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FRANKFURT - Die aktuelle Bewegungsarmut am deutschen Aktienmarkt könnte laut Börsianern womöglich noch weiter anhalten.

23.10.2020 - 16:06:28

WOCHENAUSBLICK: Anleger schauen auf die Berichtssaison. Die Unsicherheit über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen und die weltweit steigenden Corona-Infektionszahlen halten die Anleger derzeit in Atem. Der Leitindex Dax zeigt sich seit Wochen orientierungslos und schwankte zuletzt zwischen 12 500 und 13 000 Punkten. In der kommenden Woche nimmt nun auch die Berichtssaison hierzulande an Fahrt auf. Ob sie für merkliche Kursimpulse sorgen kann, bleibt abzuwarten.

bereits vor dem Wochenende die Anleger mit einem angehobenen Gewinnausblick für 2020 erfreut.

Nach Einschätzung vieler Beobachter rückt unterdessen bereits das neue Jahr in den Mittelpunkt, da 2020 wegen Corona bereits abgehakt sei. Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater etwa ist überzeugt, dass der Markt trotz der aktuellen Rückschläge bei der Erholung der Wirtschaft auf eine Besserung im kommenden Jahr setzt.

Wie das abgelaufene Jahresviertel beim Softwarekonzern SAP verlaufen ist, erfahren die Investoren gleich am Montag. Der Zahlenreigen im Dax setzt sich dann am Dienstag mit dem Kunststoffkonzern Covestro fort. Am Mittwoch folgen die Berichte von Deutsche Bank , BASF , Beiersdorf (Umsatzzahlen) und dem Essenslieferdienst Delivery Hero . Am Donnerstag öffnen der Autobauer Volkswagen (VW) , der Triebwerksbauer MTU und der Klinik- und Medizinkonzern Fresenius sowie seine Dialysetochter FMC die Bücher. Daneben steht die komplette Woche über eine Fülle an Zahlen auch aus den hinteren Börsenrängen an.

Auch einige wichtige Konjunkturdaten gilt es zu beachten. Zuletzt dämpften die steigenden Neuinfektionszahlen die Erholung der Konjunktur. Aufschluss über die Unternehmensstimmung hierzulande wird am Montag der Ifo-Geschäftsklima geben. Für die Eurozone wird am Donnerstag das Wirtschaftsvertrauen für Oktober publiziert - am selben Tag steht der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) an.

Zwar hatten die europäischen Währungshüter zuletzt ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, die geldpolitischen Stimuli auszuweiten, doch gibt es innerhalb der EZB offenbar unterschiedliche Ansichten über den Zeitpunkt. "Vor diesem Hintergrund rechnen wir zur anstehenden Ratssitzung noch mit keiner Adjustierung des geldpolitischen Kurses", heißt es daher bei der DZ Bank.

Kurzfristig steht zudem weiter die US-Wahl im Fokus, die wegen der unterschiedlichen politischen wie ökonomischen Ausrichtung der beiden Kandidaten Joe Biden (Demokraten) und Donald Trump (Republikaner) für die Börsianer hohe Bedeutung hat. "Wenngleich die Möglichkeit eines Trump-Sieges besteht, wird an den Kapitalmärkten derzeit eher ein Regierungswechsel eingepreist", sagt Carsten Mumm, Chefvolkswirt der Privatbank Donner & Reuschel. Doch die Unsicherheit für die Börsen bleibt bis zur Wahl Anfang November bestehen: Auch vor vier Jahren hatten die Wahlforscher dem letztlich siegreichen amtierenden US-Präsidenten Trump eine Niederlage vorhergesagt.

@ dpa.de

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