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FRANKFURT - Der deutsche Aktienmarkt ist zu Beginn der verkürzten Vorweihnachtswoche stark unter Druck geraten.

20.12.2021 - 10:08:29

Frankfurt Eröffnung: Lockdown-Angst setzt Dax stark unter Druck. Die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus lastete am Montag ebenso auf der Stimmung wie die Sorge, dass eines der innenpolitischen Kernvorhaben von US-Präsident Joe Biden womöglich vor dem Aus stehen könnte.

der mittelgroßen Börsenwerte büßte 1,77 Prozent auf 33 849,68 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 2,3 Prozent.

"Das Wort vom Lockdown macht wieder die Runde", schrieb Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei dem Handelshaus Robomarkets. "Die Niederlande sind schon im Lockdown, und auch in Deutschland könnte es nach Weihnachten so weit sein." Die Angst der Investoren vor einem erneuten Stillstand in weiten Teilen der Wirtschaft nehme wieder zu und schicke die Börsen rund um den Globus auf Talfahrt. Wegen Omikron sei von vorweihnachtlicher Ruhe auch in diesem Jahr am Aktienmarkt nichts zu spüren, die Jahresendrally scheine endgültig abgeblasen.

Zudem blickten die Anleger besorgt in Richtung USA. Der demokratische Senator Joe Manchin hatte verkündet, dass er einem billionenschweren Sozial- und Klimapaket nicht zustimmen könne. Nun ist unklar, ob das Prestigeprojekt des Präsidenten noch zu retten ist. Republikaner bejubelten die Blockade des eher konservativen Demokraten Manchin. Dessen Parteikollegen reagierten empört. Das Weiße Haus warf dem Senator aus dem Bundesstaat West Virginia Wortbruch vor.

Damit machten Anleger einen Bogen um Aktien aus dem Umfeld der erneuerbaren Energien. Die Papiere von Siemens Energy etwa büßten rund vier Prozent ein und für die Anteilsscheine des Windanlagenbauers Nordex ging es um fast fünf Prozent nach unten.

Im Autosektor schlug sich die Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen verschärfter Corona-Maßnahmen stark nieder. Für die Aktien von Daimler , BMW und Volkswagen (VW) ging es um 2,8 bis 3,8 Prozent nach unten.

"Covid-19 bringt die Angst zurück an die Börsen", sagte der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. "Es ist jetzt schon klar, dass sich Omikron beim Wirtschaftswachstum und den Unternehmensgewinnen bemerkbar machen wird", fügte er hinzu. Die zyklischen Autowerte gelten als besonders sensitiv. Händlern zufolge kommen dort die Sorgen vor verlängerten Engpässen in den Lieferketten hinzu.

Die bedenkliche Ausbreitung der Coronavirus-Variante Omikron stößt zudem den Anlegern von Luftfahrtwerten mächtig auf. So knickten die Papiere der Lufthansa um 4,7 Prozent ein. Große Sorgen macht den Branchenanlegern speziell, dass Großbritannien in Deutschland nun als Corona-Virusvariantengebiet gilt. Damit ist die Einreise nach Deutschland nur unter starken Einschränkungen möglich.

Händlern zufolge ist es in einem Gesamtmarkt, der erneut von Corona-Sorgen belastet wird, das übliche Bild, dass Reisewerte besonders stark reagieren. Auch wenn der Schritt nicht überrasche, sei dies in der Branche klar negativ für die Stimmung. Fluggesellschaften dürfen nun auf wichtigen Strecken etwa nach London im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von Großbritannien nach Deutschland befördern. Für Einreisende aus Virusvariantengebieten gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene.

@ dpa.de

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