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FRANKFURT - Nach zwei ereignisreichen Jahren könnte es der Dax 2020 dem Murmeltier gleich tun und in einen ausgedehnten Winterschlaf fallen.

19.11.2019 - 13:08:25

DZ erwartet 'Murmeltiermarkt' - Dax Ende 2020 wohl bei 13200 Punkten. Darauf deutet zumindest die Prognose der DZ Bank hin. Bis Ende des kommenden Jahres erwarten die Experten des Hauses einen Dax-Stand von 13 200 Punkten, was ungefähr dem aktuellen Niveau entspricht.

Neue Impulse werden wohl Mangelware sein. Vielmehr dürften die Themen dieses Jahres dem Markt erhalten bleiben. "Wir haben eine Art Murmeltiermarkt", sagte Christan Kahler, Chefanlagestratege der DZ, auf einem Pressetermin am Dienstag in Frankfurt. Themen wie Brexit und Handelsstreit dürften daher auch im kommenden Jahr die Begleitmusik für die Kurs-Bewegungen liefern. Allzu große Dissonanzen sind freilich nicht zu befürchten. Wegen der US-Präsidentschaftswahlen brauche US-Präsident Donald Trump "gute Nachrichten" und dürfte daher den Handelskonflikt nicht eskalieren lassen, merkte der Chefvolkswirt des Hauses, Stefan Bielmeier, an.

Ein Krisenjahr ist somit nicht zu befürchten. Mit 2,9 Prozent wird die Weltwirtschaft nach Einschätzung der DZ Bank stabil wachsen. Das hat der Dax freilich schon in den vergangenen Wochen getan, womit die Bewertung "ziemlich ausgereizt" ist, wie Kahler betonte. Sein Rat lautet daher: Anleger sollten dem Aktienmarkt zwar die Treue halten, zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht mehr mit vollem Einsatz einsteigen.

Für sinnvoller hält es der Stratege, auf Rückschläge zu lauern und dann Jagd auf solide Dividendentitel zu machen - die aber nicht unbedingt aus Deutschland, sondern auch aus Europa oder den USA kommen können. Entscheidend seien nämlich Aussichten, Bewertung und Management, nicht aber der Sitz eines Unternehmens. Eine Einstiegsgelegenheit dazu könnte schon bald kommen, denn die derzeit niedrige Volatilität sei häufig Vorbote stärkerer Bewegungen am Aktienmarkt, so Kahler.

Die DZ Bank hat dies in ihrem Musterportfolio bereits umgesetzt. Die Aktienquote liegt seit kurzem bei 35 Prozent und ist damit merklich zu den 20 Prozent während der Korrektur im Spätsommer gestiegen, ohne freilich allzu große Risiken einzugehen. So setzt der Anlagestratege unter anderem auf europäische Versicherer und damit auf eine Branche, die sich durch niedrige Bewertung, geringe Volatilität und hohe Dividendenausschüttungen auszeichnet.

@ dpa.de

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