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FRANKFURT - Der deutsche Aktienmarkt tut sich mit einer Stabilisierung weiter schwer.

24.09.2020 - 15:15:27

Aktien Frankfurt: Nach jüngster Erholung dominieren wieder die Konjunktursorgen. Nach dem Ausverkauf am Montag und den recht moderaten Kursgewinnen an den beiden darauffolgenden Tagen überwogen am Donnerstag die Minuszeichen. Die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen rückten als Belastungsfaktor wieder verstärkt in den Vordergrund; zudem war der Ifo-Geschäftsklimaindex etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

konnte immerhin anfängliche Verluste von rund 1 Prozent zwischenzeitlich wettmachen, lag am frühen Nachmittag aber wieder 0,23 Prozent tiefer bei 12 614,24 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,5 Prozent nach.

Hierzulande waren zuletzt wieder Ängste entstanden, die steigenden Coronavirus-Inflationszahlen könnten erneute Lockdowns mit schweren wirtschaftlichen Folgen zur Folge haben. So erreichte Großbritannien mit mehr als 6000 neuen Fällen innerhalb eines Tages den höchsten Stand an Corona-Neuinfektionen seit Anfang Mai.

Das Testsystem des Landes geriet in den vergangenen Wochen an seine Grenzen: In vielen Testzentren waren kaum noch Tests verfügbar, teilweise mussten Bürger mit Symptomen mehrere Hundert Kilometer fahren. Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten auch wieder schärfere Schutzmaßnahmen.

Die vom Ifo-Geschäftsklimaindex gemessene Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im September zwar trotz steigender Corona-Neuinfektionen erneut aufgehellt, Analysten hatten aber einen noch etwas stärkeren Anstieg erwartet.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich auch im September weiter auf Erholungskurs, aber mit nachlassendem Tempo", schrieb Michael Holstein, Leiter des Bereichs Volkswirtschaft bei der DZ Bank. Viele Dienstleistungssparten litten unter den wieder steigenden Infektionszahlen und der damit verbundenen Unsicherheit über mögliche neue Einschränkungen.

Der Licht- und Elektronikspezialist Hella litt derweil auch im ersten Quartal seines neuen Geschäftsjahrs unter den Folgen der Corona-Krise. Während das Unternehmen beim Umsatz etwas unter den Erwartungen der Analysten lag, schnitt es beim bereinigtem operativen Ergebnis ein wenig besser ab. Die im MDax notierten Anteilsscheine schwankten stark und verloren zuletzt mehr als ein Prozent.

Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr bot institutionellen Anlegern Wandelanleihen an. Angesichts der damit verbundenen, potenziellen Kapitalverwässerung sackten die Papiere am Index-Ende um rund sechs Prozent ab. Diese resultiert aus der Möglichkeit, dass die Anleihen in Aktien der Firma gewandelt werden.

Unter den im Nebenwerte-Index SDax gelisteten Papieren schafften die Aktien von SNP gegen den schwachen Trend am Gesamtmarkt ein Plus von 0,2 Prozent. Der Softwareanbieter und IT-Berater vereinbarte eine globale Partnerschaft mit dem japanischen IT-Unternehmen Fujitsu zur Nutzung von SNP-Software.

Für die Anteilsscheine von Klöckner & Co ging es sogar um fast vier Prozent nach oben. Der Stahlhändler konnte negativen Auswirkungen der Covid-Pandemie auf das operative Geschäft weiter abmildern und blickt nun zuversichtlicher in die Zukunft.

Der Euro blieb unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1635 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1692 (Dienstag: 1,1740) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8553 (0,8518) Euro.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von minus 0,52 Prozent am Vortag auf minus 0,53 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 145,85 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,12 Prozent auf 174,59 Zähler zu./la/zb

Von Lutz Alexander, dpa-AFX

@ dpa.de

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