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FRANKFURT - Die weltweiten Finanzmärkte haben am Mittwoch auf hochkochende Sorgen um den Syrien-Konflikt reagiert.

11.04.2018 - 13:46:25

Börsen fallen nach Zuspitzung des Syrien-Konflikts. Der deutsche Leitindex Dax weitete am frühen Nachmittag seine Verluste aus. Nach drastischen Worten von US-Präsident Donald Trump an Russland gab der Dax um 1,06 Prozent auf 12 265,37 Punkte nach. Gleichzeitig stiegen die Ölpreise und der Euro gewann an Wert gegenüber dem Dollar.

Auch der EuroStoxx 50 , der Leitindex der Eurozone, fiel deutlicher und gab zuletzt um 0,74 Prozent auf 3413,38 Punkte nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial wird nun zum Handelsauftakt ebenfalls tiefer erwartet. Der Broker IG taxierte den US-Leitindex aktuell 1 Prozent im Minus.

Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien hat Trump gedroht, ein Militärschlag stehe unmittelbar bevor. "Russland hat geschworen, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach' Dich bereit, Russland, denn sie werden kommen (...)", schrieb Trump am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter.

"Das Säbelrasseln geht weiter", so Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. "Dass Trump bereit ist, in den Syrien-Konflikt aktiv einzugreifen, führt an den Finanzmärkten zu Verunsicherung, denn letztlich würden damit Russland und die USA auch militärisch aufeinander treffen." Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank sprach angesichts der sich verschärfenden Töne der beiden Großmächte ebenfalls von einer spürbaren Verunsicherung.

Trump gab Russland eine Mitschuld für die Entwicklung. Moskau dürfe sich nicht mit einem "Tier" verbünden, das mit Gas töte, fügte er hinzu und meinte damit offensichtlich den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Washington macht Assads Regierung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta verantwortlich und hat militärische Schritte nicht ausgeschlossen.

Russland wird nach Angaben seines Botschafters im Libanon jegliche US-amerikanische Rakete auf syrischen Hoheitsgebiet abfangen. "Sollte es einen Angriff von Seiten Amerikas geben (...), werden die Raketen abgeschossen und die Objekte angegriffen, von denen sie abgefeuert wurden", sagte Alexander Sassypkin im libanesischen Fernsehen, wie die Agentur Interfax am Mittwoch meldete.

Der Kreml rief die USA zur Besonnenheit nach den Giftgasvorwürfen auf. "Hoffentlich vermeiden alle Länder Schritte", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau der Agentur Tass zufolge. Dies gelte vor allem für Maßnahmen, die die ohnehin fragile Situation in der Region weiter destabilisieren könnten. Moskau ist im Bürgerkrieg ein enger Verbündeter der syrischen Regierung.

@ dpa.de

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