MDAX, DE0008467416

FRANKFURT - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag zugelegt und seinen Verlust in dieser turbulenten Handelswoche eingedämmt.

16.08.2019 - 14:47:24

Aktien Frankfurt: Dax erobert Marke von 11 500 Punkten zurück. Rückenwind kam von vagen Entspannungssignalen im US-chinesischen Handelsstreit sowie Zinshoffnungen für die Eurozone.

als Leitindex der Eurozone rückte um rund 1 Prozent vor.

Jüngste Kommentare von US-Präsident Donald Trump signalisieren Beobachtern zufolge, dass die USA an einer baldigen Beilegung des Zollkonflikts mit China interessiert sind. Donald Trump machte deutlich, dass beide Seiten etwas unternehmen wollen, nannte aber keine Details. Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sprach von einem positiven Zeichen, ein Durchbruch sei aber noch weit entfernt.

Für Hoffnungen auf weiteres billiges Geld sorgten Äußerungen des finnischen Notenbankchefs Olli Rehn, der für eine spürbare Lockerung der EZB-Geldpolitik warb. "Es ist wichtig, dass wir im September ein umfassendes und wirksames Paket vorlegen", sagte Rehn am Donnerstag der US-Finanzzeitung "Wall Street Journal". Mit Blick auf die Finanzmärkte sei es zudem besser, die Erwartungen zu übertreffen als zu enttäuschen.

Auf Unternehmensseite ging es am Freitag deutlich ruhiger zu, nachdem die Quartalsberichtsaison so gut wie beendet ist. Die Aktien der Deutschen Euroshop sackten am MDax-Ende um mehr als 2 Prozent ab. Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) des auf Einkaufszentren spezialisierten Immobilieninvestors stagnierten weitgehend im ersten Halbjahr. Bei den Analysten kam das Zahlenwerk negativ an.

Im Dax stiegen die Aktien des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer nach einer Kaufempfehlung der Bank of America um rund 2 Prozent. Schlusslicht waren die Aktien von Thyssenkrupp mit einem Minus von 0,8 Prozent ihren Abwärtskurs fortsetzten.

Die Anteilsscheine der Deutschen Bank fielen vormittags bis auf einen historischen Tiefstand von 5,777 Euro, machten das Minus aber rasch wieder wett und notierten zuletzt 0,5 Prozent fester bei 5,91 Euro. Händler verwiesen zur Begründung der vorübergehenden Kursdelle auf den heutigen "kleinen Verfalltag", der immer wieder für stärkere Schwankungen bei den betreffenden Wertpapieren oder Indizes sorgt. Am kleinen Verfalltag laufen an den Terminbörsen Optionen auf Aktien und Indizes aus.

Eine Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC ließ die Fielmann-Aktie um 2,4 Prozent steigen. Die langfristigen Wachstumsaussichten der Optikerkette seien intakt, versicherte Analyst Paul Rossington. Zudem verwies er darauf, dass die Papiere in den vergangenen zwei Monaten deutlich nachgegeben und damit wieder Kurspotenzial hätten.

Die Titel von Freenet verteuerten sich um 2,1 Prozent. Der Sunrise-Großaktionär hatte angekündigt, auf der Generalversammlung des Schweizer Telekomunternehmens gegen die geplante Kapitalerhöhung zur Übernahme von UPC zu stimmen. Der Kaufpreis von 6,3 Milliarden Franken sei zu hoch, sagte Freenet-Chef Christoph Vilanek.

Bei den Aktien von United Internet und 1&1 Drillisch nutzten die Anleger die hohen Vortagesverluste zum Einstieg. Mit einem Plus von rund 13 Prozent machten die Papiere von United Internet ihr Minus mehr als wett. 1&1 Drillisch stiegen zuletzt um 7,6 Prozent.

Die Anteilscheine von Ceconomy fielen den sechsten Börsentag in Folge und gaben um weitere 4,2 Prozent nach. Damit summiert sich das Kursminus seit Donnerstag voriger Woche auf nun rund ein Viertel des Börsenwertes. Am Vortag waren die Aktien des Elektronikhändlers zudem unter die 200-Tage-Durchschnittslinie gesunken, die als Indikator für den langfristigen Trend gilt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein neues historisches Tief von minus 0,71 Prozent. Am Donnertag hatte die Rendite minus 0,68 Prozent betragen. Der Rentenindex Rex gewann 0,15 Prozent auf 147,19 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,13 Prozent auf 179,42 Punkte.

Der Kurs des Euro gab weiter nach und notierte zuletzt bei 1,1076 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1150 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8969 Euro gekostet./edh/

Von Eduard Holetic, dpa-AFX

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