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FRANKFURT - Der Stopp der Gaslieferungen Russlands durch die Nord-Stream-1-Pipeline dürfte dem deutschen Aktienmarkt den Start in die neue Woche verhageln.

05.09.2022 - 05:54:32

WOCHENAUSBLICK: Herbe Verluste erwartet - Sorge vor Energiekrise. Die ohnehin schon vorhanden Sorgen in puncto einer Wirtschaftsschwäche werden nun noch größer. So hatte der russische Staatskonzern Gazprom am Freitagabend mitgeteilt, dass die Lieferungen nach einer angeblichen Wartungspause entgegen vorherigen Ankündigungen doch nicht wieder aufgenommen werden.

reicht sie bis 1928 zurück, für den Dow Jones Industrial gar bis 1896. Und die USA sind gegenwärtig der weltweite Taktgeber für das wohl wichtigste Börsenthema: Inflation und Zinserhöhungen.

Von Anfang Juli bis Mitte August hatten sich die Zinsängste an den Märkten merklich gelegt, Dow und Dax machten kräftig Boden gut. "Doch diese Hoffnung hat sich wohl als vergeblich herausgestellt", sagt Sadowski. US-Notenbankchef Jerome Powell habe sich zuletzt klar für die Bekämpfung der Teuerung positioniert. Steigende Zinsen hätten aber höhere Kreditkosten, Konsumrückgang und geringere Investitionen der Unternehmen zur Folge. Trübere Aussichten für das künftige Wachstum also. Kein Stoff, aus dem die Börsenträume sind.

Aktuelle Zahlen zur Beschäftigung in den USA untermauern die gute Arbeitsmarktlage, setzen aber auch die Fed unter Druck. Im August stieg die Beschäftigung stärker als von Volkswirten erwartet. "Der Stellenaufbau ist weiterhin stark", kommentierte Ökonom Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen. Auch dürfte der Preisdruck nicht wesentlich nachlassen. Die Fed werde wohl an dem Plan festhalten, "aggressiv gegen die hohe Inflationsrate vorzugehen".

Auch in der Eurozone stehen die Signale klar auf Zinserhöhungen. Die Sitzung der Europäische Zentralbank am Donnerstag nennt Analyst Andreas Hürkamp von der Commerzbank "das für die Kapitalmärkte wichtigste Ereignis in der kommenden Woche". Er rechnet mit dem "großen Schritt", also einer Anhebung um 0,75 Prozentpunkte. Grund sei die hohe Inflationsrate, die im August mit 9,1 Prozent höher als erwartet gewesen sei. Im Oktober, Dezember und Februar dürfte die EZB die Zinsschraube weiter anziehen.

Nach den Kursverlusten des Dax in den vergangenen Wochen drängt sich ein Blick auf den Chart geradezu auf. Denn die bisherigen Jahrestiefstände vom März und Juli bei rund 12 400 Zählern sind bedrohlich nahe gerückt. "Bevor auch die runde 12 000er-Marke auf den Prüfstand gestellt werden könnte", wie die Analysten der Bank UBS warnen. In diesem Fall hätte der Leitindex in nur acht Monaten mehr als 4000 Punkte eingebüßt.

Nicht nur die Charttechnik des Dax, auch seine Zusammensetzung dürfte in der neuen Woche ein Thema an der Börse sein. Denn der Kochboxenlieferant Hellofresh dürfte seinen Platz in der ersten Börsenliga für die im März noch abgestiegene Siemens Energy räumen müssen. Am Montag nach Börsenschluss fällt die Entscheidung hierüber. Auch in den Indizes MDax und SDax dürfte es mehrere Änderungen geben./bek/la/nas/mis

Von Benjamin Krieger und Michael Schilling, dpa-AFX

@ dpa.de

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