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FRANKFURT - Am deutschen Aktienmarkt ist es zu Wochenbeginn deutlich bergab gegangen.

23.09.2019 - 18:10:38

Aktien Frankfurt Schluss: Konjunktursorgen drücken auf die Kurse. Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus Europa sowie ein Dämpfer in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China drückten am Montag auf die Stimmung.

sank um 0,96 Prozent auf 3536,97 Zähler. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls nach. Der Dow Jones Industrial in New York zeigte sich zum europäischen Handelsende wenig verändert.

Besonders schwer wogen am deutschen Markt die jüngsten Stimmungsindikatoren aus der Industrie. Vor allem in Deutschland hatte sich der Einkaufsmanagerindex deutlicher als erwartet von der Expansionsschwelle von 50 Punkten entfernt. Laut der BayernLB ist das Stimmungsbild, das der Indikator wiedergibt, so schlecht wie zuletzt in der Finanzkrise. "Der Gegenwind für die Konjunktur in Deutschland bläst immer stärker", schrieb BayernLB-Volkswirt Stefan Kipar.

Hinzu kam die wieder schwindende Hoffnung auf eine Lösung des US-chinesischen Handelsstreits. "Es darf nicht vergessen werden, dass mit jedem Tag, den der Konflikt nicht gelöst wird, die negativen Effekte auf die Weltwirtschaft zunehmen", sagte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Die kurzfristige Absage eines geplanten Besuchs chinesischer Delegationsteilnehmer in den beiden landwirtschaftlich geprägten US-Bundesstaaten Montana und Nebraska hatte für Irritationen gesorgt. Dazu dämpfte US-Präsident Donald Trump Hoffnungen auf ein baldiges Handelsabkommen beider Länder.

Im Dax behaupteten sich nur wenige Aktien im Plus, darunter die knapp ein Prozent festeren Papiere der Lufthansa . Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan sieht Fluglinien als Profiteur der Insolvenz von Thomas Cook , wegen der zahlreiche Flieger des Reisekonzerns nun am Boden blieben.

RWE-Titel legten als Spitzenreiter im Leitindex um nahezu anderthalb Prozent zu. Die Commerzbank rät nach dem verabschiedeten Klimapaket der Bundesregierung mittlerweile zum Kauf der Aktie.

Dagegen verloren die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank im sehr schwachen Branchenumfeld dreieinhalb beziehungsweise knapp siebeneinhalb Prozent. Damit zollten sie ihrer Erholung zwischen Mitte August und Mitte September Tribut. Die beiden Häuser leiden ebenso wie die Konkurrenz unter den jüngsten Signalen wichtiger Notenbanken für eine noch lockerere Geldpolitik. Niedrige Zinsen sind Gift für das Tagesgeschäft der Branche mit Einlagen und Anleihen.

Im Nebenwerte-Index SDax rauschten Adler Real Estate bis auf 9,68 Euro in die Tiefe, was den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2015 bedeutete. Zum Handelsende stand ein Minus von 13,5 Prozent auf 10,12 Euro zu Buche. Der Immobilienkonzern übernimmt den israelischen Konkurrenten Ado Group komplett und wird dadurch Großaktionär bei dessen Tochter Ado Properties . Deren Aktien konnten davon aber nicht profitieren: Sie büßten über fünf Prozent ein. Vonovia schlossen prozentual unverändert, nachdem der einzige Immobilienvertreter im Dax die Stärkung seines Geschäfts in Schweden mit einem Milliardenzukauf bekannt gegeben hatte.

Auf dem Aktienkurs von K+S lastete neben negativen Analystenkommentaren die Ankündigung des Salz- und Düngerherstellers, wegen des schwachen Marktumfelds die Kaliproduktion zurückzufahren. Dies soll auch das Vorsteuerergebnis (Ebitda) beeinträchtigen. Mit einem Minus von 6,7 Prozent zählten die K+S-Papiere zu den schwächsten im MDax. Sie waren zudem so günstig wie seit dem Jahr 2006 nicht mehr.

Bei Deutz trübte eine gesenkte Margenprognose die Stimmung: Die Titel des Motorenherstellers sackten im SDax um über achteinhalb Prozent ab.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,51 Prozent am Freitag auf minus 0,57 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 146,05 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,33 Prozent auf 174,38 Zähler.

Der Euro sank angesichts der schwachen europäischen Wirtschaftsdaten auf 1,0991 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) auf 1,0985 (Freitag: 1,1030) Dollar festgesetzt./gl/he

Von Gerold Löhle, dpa-AFX

@ dpa.de

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