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FRANKFURT - Die neue Corona-Variante Omikron hat den Aktienmarkt im Griff.

30.11.2021 - 14:33:04

Aktien Frankfurt: Unsicherheit und Nervosität steigen wegen Omikron. Die Stimmung an der Börse habe mit dem Auftauchen dieser Variante Ende der vergangenen Woche komplett gedreht, brachte es der Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets auf den Punkt. Nach skeptischen Aussagen des Modernarutschte zeitweise in die Nähe der runden Marke von 15 000 Punkte. Gegen Mittag verlor er 1,30 Prozent auf 15 082,62 Punkte.

der mittelgroßen Börsenwerte ins Plus mit zuletzt 0,10 Prozent auf 34 084,96 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone notierte 1,1 Prozent schwächer.

Bancel sagte in der "Financial Times", bestehende Impfstoffe dürften mit der Omikron-Variante ihre Probleme haben. Es werde wohl länger dauern, bis angepasste Vakzine in ausreichendem Umfang hergestellt werden könnten. "Die Finanzmärkte dürften die nächsten Tage stark von Nachrichten zur Einschätzung der Omikron-Virusvariante bestimmt bleiben, wobei der Unsicherheitsgrad zunächst hoch bleibt", kommentierten Analysten der BayernLB. Unsicherheit ist an der Börse nie willkommen, für gewöhnlich reagieren die Kurse in solchen Phasen mit Abschlägen.

Marktteilnehmer können sich inzwischen vorstellen, dass die Notenbanken von ihrer jüngsten Tendenz zur Straffung der Geldpolitik demnächst wieder absehen werden, sollte die Pandemie das Wirtschaftswachstum abermals ausbremsen. Dies wiederum könnte eine nochmals steigende Inflation zur Folge haben. Bereits im November hatte die Teuerung in der Eurozone einen Rekordwert von 4,9 Prozent seit Bestehen des gemeinsamen Währungsraums erreicht. In Kombination mit den Omikron-Sorgen ist dies laut dem Experten Molnar für die Börse ein gefährlicher Cocktail. Denn der geldpolitische Spielraum, der notwendig wäre, um eine Verlängerung der Pandemie wirtschaftlich und finanziell abzufedern, werde dadurch eingeschränkt.

Zykliker wie Covestro oder Volkswagen gerieten angesichts der Sorgen um eine schwächere Konjunktur und nochmals größere Lieferkettenprobleme im Dax unter Druck mit Abschlägen von um die zwei Prozent. Papiere der Pandemie-Profiteure aus der Gesundheitsbranche wurden hingegen gekauft, allen voran jene des Laborausrüsters Sartorius mit einem Plus von mehr als sechseinhalb Prozent an der Dax-Spitze. Merck KGaA , Siemens Healthineers und Qiagen rückten um bis zu eineinhalb Prozent vor.

Carl Zeiss Meditec aus dem MDax schlossen mit plus 2,1 Prozent ihre Kurslücke von vor einer Woche. Im Nebenwerteindex SDax kam den Papieren der Shop Apotheke mit plus 2,8 Prozent ein optimistischer Analystenkommentar zugute. Mit der Shop Apotheke hätten Anleger die seltene Chance, einen Onlinehändler noch im Frühstadium seines Wachstums zu erwischen, schrieb Analystin Victoria Petrova von der Credit Suisse.

Der wegen Vorwürfen einer Investorengruppe unter Druck stehende Immobilienkonzern Adler Group sieht sich auf Kurs zu seinen im Sommer angehobenen Jahreszielen. Neuigkeiten zu den Vorwürfen des Leerverkäufers Fraser Perring gab es nicht. Das wiederum sorgte an der Börse für Verunsicherung. Die Aktien brachen in Richtung ihres Rekordtiefs um mehr als 13 Prozent ein.

Der Euro legte deutlich zu. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1362 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1276 Dollar festgesetzt.

Am deutschen Anleihemarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,42 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 145,58 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,28 Prozent auf 172,41 Zähler./ajx/eas

Von Achim Jüngling, dpa-AFX

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