MDAX, DE0008467416

FRANKFURT - Am deutschen Aktienmarkt sitzt der Schock nach den US-Inflationsdaten vom Vortag den Anlegern noch in den Knochen.

14.09.2022 - 10:24:01

Aktien Frankfurt Eröffnung: Indizes geben weiter nach - Inflationssorgen. Die wichtigsten Indizes gaben am Mittwoch allerdings nur noch moderat nach.

der mittelgroßen Werte verlor 0,25 Prozent auf 25 255,33 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,2 Prozent nach unten.

"Es ist vor allem die weiter steigende Kernrate der Inflation, aus der die volatilen Energiepreise herausgerechnet werden, die den Anlegern Sorge bereitet, weil sie zeigt, dass die Preise quer durch die gesamte Wirtschaft steigen", schrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus RoboMarkets. Die hartnäckige Teuerung dürfte die US-Notenbank Fed nicht von ihrem Kurs abbringen, die Zinsen schnell und deutlich zu erhöhen. Damit würden festverzinsliche Wertpapiere gegenüber Aktien an Attraktivität gewinnen.

Der Handelstag dürfte Molnar zufolge wegweisend sein nicht nur für den Rest der Woche, sondern auch für die mittelfristige Entwicklung: "Schlägt der zuletzt wieder aufgekommene Optimismus komplett wieder in Inflations- und Zinsangst um, ist die Rally vorbei, ehe sie so richtig begonnen hat, und es droht erneut der Sturz des Dax in Richtung Jahrestief. Hält der Index heute die 13 000er-Marke, gibt es zumindest aus technischer Sicht etwas Hoffnung."

Aus Unternehmenssicht schockte Kion die Anleger: Der Gabelstapler-Hersteller rechnet im dritten Quartal wegen gestiegener Kosten im Projektgeschäft mit einem Verlust im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Störungen in den Lieferketten und deutlich gestiegene Kosten belasteten das Geschäft schwer. Analyst Nicholas Green von Bernstein Research schrieb, das Problem seien offenkundig Verträge des Logistikspezialisten zu festen Preisen in der Warenhausautomation. Dadurch könnten gestiegene Kosten nicht an die Kunden weitergegeben werden.

Die Aktien von Kion brachen zuletzt als klares Schlusslicht im MDax um fast 21 Prozent ein. Die Papiere des Wettbewerbers Jungheinrich fielen um rund zwei Prozent.

Der Online-Händler About You reduzierte wegen der sinkenden Konsumlaune und der Eintrübung der Konjunktur die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Die Anteilsscheine knickten am Ende des Nebenwerteindex SDax um rund neun Prozent ein. Analystin Georgina Johanan von der US-Bank JPMorgan sieht vor allem kritisch, dass das Management die steigende Kosteninflation so betonte. Dieser Aspekt sei in den Schätzungen für die Branche noch nicht ausreichend berücksichtigt, so die Expertin.

Für die Papiere der Lufthansa ging es um fast zwei Prozent nach unten. Der Bund beendete die Beteiligung an der Fluggesellschaft. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds veräußerte seine zuletzt verbliebene Beteiligung von knapp zehn Prozent im Rahmen einer Blockplatzierung an internationale Investoren.

@ dpa.de

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