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FRANKFURT - Der Schock einer weiteren Gewinnwarnung von Daimler und Aumann dafür, dass die heimische Börse nicht stärker vom anhaltenden Rekordkurs an der Wall Street profitierte.

12.07.2019 - 12:08:24

Aktien Frankfurt: Dax schüttelt Daimler-Gewinnwarnung ab

ging es um rund 0,1 Prozent nach oben.

Nach schwachen Eckdaten für das zweite Quartal und einem gekappten Jahresausblick sackten Daimler-Aktien zunächst um bis zu 4,5 Prozent ab. In der Folgezeit machten sie jedoch einen Großteil ihrer Abgaben wett und notierten zuletzt noch 0,9 Prozent tiefer. Das operative Ergebnis im zweiten Quartal werde deutlich unter den Markterwartungen liegen, räumte Daimler ein. Daimler hatte erst vor rund drei Wochen sein Ergebnisziel für 2019 gesenkt.

Im Fahrwasser der Daimler-Verluste fielen zunächst auch andere Autowerte ins Minus, erholten sich aber rasch wieder und kletterten sogar kräftig ins Plus. So gewannen die Aktien von BMW und die Vorzugsaktien von Volkswagen zuletzt jeweils rund 1 Prozent. Die Titel des Autozulieferers Continental legten gar um 2,2 Prozent zu.

"Da der Autokonzern bereits vor einigen Wochen die Gewinnprognose gekürzt hatte, halten sich die Auswirkungen auf die gesamt Automotivbranche in Grenzen", stellte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank fest. Vielmehr keimten nun Hoffnungen auf, dass sich die Probleme eher auf Daimler begrenzen und andere Autobauer wie VW besser abschneiden könnten, so Lipkow.

Volkswagen hatte am Vorabend mitgeteilt, seine Zusammenarbeit mit dem US-Autobauer Ford auszubauen. Details dazu wollen VW-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett am Freitagnachmittag in New York bekanntgeben. Bisher kooperieren die Unternehmen bereits im Bereich leichter Nutzfahrzeuge.

Die Aktien der Deutschen Bank stiegen um 1,5 Prozent auf 6,69 Euro. Die Schweizer Großbank UBS stufte die Anteilsscheine von "Sell" auf "Neutral" hoch und hob das Kursziel von 5,70 auf 6,60 Euro an. Mit den zuletzt angekündigten Umbaumaßnahmen sehe das Chance/Risiko-Profil der Bank ausgeglichener aus, schrieb Analyst Daniele Brupbacher.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte in einem Interview klargestellt, dass beim geplanten Konzernumbau auch in Deutschland in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Das Geldhaus hatte angekündigt, sich unter anderem aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückzuziehen und bis Ende 2022 weltweit rund 18 000 von zuletzt rund 91 000 Vollzeitstellen zu streichen.

Die Papiere von Siemens Healthineers fielen um weitere 2,2 Prozent und bauten damit ihr Minus in zwei Tagen auf rund 8 Prozent aus. Der Hersteller von Medizintechnik habe zuletzt wohl versucht, die Analystenerwartungen zu bremsen, gerade für das Diagnostikgeschäft, erklärte ein Börsianer. Zudem strich HSBC-Analyst Richard Latz seine Kaufempfehlung für die Aktien. Er rechnet damit, dass sich die schwache Entwicklung der Diagnostik-Sparte aus dem zweiten Geschäftsquartal im dritten fortgesetzt hat./edh/mis

Von Eduard Holetic, dpa-AFX

@ dpa.de

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