor.

Aber auch andere Branchen, die von der Krise gezeichnet sind, zeigten sich am Dienstag freundlich. Für den Außenwerbespezialisten Ströer und den Modekonzern Hugo Boss ging es um 5,8 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent nach oben. Die Papiere des Einkaufszentren-Investors Deutsche Euroshop zogen um 3,7 Prozent an.

Aus der zweiten Reihe rückten noch die Anteilscheine von Rational negativ in den Fokus, indem sie um fast zehn Prozent einbrachen. Überraschend vorsichtige Aussagen des Großküchenausrüsters zur erwarteten Ertragskraft im laufenden Jahr belasteten.

Europaweit war das Bild etwas solider als beim Dax. Der EuroStoxx gab um 0,3 Prozent nach. In Paris und London brachten die Leitindizes Cac 40 und FTSE 100 sogar kleine Gewinne über die Ziellinie. In New York stand der Dow Jones Industrial zum hiesigen Handelsschluss noch leicht im Minus. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor dort aber noch 1,3 Prozent.

Der Euro verlor im Verlauf etwas den Rückenwind. Am Morgen hatte er noch mit 1,2180 Dollar in der Spitze an seine Vortagesgewinne angeknüpft, zuletzt fiel er dann aber auf 1,2146 US-Dollar zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2143 (Montag: 1,2133) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8235 (0,8242) Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,36 Prozent am Vortag auf minus 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 144,82 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,16 Prozent auf 174,29 Punkte nach./tih/he

Von Timo Hausdorf, dpa-AFX

@ dpa.de

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