MDAX, DE0008467416

FRANKFURT - Der Dax hat am Dienstag moderate Verluste erlitten.

15.05.2018 - 10:30:24

Frankfurt Eröffnung: Dax gibt weiter nach - Zahlenflut im Fokus. Damit knüpfte der deutsche Leitindex an seine jüngste Entwicklung an - bereits an den beiden vergangenen Handelstagen hatte er nach einem wochenlangen Höhenflug abgegeben. Der Dienstag steht ganz im Zeichen der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison. Allein aus dem Dax legten fünf Unternehmen ihre Quartalsberichte vor.

der mittelgroßen deutschen Unternehmen sank am Dienstag um 0,15 Prozent auf 26 604,10 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax 0,02 Prozent auf 2772,56 Punkte verlor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,05 Prozent auf 3563,84 Punkte nach.

Von den Börsen in Übersee kam kein Rückenwind für den Dax: In den USA büßte der Leitindex Dow Jones Industrial am Montag im späten Handel an Schwung ein. In Asien waren die Vorzeichen am Dienstag überwiegend negativ. Neue Wirtschaftsdaten aus China zeigten ein gemischtes Bild. Zudem haben die Anleger die politische Unsicherheit in Italien sowie die Spannungen im Nahen Osten im Hinterkopf.

Größter Verlierer im Dax war Thyssenkrupp : Die zuletzt deutlich erholten Aktien des Industriekonzerns büßten nach Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal 5,20 Prozent ein. Die Essener konnten sich zwar dank der guten Entwicklung im Stahlbereich gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. Die Industriegütergeschäfte litten aber unter gestiegenen Materialkosten.

Beim Pharma- und Spezialchemieunternehmen Merck KGaA sorgte ein schwacher Jahresstart für Kursverluste von 4,73 Prozent. Schuld daran waren anhaltende Probleme im Flüssigkristallgeschäft und ein zunehmend belastender Euro. Das schwache Abschneiden komme nicht überraschend, aber das von Merck nun angepeilte Jahresergebnis liege unter den Erwartungen, bemängelte ein Händler. Mit den Umsätzen für die Medikamente Erbitux und Rebif habe der Dax-Konzern im ersten Quartal zudem enttäuscht.

RWE-Titel fielen nach dem berichteten Gewinnrückgang um 1,50 Prozent. Dies lag vor allem an geringeren Ergebnissen aus der konventionellen Stromerzeugung, wie der Energiekonzern mitteilte.

Die Anteilsscheine der Allianz traten nach der Vorlage der Quartalsresultate auf der Stelle. Ein Händler bezeichnete das Zahlenwerk als durchwachsen. Alle Sparten hätten beim operativen Gewinn die Erwartungen knapp verfehlt.

Dagegen setzten sich Commerzbank-Aktien mit plus 3,93 Prozent an die Dax-Spitze. Das Geldhaus bestätigte nach einem besser als erhofft ausgefallenen Jahresstart die Jahresziele. Demnach soll der Gewinn steigen und für 2018 wieder eine Dividende gezahlt werden. Zuletzt hatten die Frankfurter für 2015 eine Dividende von 20 Cent je Anteilsschein ausgeschüttet - das einzige Mal überhaupt seit der Finanzkrise, in der der Staat die Bank mit Milliarden Steuergeldern retten musste.

Im MDax führte der Werbekonzern Ströer mit plus 3,22 Prozent die Gewinnerliste an. Dank überraschend starker Geschäftsergebnisse zum Jahresstart machten die Aktien damit ihren jüngsten Kursrutsch teilweise wieder wett - sie waren von einer Abstufung durch die Commerzbank belastet worden.

Der Stahlkonzern Salzgitter überzeugte mit guten endgültigen Quartalszahlen ebenfalls: Die Aktien gewannen 0,71 Prozent. Das Unternehmen hatte bereits Ende April Eckdaten vorgelegt und seine Prognose für den Jahresgewinn erhöht.

Dagegen büßten die jüngst etwas erholten Aktien von MDax-Schlusslicht Aurubis 5,32 Prozent ein. Der Kupferkonzern gibt sich nach einem operativen Gewinnsprung im ersten Geschäftshalbjahr optimistisch. Angesichts der guten Entwicklung hatte Aurubis bereits Ende April bei der Vorlage von Eckdaten die Jahresprognosen angehoben. Mittelfristig bleibt das Unternehmen aber vorsichtig.

Favorit der Anleger unter den Technologietiteln war Nordex mit einem satten Kurssprung von gut 10 Prozent. Der Windturbinenhersteller bekräftigte trotz eines deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgangs im ersten Quartal die Jahresziele.

Dagegen büßten Carl Zeiss Meditec am TecDax-Ende 2,85 Prozent ein. Dass der Medizintechnikhersteller im ersten Geschäftshalbjahr trotz des Gegenwinds durch den starken Euro weiter zulegte, half den Aktien nicht - sie fielen weiter von ihrem eine Woche alten Rekordhoch zurück.

@ dpa.de

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