S&P 500, US78378X1072

FRANKFURT - Auch am letzten Börsentag der Woche hat an den Finanzmärkten die Vorsicht dominiert.

04.03.2022 - 12:23:28

GESAMT-ROUNDUP: Anleger flüchten vor Wochenende in Sicherheit - Aktien schwach. Angesichts des fortgesetzten Kriegs in der Ukraine und der damit einhergehenden Sanktionen gegen Russland suchten die Investoren am Freitag als sicher geltende Anlagehäfen wie Bundesanleihen und Edelmetalle auf. An den internationalen Aktienbörsen verschärfte sich dagegen der Ausverkauf noch. An den Rohstoffmärkten verteuerten sich erneut Energieträger wie Öl und Gas, vor allem aber Industriemetalle wie Aluminium und Nickel.

"Der Russland-Ukraine-Krieg zieht an den Märkten weitere Kreise", schrieb Analyst Manfred Bucher von der Landesbank BayernLB. Trotz einer zweiten Gesprächsrunde zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine zeichne sich keine Entspannung ab. Den Finanzmärkten drohe nun das Szenario einer Stagflation, also einer Wachstumsschwäche bei gleichzeitig hoher Inflation.

Gift ist dieses Szenario für die Aktienmärkte. Der deutsche Leitindex Dax erlebte einen weiteren schwarzen Tag und fiel auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr. Europaweit gingen die Börsenbarometer in die Knie, nachdem schon die asiatisch-pazifischen Märkte Verluste hinnehmen mussten. So fiel der japanische Nikkei-Index auf das tiefste Niveau seit November 2020. An der Wall Street werden vor dem Wochenende ebenfalls weiter Verluste erwartet. Anleger dürften auch deshalb erneut Aktienpositionen auflösen, um nicht nach dem Wochenende von neuen Hiobsbotschaften aus der Ukraine auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, sagten Börsianer.

Vor allem die hohen und weiter steigenden Energiepreise lassen die Investoren Mittel aus risikoreichen Anlagen wie Aktien abziehen und in sichere Papiere wie Anleihen, Edelmetalle und Barmittel umschichten. "Die Erdgaspreise werden auf Rekordhoch gehandelt. Der Russland-Ukraine-Krieg treibt die Renditen europäischer Unternehmensanleihen hoch", schrieb Ulrich Stephan, Chefstratege der Deutschen Bank. Steigende Kapitalmarktzinsen verteuerten aber die Refinanzierung der Unternehmen und zehrten somit an ihren Gewinnen.

Vor diesem Hintergrund traf es an den Börsen vor allem konjunkturabhängige Sektoren hart. So sackte der Automobilsektor - im deutschen Dax mit BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz und Porsche prominent vertreten - um fast fünf Prozent ab. Der Sektor hat mittlerweile die seit Anfang 2021 aufgelaufenen Gewinne komplett wieder eingebüßt. Weltweite Konjunktursorgen dürften auf die Automobilnachfrage drücken. Hinzu kommen stark steigende Treibstoffkosten. Und schließlich fallen Zulieferungen aus der Ukraine weg. "Zumindest für die nächsten Wochen ist noch mit Produktionsausfällen, auch bei Automobilherstellern, zu rechnen", schrieb die Landesbank LBBW.

Die Moskauer Aktienbörse bleibt angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine mindestens bis einschließlich kommenden Dienstag geschlossen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitagmorgen. Damit steuere die Moskauer Börse auf die längste Schließung in der neueren russischen Geschichte zu.

Am Devisenmarkt war derweil erneut der US-Dollar als wichtigste Reservewährung in Krisenzeiten gesucht. Der Greenback wertete zu den meisten anderen großen Valuta auf. Darunter litt der Euro. Er fiel am Freitagmittag unter die Marke von 1,10 Dollar. Die Gemeinschaftswährung erreichte den tiefsten Stand seit Mai 2020.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Aktien New York Schluss: Dow stagniert bei steigenden Renditen. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss nach einem lethargischen, an Impulsen armen Handel mit 0,20 Prozent im Minus bei 31 438,26 Punkten. Robuste Daten aus der US-Industrie stützen Ökonomen zufolge die Erwartung rasch und kräftig steigender Zinsen in den USA. Am Anleihemarkt stiegen denn auch die Renditen wieder, das hielt die Aktienkurse zurück. NEW YORK - Nach einer starken Vorwoche ist am Montag an der Wall Street wieder Tristesse eingekehrt. (Boerse, 27.06.2022 - 22:30) weiterlesen...

Aktien New York: Dow stagniert bei wieder steigenden Anleiherenditen. Der Leitindex Dow Jones Industrial ging mit 31 509 Punkten quasi unverändert in die neue Börsenwoche. Auch robuste Konjunkturdaten konnten die Kurse bislang nicht nach oben treiben. Am Anleihemarkt stiegen derweil die Renditen wieder recht kräftig, das könnte die Aktienkurse im Zaum halten. NEW YORK - Nach einer starken Vorwoche ist am Montag an der Wall Street wieder Tristesse eingekehrt. (Boerse, 27.06.2022 - 19:54) weiterlesen...

Aktien New York Ausblick: Dow und Nasdaq vor stabilem Start. Eine Stunde vor dem Handelsstart taxierte IG den Dow Jones Industrial wird von dem Broker 0,2 Prozent höher bei 12 132 Zählern berechnet. NEW YORK - Nach der Erholungsrally in der Vorwoche zeichnet sich am Montag an den US-Aktienmärkten ein stabiler Auftakt ab. (Boerse, 27.06.2022 - 15:06) weiterlesen...

Aktien New York Schluss: Dow besiegelt starke Woche - Zinskurs wird hinterfragt. Marktbeobachter halten es derzeit für denkbar, dass die US-Notenbank Fed auf ihrem schnellen Zinserhöhungskurs perspektivisch etwas den Fuß vom Gas nehmen könnte, sollte die Wirtschaft in eine Rezession rutschen und die Inflation sich etwas abkühlen. NEW YORK - Mit einer schwungvollen Erholung hat der US-Aktienmarkt am Freitag nach langer Durststrecke eine erfreuliche Woche zu Ende gebracht. (Boerse, 24.06.2022 - 22:38) weiterlesen...

New York: Weiter erholt mit Schwung - Zinskurs wird hinterfragt. Marktbeobachter halten es derzeit für denkbar, dass die US-Notenbank Fed auf ihrem schnellen Zinserhöhungskurs etwas den Fuß vom Gas nehmen könnte, sollte die Wirtschaft in eine Rezession rutschen und die Inflation sich etwas abkühlen. NEW YORK - Der US-Aktienmarkt hat am Freitag die im späten Vortageshandel eingeschlagene Erholung mit Schwung fortgesetzt. (Boerse, 24.06.2022 - 20:14) weiterlesen...

Aktien New York: Weiter erholt - Anleger hinterfragen Zinserhöhungskurs. Marktbeobachter halten es derzeit für denkbar, dass die US-Notenbank Fed auf ihrem schnellen Zinserhöhungskurs etwas den Fuß vom Gas nehmen könnte, sollte die Wirtschaft in eine Rezession rutschen und die Inflation sich etwas abkühlen. NEW YORK - Der US-Aktienmarkt hat am Freitag die im späten Vortageshandel eingeschlagenen Erholung mit Schwung fortgesetzt. (Boerse, 24.06.2022 - 16:18) weiterlesen...