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FRANKFURT - Der geldpolitische Kurs der US-Notenbank (Fed) zur Bekämpfung der Inflation ist am Donnerstag an den Börsen gut angekommen.

16.12.2021 - 18:22:03

Aktien Frankfurt: Gewinne nach geldpolitischen Entscheidungen von Fed und EZB. Die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag über ihre Geldpolitik änderten an der guten Laune der Investoren zugleich kaum etwas. Der Dax kletterte um 1,47 Prozent auf 15 703,32 Zähler nach oben. Der Weg zu weiteren Gewinnen könnte damit frei sein, denn bereits am Vormittag hatte der deutsche Leitindex die wichtigsten charttechnischen Hürden für den kurz- bis langfristigen Trend hinter sich gelassen.

der mittelgroßen Börsentitel beendete den Tag mit einem Aufschlag von 0,41 Prozent auf 34 472,94 Punkte.

In den USA will die Fed schneller als bisher beabsichtigt aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik aussteigen und deutete für das kommende Jahr drei Zinserhöhungen an. Damit weicht ein wichtiger Unsicherheitsfaktor. Denn mit dem Schritt steigt das Leitzinsniveau in den USA zwar "schneller, auf lange Sicht aber nicht höher", wie DZ-Bank-Analystin Birgit Henseler kommentierte. Die Fed wolle "lieber früher handeln", um später "nicht länger und aggressiver auf der Bremse stehen zu müssen".

In China indes tendiert die Notenbank zu weiteren Lockerungen. In Großbritannien überraschte die Bank of England mit einer ersten Leitzinsanhebung, während die Europäische Zentralbank (EZB) das Auslaufen ihres Pandemieprogramms Pepp durch eine vorübergehende Aufstockung des zweiten Kaufprogramms namens App kompensieren will.

"Während bei Lockerungen im Bedarfsfall also Einigkeit unter weltweiten Zentralbanken zu herrschen scheint, klafft eine große Lücke bei der Art und Weise, wie sich alle Beteiligten das Ende der expansiven Geldpolitik vorstellen", fasste CMC-Markets-Experte Stanzl zusammen. Für den Aktienmarkt wirke dieser geldpolitische Flickenteppich verunsichernd und damit "nicht gerade vertrauensbildend".

Größter Gewinner im Dax war die Aktie von Airbus mit plus 2,8 Prozent. Der Flugzeugbauer stach den US-Rivalen Boeing aus und ergatterte einen Großauftrag in Australien. Zudem gab es eine positive Analystenstudie der Credit Suisse, die in der Frachtnachfrage einen Kurstreiber sieht, die mögliche Sorgen mit Blick auf Großraumflugzeuge zerstreuen dürfte.

Adidas gewannen unterdurchschnittliche 0,2 Prozent. Der Sportartikelhersteller will über mehrere Jahre eigene Aktien im Wert von bis zu vier Milliarden Euro kaufen, was laut Goldman Sachs im Einklang mit den insgesamt neun Milliarden Euro steht, die der Sportartikelhersteller an die Aktionäre bis Ende 2025 weiterreichen will.

Im MDax stiegen die Anteile von Jungheinrich um 3,7 Prozent und nahmen die Index-Spitze ein. Das Bankhaus Metzler bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem leicht auf 55 Euro angehoben Kursziel. Der Gabelstaplerhersteller dürfte die höheren Rohstoffkosten dank anziehender Preise und eigener Maßnahmen locker kompensieren können, erwartet Analyst Stephan Bauer. Auch die Nachfragetrends hält er für ermutigend.

Unter den kleineren Börsentiteln gewannen Dermapharm nach einer erneut hochgeschraubten Gewinnprognose für das zu Ende gehende Jahr 2,9 Prozent. Metro indes verloren nach einem enttäuschenden Ergebnisausblick 9,4 Prozent. Zudem will das Handelsunternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende zahlen.

Die Aktien des österreichischen Technologieunternehmens S&T brachen nach Kritik der Investmentfirma Viceroy, die zum Leerverkäufer und Börsenspekulanten Fraser Perring gehört, um fast 30 Prozent ein und sackten auf den tiefsten Stand seit Mitte 2017. S&T will nun die Vorwürfe prüfen, die sich zum Teil auf sehr lange zurückliegende mögliche Compliance-Verstöße bezögen.

Der wichtigste Index der Eurozone, der EuroStoxx 50 , schloss 1,01 Prozent höher auf 4201,87 Punkte und auch in Paris und London ging es nach oben. In den USA indes bot sich zum Börsenschluss in Europa ein uneinheitliches Bild: Während der Dow Jones Industrial um 0,5 Prozent zulegte, gab die technologielastige Nasdaq-Börse um mehr als ein Prozent nach.

Der Euro kostete am frühen Abend 1,1305 US-Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1336 (Mittwoch: 1,1262) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8822 (0,8879) Euro. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,44 Prozent am Vortag auf minus 0,42 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 145,43 Punkte. Der Bund-Future (März-Kontrakt) sank um 0,07 Prozent auf 174,08 Punkte./ck/men

Von Claudia Müller, dpa-AFX

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